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Begleitforschung des Veränderungsprozesses zur Einführung der neuen Pflegeausbildungen (BENP)

An die berufliche wie hochschulische Pflegeausbildung nach dem neuen Pflegeberufegesetz (PflBG) werden hohe Erwartungen gerichtet, darunter etwa eine Attraktivitätssteigerung des Pflegeberufs und eine bedarfsgerechte Ausbildung im Kontext höherer Kompetenzanforderungen .

Übersichtstabelle

 

Laufzeit 36 Monate (01/2021-01/2024)
Bezug zur Ausbildungsoffensive Pflege (AOP) Ja
Ziel Ziel des vorliegenden Auftrages ist es, die Einführung der neuen Pflegeausbildungen nach dem Pflegeberufegesetz (PflBG) zu begleiten, den Umsetzungsgrad zu ermitteln sowie Hindernisse und Erfolgsfaktoren zu identifizieren. Daraus werden Empfehlungen für erforderliche Nachjustierungen abgeleitet.
Auftragnehmer Forschungsinstitut Betriebliche Bildung (f-bb) gGmbH, Katholische Stiftungshochschule München, Hochschule Esslingen, Kantar, IAT
Ansprechpersonen

Pflegeforschung, AB 2.6 BIBB

(Pflegeforschung@bibb.de)

Dr. Markus Wochnik, F-BB

(markus.wochnik@f-bb.de)

Prof. Dr. Karin Reiber, HS Esslingen

(karin.reiber@hs-esslingen.de)

Prof. Dr. Bernd Reuschenbach, KSH München

(bernd.reuschenbach@ksh-m.de)

 

Hinführung

Mit dem Pflegeberufegesetz (PflBG) ging am 1. Januar 2020 eine grundlegend veränderte Pflegeausbildung an den Start: Ein generalistisches Berufsprofil löst die bisherigen Berufe der Altenpflege, der Gesundheits- und Krankenpflege sowie der Gesundheits- und Kinderkrankenpflege ab. Die generalistische Pflegeausbildung wird somit zum Regelfall der beruflichen Pflegeausbildung, wenngleich weiterhin die Möglichkeit besteht, den Abschluss zur/zum Altenpfleger/-in oder zur/zum Gesundheits- und Kinderkrankenpfleger/-in ab dem letzten Ausbildungsdrittel anzusteuern. Ergänzend zu dieser Hauptsäule der Pflegeausbildung ist es seit der Einführung des PflBG möglich, die Berufszulassung auch im Zuge eines Pflegestudiums zu erwerben.

Im Rahmen eines vom Bundesinstitut für Berufsbildung (BIBB) erteilten Forschungsauftrags wird die Einführung der neuen Pflegeausbildung und die Umsetzung des PflBG untersucht. Das Forschungskonsortium, das den Auftrag hierfür erhalten hat, besteht aus dem Forschungsinstitut Betriebliche Bildung (f-bb), der Hochschule Esslingen und der Katholischen Stiftungshochschule München, erweitert durch das Institut Arbeit und Technik (IAT) und die Kantar GmbH.

 

Ziele

Im Rahmen der dreijährigen Begleitforschung stehen folgende erkenntnisleitende Fragen im Zentrum:

  • Wie wird die neue Ausbildung von den ausbildenden Betrieben, Pflegeschulen und Hochschulen umgesetzt?
  • Was sind Erfolgsfaktoren und Hindernisse in diesem Veränderungsprozess?
  • Welche Erfahrungen machen die Auszubildenden und Studierenden mit dem neuen Bildungsangebot?

Ziele des Forschungsprojektes sind u. a. Unterstützungsmöglichkeiten für die Praxis zu identifizieren und Empfehlungen für eine Weiterentwicklung der Pflegeausbildungen auszusprechen.

 

Methode

Das Forschungsprojekt analysiert die Einführung der Pflegeausbildung aus Sicht zweier unterschiedlicher Akteursgruppen und mit zwei unterschiedlichen methodischen Zugängen. Zum einen werden die Entwicklungen und Erfahrungen in den Ausbildungsbetrieben, Pflegeschulen und Hochschulen betrachtet. Anhand von qualitativen Erhebungen (digitalen/telefonischen Einzelinterviews) werden die Schwerpunkthemen „organisatorische und inhaltliche Lernortkooperationen“, „Ausbildungsverbund“, „Praxisanleitung (berufliche und hochschulische Ausbildung)“, „Wahlrecht Berufsabschlüsse“, „Praxisbegleitung (berufliche und hochschliche Ausbildung)“ und „Prüfungen“ untersucht. Zu jedem dieser Themen werden Befragungsgruppen zusammengestellt, die alle Bundesländer, Versorgungssektoren und wesentliche Stakeholder angemessen repräsentieren (theoretical sampling). Im Rahmen der leitfadengestützten Interviews werden z. B: Pflegedirektorinnen und -direktoren, Pflegedienstleitungen, Schulleitungen, Studiengangleitungen, Studiengangskoordinatorinnen und -koordinatoren, Praxiskoordinatorinnen und -koordinatoren bzw. Verantwortliche aus Koordinierungsstellen, Praxisanleitende sowie Pflegepädagoginnen und -pädagogen befragt.

Die zweite Schwerpunktbefragung zum anderen ist weitgehend quantitativ ausgerichtet und adressiert die Perspektive der Auszubildenden und Studierenden. Im Mittelpunkt der längsschnittlichen Online-Befragung stehen Fragestellungen zu Berufswahlmotiven, Attraktivität der Ausbildung, der Ausbildungszufriedenheit insbesondere in Bezug auf den Theorie-Praxis-Transfer sowie Fragen zu Wünschen und zur Planung des weiteren beruflichen Werdegangs. Auszubildende und Studierende werden in drei Erhebungswellen zum Verlauf ihrer Ausbildung und ihren Erfahrungen befragt.

 

Wie trägt das Projekt zur Entwicklung der Pflege-/Bildungspraxis bei?

Das neue PflBG stellt eine paradigmatische Neuausrichtung der Pflegeausbildungen mit weitreichenden strukturellen, aber auch ideellen Veränderungen der Berufsbildungspraxis dar. Die Umsetzung des PflBG sowie die damit intendierten, aber auch nicht beabsichtigte, Effekte untersucht das Projekt, um Informationen über die Wirkung dieser Ausbildungsreform und ihre Folge- und Nebeneffekte zu geben. Die identifizierten Erfolgsfaktoren, Stolpersteine, begünstigende und limitierende Rahmenbedingungen können als Ausgangspunkt für Nachsteuerungen im Umsetzungsprozess genutzt werden. Unterstützungsstrukturen und -maßnahmen, die für eine mittel- und langfristig erfolgreiche Ausbildungsreform zielführend sind, können initiiert und implementiert werden.

 

 

Qualitative Schwerpunkterhebungen: Ausbildungsbetriebe, Pflegeschulen und Hochschulen (AP1)

Hintergrund

Über alle Bundesländer und alle Formen von ausbildenden Institutionen und Einrichtungen mit Pflegebezug hinweg werden Interviews mit verantwortlichen Akteuren geführt.

Für die Qualitative Schwerpunkterhebungen sind die Konsortialpartner am Forschungsinstitut Berufliche Bildung (f-bb), der Hochschule Esslingen (HE) und die Kantar GmbH verantwortlich.

 

Methode

Deutschlandweit werden qualitative, leitfadengestützte Interviews mit Verantwortlichen der Ausbildungsbetriebe, der Pflegeschulen und Hochschulen sowie mit beratenden und koordinierenden Stellen auf Landesebene geführt und inhaltsanalytisch ausgewertet. Sie zielen auf sechs thematische Schwerpunkte.

Für jedes Schwerpunktthema werden spezifische Befragungsinstrumente (Gesprächsleitfäden) entwickelt und für die Interviews genutzt.

Wie trägt das Projekt zur Entwicklung der Pflege-/Bildungspraxis bei?

Anhand der Interviews mit verschiedenen Funktionsträgern in der Pflegeausbildung werden

a)    strukturelle Veränderungsprozesse im Zuge der Einführung der neuen Pflegeausbildungen (berufliche und hochschulische Ausbildung) sowie

b)    Herausforderungen, Chancen und Grenzen der Umsetzung der beiden neuen Ausbildungsformen analysiert, um darauf basierend

c)    Verbesserungsbedarfe zu identifizieren und Empfehlungen für die Weiterentwicklung abzuleiten.

Die Forschungsergebnisse adressieren sowohl politische Akteure und Entscheidungsträger als auch Ausbilder*innen, die mit der generalistischen Pflegeausbildung beauftragt sind.
 

 

Schwerpunktthema 1: Lernortkooperationen 

Hintergrund

Dieser Schwerpunkt befasst sich mit Lernortkooperation und der damit verbundenen organisatorischen und inhaltlichen Zusammenarbeit. Da ein Ausbildungsbetrieb häufig nicht selbst über alle Versorgungsbereiche verfügt, die von Auszubildenden und Studierenden durchlaufen werden müssen, werden weitere Praxisbetriebe als Einsatzorte in die Ausbildung einbezogen. Im Vordergrund der Untersuchung steht die institutionelle Verzahnung der praktischen und der theoretischen Ausbildungsanteile, also von Ausbildungsbetrieben und Pflegeschulen/Hochschulen.

 

Methode

Da eine Kooperation grundsätzlich mehrere Lernorte (z. B. Pflegeschule/Hochschule – Betrieb) betrifft, werden Interviews mit Leitungspersonen von schulischen Institutionen und Betrieben geführt, die Lernortkooperationen geschlossen haben. Zusätzlich zu den Akteuren der kooperierenden Institutionen werden Ansprechpersonen beratender und/oder koordinierender Stelle in das Sample aufgenommen. Durch die Befragung verschiedener Akteure können unterschiedliche Perspektiven und Erfahrungen bei der Umsetzung der neuen Pflegeausbildungen zusammengeführt werden. Der Kreis der befragten Personen setzt sich zusammen aus Pflegedirektorinnen und -direktoren oder Pflegedienstleitenden, Schulleitungen oder Fachbereichsleitungen, Studiengangleitungen oder Studiengangkoordinatorinnen und - koordinatoren sowie Vertreterinnen und Vertretern von beratenden und koordinierenden Stellen auf Landesebene.

Für die Befragung in diesem Schwerpunktthema werden zwei Befragungsinstrumente konzipiert: Es gibt einen Leitfaden für (hoch-)schulische und betriebliche Akteure und einen für Funktionsträger/-innen aus beratenden und koordinierenden Stellen.

Die erhobenen Daten werden transkribiert und inhaltsanalytisch ausgewertet.

 

Wie trägt das Projekt zur Entwicklung der Pflege-/Bildungspraxis bei?

Lernortkooperation ist für das Gelingen von beruflicher Ausbildung, gerade in der Abstimmung zwischen Theorie- und Praxisanteilen, ein entscheidender Faktor. Knapp zwei Jahre nach Einführung der neuen Pflegeausbildung kann auf Basis der in der wissenschaftlichen Begleitforschung erhobenen Daten ein erster Überblick zu verschiedenen Formen und Varianten von Lernortkooperation gegeben und mögliche, mit diesen Entwicklungen verbundene Chancen, aber auch Herausforderungen diskutiert werden.

 

 

Schwerpunktthema 2: Ausbildungsverbünde  

Hintergrund

Die an der Ausbildung beteiligten Schulen, Hochschulen und Praxisbetriebe können sowohl in Form von Einzelkooperationen (siehe Schwerpunktthema 1 „Lernortkooperationen“) als auch in Form eines Ausbildungsverbundes zusammenarbeiten. Alle beteiligten Partner kooperieren dann auf der Grundlage eines gemeinsamen Verbundvertrages. Im Rahmen der Begleitforschung werden Organisation und Interaktion, das Ausbildungsverständnis und die Qualitätssicherung/-entwicklung in Ausbildungsverbünden untersucht. Auch werden Vor- und Nachteile von Ausbildungsverbünden in Abgrenzung zu Einzel- bzw. Lernortkooperationen thematisiert.

 

Methode

In allen Bundesländern werden Interviews mit Ausbildungsverantwortlichen der beteiligten Einrichtungen (Pflegeschulen, Hochschulen, Praxisbetriebe) desselben Verbundes geführt, die zusammen einen „Fall“ bilden.

Der Kreis der befragten Personen setzt sich zusammen aus Pflegethemadirektorinnen und- -direktoren oder Pflegedienstleitungen, Schulleitungen oder Fachbereichsleitungen, Studiengangleitungen oder Studiengangkoordinatorinnen und - koordinatoren, Praxiskoordinatorinnen und -koordinatoren sowie Vertreterinnen und Vertretern von beratenden und koordinierenden Stellen.

Für die Befragung in diesem Schwerpunktthema werden zwei Befragungsinstrumente konzipiert: Es gibt einen Leitfaden für (hoch-)schulische und betriebliche Akteure und einen für Funktionsträger/-nnen aus beratenden und koordinierenden Stellen.

Die erhobenen Daten werden transkribiert und inhaltsanalytisch ausgewertet.

 

Wie trägt das Projekt zur Entwicklung der Pflege-/Bildungspraxis bei?

In diesem Schwerpunkt wird die vielfältige strukturelle und inhaltliche Ausgestaltung von Ausbildungsverbünden erfasst. Neben den vertraglichen Grundlagen von Ausbildungsverbünden, stehen Chancen und Herausforderungen der Zusammenarbeit mit Blick auf die Umsetzung der neuen Pflegeausbildung im Fokus. Ausgehend davon lassen sich Beispiele guter Praxis und Handlungsempfehlungen für die weitere Entwicklung von Ausbildungsverbünden ableiten.

 

 

Schwerpunktthema 3: Praxisanleitungen 

Hintergrund

Mit der generalistischen Pflegeausbildung hat die Bedeutung der Praxisanleitung für die Qualität und Weiterentwicklung der Ausbildung enorm zugenommen. Im Schwerpunktthema „Praxisanleitungen“ liegt der Fokus auf den Erfahrungen und dem Selbstverständnis der Praxisanleitenden im Kontext der neuen Ausbildungen. Untersucht werden Formate und Inhalte des Austauschs und der Kommunikation mit weiteren Ausbildungsverantwortlichen in (Hoch)Schule und Betrieb, die pädagogische Rolle und Beziehung zu den Auszubildenden und Studierenden, Strukturen und Instrumente der Theorie-Praxis-Verzahnung sowie die Bedeutung der Praxisanleitung und ihre Stellung im Betrieb.

 

Methode

In allen Bundesländern werden Interviews mit Praxisanleitenden aus Einrichtungen aller Pflegesektoren (Akutpflege, stationäre Langzeitpflege, ambulante Pflege) geführt.

Für die Befragung in diesem Schwerpunktthema wird ein Interviewleitfaden konzipiert, der ausgewählte Belange hinsichtlich der Funktion und des Selbstverständnisses aktiv tätiger Praxisanleitender berücksichtigt.

Die erhobenen Daten werden transkribiert und inhaltsanalytisch ausgewertet.

 

Wie trägt das Projekt zur Entwicklung der Pflege-/Bildungspraxis bei?

Die sich stark verändernde Rolle der Praxisanleitungen ist mit vielen Herausforderungen verbunden. Es ist daher von großer Wichtigkeit, die bestehenden Herausforderungen und Barrieren sowie vorhandene und ggf. noch fehlende Unterstützungsangebote zu identifizieren. Auf dieser Basis können Hinweise dafür abgeleitet werden, wie sich das Tätigkeitsspektrum des betrieblichen Bildungspersonals derzeit verändert und welche Qualifizierungserfordernisse ggf. bestehen. Dabei werden auch die dafür erforderlichen Rahmenbedingungen thematisiert.

 

Quantitative Längsschnittstudie unter Auszubildenden und Studierenden (AP2)

Hintergrund

Die an der Katholischen Stiftungshochschule München angesiedelte Projektgruppe unter Leitung von Prof. Dr. Bernd Reuschenbach untersucht die Perspektive der Auszubildenden und Studierenden. Im Fokus stehen die Erfahrungen, die Lernende in den neuen Pflegeberufen und in der Pflegeausbildung bzw. im Studium machen, sowie Erkenntnisse darüber, wie die Praxisausbildung und die Vernetzung der verschiedenen Lernorte von ihnen wahrgenommen werden. 

 

Ziele

Das Teilprojekt hat zum Ziel, die Erfahrungen Auszubildender mit der neuen generalistischen Pflegeausbildung sowie Studierender mit dem primärqualifizierenden Studiengang zu begleiten, um frühzeitig Unterstützungs- und Anpassungsbedarf identifizieren und entsprechende Handlungsmöglichkeiten aufzeigen zu können.

 

Methode

Die Erhebung ist im Design einer Längsschnittstudie als Online-Befragung angelegt. Dabei werden Auszubildende und Studierende über alle Bundesländer und alle Formen von ausbildenden Institutionen hinweg zum Verlauf ihrer Ausbildung und ihren Erfahrungen befragt. Die Erhebung erfolgt über einen Zeitraum von drei Jahren in drei Erhebungswellen (2021-2023). Die Befragungen bestehen aus standardisierten und offenen Frage-/Antwortmodellen, um einerseits generelle Entwicklungen abbilden zu können, aber auch das individuelle Erleben und singuläre, einmalige Ereignisse in der Ausbildung wie z. B. die Zwischenprüfung in der beruflichen Ausbildung berücksichtigen zu können.

Die erste Erhebungswelle wurde im November 2021 erfolgreich abgeschlossen. Teilgenommen haben über 1.268 Auszubildende sowie 57 Studierende im primärqualifizierenden Pflegestudiengang, welche ihre Ausbildung bzw. ihr Studium im Jahr 2020 begonnen hatten. Diese werden auch in den folgenden beiden Jahren nochmals befragt, ebenso diejenigen Studierenden, welche ihr Studium im Jahr 2021 aufnehmen.
 

Planung der längsschnittlichen Befragungen
Ergebnisüberblick der ersten Befragungswelle bei Auszubildenden und Studierenden

„Primärqualifizierendes Pflegestudium“

 

Hintergrund

Im Jahr 2020 wurde in Deutschland mit dem neuen PflBG ein aktualisierter Rahmen für die akademische Pflegeausbildung geschaffen. Im Rahmen des PflBG ist es jenseits der bisherigen Modellstudiengänge erstmals möglich, regelhaft ein Studium zu absolvieren, das zu einer Berufszulassung in der Pflege führt (§ 39 PflBG). Hierfür ist fortan kein separater Ausbildungsvertrag mehr erforderlich. Aktuell kann ein primärqualifizierender Pflegestudiengang nach § 37 PflBG an 18 Hochschulen belegt werden, wobei die Belegung zum WS 2020/2021 etwa die Hälfte der Kapazitäten betrug (vgl. GRÄSKE/LADEMANN/STRUPEIT 2021 ). Bereits vor der Neuausrichtung durch das PflBG war es möglich einen Pflegestudiengang zu absolvieren. Allerdings wurden diese Studiengänge in der Pflege in Kooperation mit Berufsfachschulen durchgeführt, was strukturelle Limitationen ihres Akademisierungsgrades bedingte.  Hinweise aus Forschungsarbeiten zeigen aber Zusammenhänge zwischen einem verstärkten Einsatz hochschulisch qualifizierter Pflegefachpersonen und einer höheren Patientensicherheit (z. B. durch geringere postoperative Komplikationen), einer effektiveren Versorgung (etwa durch geringere Klinikverweildauer) und letztlich einer sinkenden Mortalitätsrate auf (vgl. DARMANN-FINCK 2012; AIKEN u. a. 2017; DARMANN-FINCK/REUSCHENBACH 2018) .

 

Ziele

Mit der Analyse der primärqualifizierenden Studiengänge aus Studierendensicht sollen frühzeitig Herausforderungen im Kontext der hochschulischen Primärqualifizierung identifiziert und Nachsteuerungsbedarf ermittelt werden.

 

Methode

Die Erhebung ist als längsschnittliche Kohortenstudie mit drei Messzeitpunkten (2021, 2022 und 2023) konzipiert. Zielgruppe sind Studierende in primärqualifizierenden Pflegestudiengängen, die das Studium zum Winter- oder Sommersemester 2020/21 aufgenommen haben. An die Stichprobe der Studierenden an Hochschulen mit dem primärqualifizierenden Pflegestudiengang wurde mittels Anschreiben an die Hochschulleitung herangetreten. In einem zweistufigen Prozess aus Panel-Registrierung und Online-Befragung wurden zunächst Studierende mit Studienbeginn im Wintersemester 2020/2021 befragt. Aufgrund einer geringen Response-Rate in der Studierendenkohorte 2020/2021 wurde die Entscheidung getroffen, auch Studierende mit Studienbeginn im Wintersemester 2021/2022 zu rekrutieren.

 

 

Generalistische Pflegeausbildung

 

Hintergrund

Das neue Pflegeberufegesetz (PflBG) schuf ebenso einen Rahmen für die generalistische Pflegeausbildung. Die neue Pflegeausbildung befähigt dazu, Menschen aller Altersstufen zu pflegen. Durch das Berufsbild „Pflegefachmann/Pflegefachfrau“ wurden die Berufe der Altenpflege, der Gesundheits- und Krankenpflege sowie der Gesundheits- und Kinderkrankenpflege seit dem 1. Januar 2020 in einer generalistischen Ausbildung zusammengeführt. 

 

Ziele

Eine Erfassung der generalistischen Pflegeausbildung aus Auszubildendensicht soll es ermöglichen, frühzeitig Herausforderungen zu identifizieren und Nachsteuerungsbedarfe zu ermitteln.

 

Methode

Die Erhebung ist als längsschnittliche Kohortenstudie mit drei Messzeitpunkten (2021, 2022 und 2023) konzipiert. Zielgruppe sind Auszubildende in der generalistischen Pflegeausbildung im ersten Ausbildungsjahr, welche die Ausbildung zum Herbst 2020/ Frühjahr 2021 aufgenommen hatten. An die Stichprobe der Auszubildenden mittels Anschreiben an die Schulleitungen von Pflegeschulen herangetreten. In einem zweistufigen Prozess aus Panel-Registrierung und Online-Befragung wurden Auszubildende mit Ausbildungsbeginn im Herbst 2020/ Frühjahr 2021 befragt.