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Webinar: Evidenzbasierte Politikgestaltung in einer fragmentierten Datenlandschaft

15.09.2026

Aktuelle, robuste Daten fördern fundierte Entscheidungsfindung. Doch wie können Datensysteme aufgebaut werden, die Vergleichbarkeit gewährleisten und für verschiedene Interessengruppen über Sektoren und Kontinente hinweg nützlich sind?

Logo Towards a Global TVET Agenda mit den Worten Webinar Series

Im Rahmen der BMBFSFJ-Initiative „Towards a Global TVET Agenda (TGTA)“ richtet das TGTA-Team am BIBB in Zusammenarbeit mit dem OECD Centre for Skills ein englischsprachiges Webinar aus.

Webinar: Evidenzbasierte Politikgestaltung in einer fragmentierten Datenlandschaft
Datum: Dienstag, 16. Juni 2026, 16:00-17:00 Uhr.

Wichtigste Erkenntnisse

  • Vielfältige Berufsbildungssysteme erfordern eine gemeinsame Sprache – einheitliche Konzepte und Definitionen

Die Teilnehmenden hoben die große Vielfalt der Berufsbildungssysteme in den verschiedenen Ländern hervor, insbesondere mit Blick auf Steuerungsstrukturen, Qualifikationen, Bildungswege und institutionelle Rahmenbedingungen. Diese Vielfalt spiegelt zwar die jeweiligen nationalen Kontexte und Prioritäten wider, stellt jedoch zugleich eine Herausforderung für internationale Vergleiche und die Gewinnung vergleichbarer Erkenntnisse dar.

  • Informelles und non-formales Lernen muss sichtbarer werden

Die Diskussion unterstrich die Bedeutung des informellen und non-formalen Lernens, das in vielen Ländern einen wesentlichen Beitrag zur Kompetenzentwicklung und zum beruflichen Lernen leistet. Diese Lernformen werden in bestehenden Datensystemen und Berichtsrahmen jedoch häufig nur unzureichend erfasst. Eine stärkere Verbindung zwischen Forschung und Datenberichterstattung ist daher entscheidend, um ein umfassenderes Bild der Berufsbildungssysteme weltweit zu gewinnen.

  • Bessere Evidenz erfordert engere Verbindungen zwischen Forschung, Daten und Politik

Die Teilnehmenden waren sich einig, dass die Datenerhebung nur einen Teil der Herausforderung darstellt. Für eine evidenzbasierte Politikgestaltung ist ebenso entscheidend, Forschungsergebnisse und Daten systematisch aufzubereiten, einzuordnen und für politische Entscheidungsprozesse nutzbar zu machen.

  • Internationale Zusammenarbeit fördert Lernen und Innovation

Das Webinar verdeutlichte den Mehrwert internationaler Zusammenarbeit bei der Bewältigung gemeinsamer Herausforderungen. Gemeinsame Initiativen können dazu beitragen. Ansätze und Standards weiterzuentwickeln, den länderübergreifenden Austausch zu fördern und Daten- und Evidenzsysteme in der beruflichen Bildung weltweit zu stärken.

Global TVET Data Report

Das Webinar stützte sich auf die ersten Ergebnisse der Arbeit an einem der Hauptprodukte der TGTA-Initiative: die Prototypen eines Global TVET Data Report. Als erste umfassende globale Referenz zum Stand der Datenlage im Bereich der beruflichen Bildung zielt der Bericht darauf ab, die Evidenzbasis für die berufliche Bildung zu stärken, einen fundierten politischen Dialog zu fördern und eine intensivere internationale Zusammenarbeit bei der Kompetenzentwicklung zu unterstützen.

Nächste TGTA-Webinare

Das Webinar war das erste einer Reihe, die die inhaltlichen Schwerpunkte der Initiative „Towards a Global TVET Agenda“ beleuchtete. Weitere Episoden in Zusammenarbeit mit den TGTA-Partnern folgen zu den Themen:

  • Sozialpartnerschaft und arbeitsbasiertes Lernen mit der ILO,
  • globale Netzwerke und Wissensaustausch mit UNESCO-UNEVOC und
  • Exzellenzzentren mit der ETF.

Speakers

Speaker Iván Bornacelly

Iván Bornacelly ist Politikanalyst und Projektleiter am OECD-Zentrum für Qualifikationen, wo er sich mit beruflicher Bildung, „Skills-First“-Ansätzen, Qualifikationsanalysen und der Nutzung von Daten zur Stärkung der Bildungs- und Arbeitsmarktpolitik befasst. Im Mittelpunkt seiner Arbeit steht die Frage, wie Länder ihre Qualifikationssysteme reaktionsfähiger, inklusiver und besser auf die sich wandelnden Bedürfnisse des Arbeitsmarktes abstimmen können. Derzeit leitet er die „Global TVET Data Initiative“, die erste Initiative zur Erfassung von Daten zur beruflichen Bildung auf globaler Ebene. Bevor er zur OECD kam, arbeitete Iván bei der Interamerikanischen Entwicklungsbank und der Weltbank an Themen aus den Bereichen Bildung, Arbeitsmarkt und öffentliche Politik in Lateinamerika und Europa.

Speaker Katharina Engel

Katharina Engel koordiniert die Initiative „Towards a Global TVET Agenda“ am Bundesinstitut für Berufsbildung (BIBB). Die vom Bundesministerium für Bildung, Familie, Senioren, Frauen und Jugend (BMBFSFJ) geförderte Initiative stärkt die multilaterale Zusammenarbeit mit UNESCO-UNEVOC, der ILO, der OECD und der ETF sowie mit WorldSkills International als assoziiertem Partner. Katharina ist seit 2022 am BIBB und war von 2023 bis 2025 als Projektleiterin für das Projekt „Bridging Innovation and Learning in TVET“ (BILT) tätig, eine von UNESCO-UNEVOC geleitete Initiative, die mit Unterstützung des BIBB umgesetzt und vom BMBFSFJ finanziert wurde.

Speaker Gonzalo Graña

Gonzalo Graña ist seit über 20 Jahren bei ILO/Cinterfor tätig. Seine Arbeit konzentriert sich auf die Erforschung und Dokumentation des sozialen Dialogs im Bereich der beruflichen Bildung in Lateinamerika und der Karibik sowie auf Kapazitätsaufbau für Sozialpartner. Er verfügt zudem über Erfahrung in Fragen der Politik und der Ausbildungsprogramme für junge Menschen im Kontext der Jugendbeschäftigungspolitik, wobei sein Schwerpunkt in den letzten Jahren auf hochwertigen Lehrlingsausbildungen bzw. dualen Ausbildungsprogrammen in der Region lag. Darüber hinaus war er außerhalb der ILO im Bereich der Evaluation öffentlicher Politik in der Zentralverwaltung Uruguays sowie in der angewandten Forschung im Hochschulmanagement tätig. Er ist ausgebildeter Soziologe und Jurist.

Speaker Hélène Guiol

Hélène Guiol blickt auf 19 Jahre Erfahrung im Bereich der Bildungspolitik zurück, davon sieben Jahre im französischen Berufsbildungssystem. Ihre Tätigkeit am UNESCO-Hauptsitz begann 2013 mit der Koordinierung verschiedener Projekte zum Kapazitätsaufbau und zur Unterstützung von Reformen der Bildungs- und Ausbildungssysteme in Ländern der Regionen Subsahara-Afrika, Nordafrika, Naher Osten und Asien. Darüber hinaus koordinierte sie zwischen 2015 und 2020 auf globaler Ebene die interinstitutionelle Arbeitsgruppe für Lernen am Arbeitsplatz und Berufsberatung. Sie leitete mehrere Überprüfungen der Berufsbildungspolitik und trug während der COVID-19-Pandemie zu globalen und regionalen politischen Initiativen sowie zur Überprüfung von Systemen des lebenslangen Lernens bei. Anfang 2021 trat sie als Leiterin der Bildungsabteilung in das UNESCO-Regionalbüro für den Maghreb ein und leitet seitdem das Bildungsprogramm für Algerien, Libyen, Marokko, Mauretanien und Tunesien, einschließlich der Unterstützung lokaler Bildungs- und Ausbildungsreformen und der Betreuung von Publikationen.

Speaker Dr. Gesa Münchhausen

Dr. Gesa Münchhausen ist Expertin für berufliche Bildung am Bundesinstitut für Berufsbildung (BIBB), wo sie seit 2001 tätig ist. Sie verfügt über umfangreiche Erfahrung in den Bereichen Forschung, Entwicklung und Politikberatung auf nationaler und internationaler Ebene. Ihre Forschungsschwerpunkte umfassen internationale vergleichende Berufsbildungsforschung, die Validierung non-formalen und informellen Lernens, integrierte Berichterstattung über Weiterbildung und Kompetenzentwicklung auf dem Arbeitsmarkt. Sie ist in der internationalen Abteilung des BIBB tätig und im TGTA-Team für den Schwerpunktbereich „Global VET Data Reporting“ verantwortlich. Dr. Münchhausen hat an der Universität Bielefeld in Erziehungswissenschaften promoviert.

Jessica Rosenfeld unterstützt die Initiative „Excellence in VET“ am Bundesinstitut für Berufsbildung (BIBB), deren Schwerpunkt auf der Förderung der multilateralen Zusammenarbeit im Hinblick auf eine globale Agenda für die berufliche Bildung liegt. Sie kam im März 2022 im Rahmen des von der UNESCO-UNEVOC durchgeführten Projekts „Bridging Innovation and Learning in TVET“ (BILT) ans BIBB. Seit vier Jahren ist sie für die Konzeption und Moderation von Webinaren verantwortlich.