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Berufsbildung 4.0 – BIBB stellt Projektergebnisse des "Berufescreenings" vor

30.10.2019

Das BIBB hat Teilstudien eines "Berufescreenings" im Rahmen des Projektes "Berufsbildung 4.0" veröffentlicht und auf der Auftaktveranstaltung zur neuen Veranstaltungsreihe "Digitalisierung der Arbeitswelt" präsentiert.

Berufsbildung 4.0 – BIBB stellt Projektergebnisse des "Berufescreenings" vor
von links oben nach rechts unten: Dr. Katja Kirsten (VDV), Markus Bretschneider, Dr. Gert Zinke, Gabriele Jordanski (alle BIBB)

Auftaktveranstaltung "Berufsbildung im Spannungsfeld Künstlicher Intelligenz und Digitalisierung"

Im Rahmen der gemeinsamen Initiative "Berufsbildung 4.0: Fachkräftequalifikationen und Kompetenzen für die digitalisierte Arbeit von morgen" des Bundesministeriums für Bildung und Forschung (BMBF) und dem Bundesinstitut für Berufsbildung (BIBB) wurden insgesamt zwölf Berufsbereiche anhand eines sogenannten "Berufescreenings" untersucht. Das BIBB hat darüber bereits im Juli berichtet (siehe Pressmitteilung 23/2019).

Ziel der systematischen Untersuchungen war es, exemplarisch festzustellen, wie die Digitalisierung die jeweiligen Berufe verändert, welche Fähigkeiten und Fertigkeiten künftig notwendig sind, um die berufliche Handlungsfähigkeit zu erlangen, und wie eine erfolgreiche Ausbildung von morgen gestaltet werden kann.

Die Ergebnisse des Projekts wurden am 29./30. Oktober 2019 auf der Veranstaltung "Berufsbildung im Spannungsfeld Künstlicher Intelligenz und Digitalisierung" präsentiert. Nachfolgend einige Statements aus den Vorträgen:

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Markus Bretschneider (BIBB)

"Digitalisierung ist für die Landwirtschaft nichts grundsätzlich Neues! Allerdings erweitert sich das Aufgabenspektrum von Fachkräften im Hinblick auf Kompetenzen im Umgang mit Daten und zur Steuerung von Maschinen. Dennoch ist eine Modernisierung der Ausbildungsordnung Landwirt/in derzeit nicht zwingend erforderlich. Die abstrakt formulierten Ausbildungsinhalte können die aktuellen Entwicklungen (noch) abbilden. Es kommt auf die Umsetzung im Betrieb an."

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Gabriele Jordanski (BIBB)

"Industriekaufleute und Berufsbildung 4.0: Der Umgang mit digitalen Technologien und Daten ist nicht neu, jedoch wird durch aktuelle technologische Entwicklungen das Spektrum um wesentliche Dimensionen erweitert.

Stichworte hierzu sind Vernetzung, Big Data und Automatisierung.

Damit verbunden sind:

  • Veränderungen industriekaufmännischer Tätigkeiten sowie Kompetenz- und Qualifizierungsanforderungen;
  • Große betriebliche Heterogenität hinsichtlich Digitalisierungs- und Automatisierungsumfang, Gestaltung der Geschäftsprozesse, Tätigkeitszuschnitte und Anforderungen sowie Rekrutierungsstrategien."
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Dr. Katja Kirsten (VDV-Akademie)

"Beim digitalen Lernen in der Weiterbildung sollte es nicht primär darum gehen, alle Lehr- und Lernprozesse digital abzubilden. Wir sollten uns stattdessen neue Technologien aneignen und sie für unsere Lernziele ,entwenden'.

Die Technologie der Spracherkennung eignet sich zum Beispiel (noch) nicht für differenzierte Gespräche, aber umso mehr dort, wo Lernende trainieren sollen, ganz konkrete Aussagen sehr deutlich einzusprechen.

Wir müssen kreativ sein, um die Übergangstechnologien von heute für unsere Zwecke einzusetzen."

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Dr. Gert Zinke (BIBB)

"Das Berufescreening hat unter anderem gezeigt, dass die Berufsausbildung auch in Zukunft extrem wichtig bleibt, von der Digitalisierung keine verstärkte Akademisierung ausgeht, Polarisierungstendenzen nur in Einzelfällen erkennbar sind, jedoch vielfach vertikale Verschiebungen der Berufsprofile stattfinden, auch zwischen Berufen.

Die Wirkungen der Digitalisierung müssen vor allem auf der Steuerungsebene, unter Beachtung veränderter Rahmenbedingungen angepackt werden. Was sich ändert, ist die zunehmende regionale Vernetzung von Ausbildungsbetrieben mit Bildungsanbietern, einerseits der Trend zum arbeitsprozessorientierten Lernen, andererseits die Ausbildung in Bildungszentren außerhalb des Betriebs, die Wahrnehmung der Ausbildungsverantwortung durch Personalabteilungen, aber auch die Lernvoraussetzungen und das Lern- und Mediennutzungsverhalten der Auszubildenden. Für eine adäquate berufsfeldbezogene Didaktik betrieblichen Lernens und Lehrens bedarf es deshalb verstärkter Forschung und Entwicklung.

Unter dem Strich kann die Digitalisierung für die Weiterentwicklung der Berufsbildung als Chance genutzt werden."

BIBB veröffentlicht berufsspezifische Teilstudien

Für einige der zwölf untersuchten Berufsbereiche sind bereits die berufsspezifischen Teilstudien als "Wissenschaftliche Diskussionspapiere" des BIBB veröffentlicht worden: Berufsbildung 4.0 - Fachkräftequalifikationen und Kompetenzen für die digitalisierte Arbeit von morgen:

Branchen- und Berufescreening

Branchen- und Berufescreening

Die hier vorliegende Gesamtstudie dokumentiert den Vergleich der berufsbezogenen Ergebnisse aus einem Berufescreening, das auf insgesamt 14 Berufe gerichtet war.

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Fachkraft für Lagerlogistik

Fachkraft für Lagerlogistik

Die teilweise stark heterogenen Automatisierungs- und Digitalisierungsansätze werden aufgezeigt und im Hinblick auf die Veränderungen in der Arbeit der Fachkräfte und die sich wandelnden Kompetenzbedarfe analysiert.

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Industriekaufmann/-kauffrau

Industriekaufmann/-kauffrau

Obwohl der Beruf der Industriekaufleute bereits seit vielen Jahren vom Umgang mit di­gitalen Technologien und Daten geprägt ist, erweitern neuere technologische Entwicklun­gen das Spektrum um wesentliche Di­mensionen.

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Landwirt/-in und Fachkraft Agrarservice

Landwirt/-in und Fachkraft Agrarservice

Es wurde der Frage nachgegangen, wie sich digitale und vernetzte Technologien derzeit auf Arbeitsaufgaben und Kompetenzen in der Landwirtschaft auswirken.

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Maschinen- und Anlagenführer/-in Textiltechnik und Textilveredelung

Maschinen- und Anlagenführer/-in Textiltechnik und Textilveredelung

Die Auswirkungen der Digitalisierung sind auch in der Textilindustrie spürbar.

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Mediengestalter/-in Bild und Ton sowie Mediengestalter/-in Digital und Print

Mediengestalter/-in Bild und Ton sowie Mediengestalter/-in Digital und Print

Die Medienbranche ist seit mehr als 20 Jahren durch Digitalisierung und Vernetzung gekennzeichnet. Der Bericht gibt Einblicke in die Veränderungen zweier Berufe der Medienwirtschaft.

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Straßenbauer/-in

Straßenbauer/-in

Die Studie untersucht am Beispiel des Berufsbildes Straßenbauer/-in die mit der Digitalisierung einhergehenden Veränderungen im Tiefbaubereich und ihre Auswirkungen auf die inhaltliche und strukturelle Ausgestaltung des Ausbildungsberufs.

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In den Teilstudien werden die konkreten Untersuchungsergebnisse dargestellt und Handlungsempfehlungen zur Weiterentwicklung der Berufsbilder formuliert. Weitere Teilstudien werden folgen:

  • Fachkraft für Abwassertechnik
  • Land- und Baumaschinenmechatroniker/-in
  • Orthopädietechnik-Mechaniker/-in
  • Verfahrensmechaniker/-in für Kunststoff- und Kautschuktechnik