Qualifizierung und Etablierung von betrieblichen Weiterbildungsmentorinnen und -mentoren (WBM)
Weiterbildungsmentoring in Betrieben: Kollegiale und niedrigschwellige Beratung auf Augenhöhe
Weiterbildungsmentorinnen und -mentoren (WBM) sind Beschäftigte, die ihre Kolleg/innen im Betrieb für das Thema Weiterbildung sensibilisieren. Vor allem formal gering- oder nichtqualifizierte Menschen sollen so erreicht werden. Das Bundesministerium für Bildung, Familie, Senioren, Frauen und Jugend (BMBFSFJ) fördert die Qualifizierung und die Etablierung von betrieblichen WBM. Das BIBB übernimmt seit 2022 die fachliche Begleitung.
Das Bundesministerium für Bildung, Familie, Senioren, Frauen und Jugend (BMBFSFJ) förderte die Qualifizierung und die Etablierung von betrieblichen Weiterbildungsmentorinnen und Weiterbildungsmentoren (WBM). Ziel ist eine niedrigschwellige, arbeitsplatzbezogene Beratung auf Augenhöhe. Beschäftige sollen in beruflichen Veränderungsprozessen von Kolleg/innen beraten, zur Teilnahme an Weiterbildungen motiviert und in Lernprozessen am Arbeitsplatz begleiten werden. Die WBM sind eine Initiative des BMBFSFJ im Rahmen der Nationalen Weiterbildungsstrategie (NWS).
In den Jahren 2022 bis 2025 förderte das BMBFSFJ bereits vier Projekten, die von Sozialpartnern und Gewerkschaften umgesetzt wurden. Bundesweit wurden ca. 560 Vertrauensleute, Betriebs- und Personalräte sowie Beschäftigte in rund 170 Betrieben und Verwaltungen aus mehr als 20 Branchen zu WBM qualifiziert. Zu den Umsetzungspartnern gehörten die Sozialpartner IG BCE (Industriegewerkschaft Bergbau, Chemie, Energie) und der BAVC (Bundesarbeitgeberverband Chemie) und von Seiten der Gewerkschaften IG Metall (Industriegewerkschaft Metall), Ver.di (Vereinte Dienstleistungsgewerkschaft) und NGG (Gewerkschaft Nahrung-Genuss-Gaststätten).
WBM – ein stärkenorientierter Ansatz
Weiterbildungsberatungsangebote orientieren sich häufig an Kompetenzdefiziten der Ratsuchenden und zielen darauf ab, wie diese am besten behoben werden können. Extern Beratende (Bundesagentur für Arbeit, Kammern, Bildungsträger oder anderer Stellen) gehen dabei meist von formalen und non-formal erworbenen Qualifikationen der Ratsuchenden aus. Praktische Arbeits- oder Lebensumstände werden in solchen Kontexten zumeist nicht hinreichend berücksichtigt. WBM hingegen sind selbst im Betrieb beschäftigt. Sie kennen die Situation ihrer Kolleg/innen aus dem Arbeitsalltag und haben zu ihnen eine persönliche Verbindung. Somit können sie das Thema Weiterbildung auf einer vertrauensvollen und kollegialen Ebene niedrigschwellig ansprechen. Hier stehen nicht Defizite im Mittelpunkt, sondern Stärken. D.h. Beschäftigte sollen dabei unterstützt werden, ihre Potenziale zu erkennen, und dazu motiviert werden, sich mit Möglichkeiten der beruflichen Entwicklung auseinanderzusetzen. WBM haben die Aufgabe, einerseits proaktiv auf ihre Kolleg/innen zuzugehen, andererseits auch als Ansprechpersonen zur Verfügung zu stehen, die Auskunft geben oder an weiterführende Stellen vermitteln können.
Fachliche Begleitung der WBM
Im Auftrag des BMBFSFJ nimmt das BIBB seit Mitte 2022 die fachliche Begleitung der WBM-Projekte wahr; seit 2025 im Rahmen der aktuellen Förderrichtline "Qualifizierung und Etablierung von Weiterbildungsmentorinnen und -mentoren (WBM). In der Praxis funktionierende WBM-Ansätze sollen identifiziert und konzeptionell weiterentwickelt werden. Dazu bringt das BIBB alle Akteur/innen der WBM-Projekte regelmäßig zusammen und organisiert Netzwerktreffen unter WBMs. Das BIBB dokumentiert die Ergebnisse der WBM-Projekte und bereitet diese für den Transfer in andere Betriebe und Branchen auf.