Nach über 15 Jahren an der Spitze des BIBB: Ein besonderer Abschied
BIBB-Präsident Friedrich Hubert Esser geht in den Ruhestand
Nach über 15 Jahren an der Spitze des Bundesinstituts für Berufsbildung wurde BIBB-Präsident Friedrich Hubert Esser am 16. Juni 2026 offiziell in den Ruhestand verabschiedet. Rund 150 geladene Gäste aus Politik, Wirtschaft, Wissenschaft, Berufsbildungspraxis und Gesellschaft kamen im BIBB zusammen, um auf sein langjähriges Wirken sowie auf gemeinsam prägende Stationen seiner Präsidentschaft zurückzublicken.
Ansprache von Bundesministerin Karin Prien
Bundesbildungsministerin Karin Prien würdigte Friedrich Hubert Esser als langjährigen Präsidenten des BIBB und als engagierte Stimme für die berufliche Bildung. In ihrer Ansprache betonte sie seine Rolle in der Weiterentwicklung des BIBB zu einem innovativen und modernen Institut, das Impulsgeber und verlässlicher Partner für Wissenschaft, Politik und Praxis ist. Dabei wurde immer wieder deutlich, welch zentrale Rolle eine starke berufliche Bildung für Fachkräftesicherung, gesellschaftliche Teilhabe und die Zukunftsfähigkeit Deutschlands spielt.
Die Bildungsministerin würdigte insbesondere Essers Einsatz für die Gleichwertigkeit beruflicher und akademischer Bildung, die Verrechtlichung des Deutschen Qualifikationsrahmens (DQR), die Weiterentwicklung des dualen Systems sowie sein Engagement für eine zukunftsfeste und resiliente Berufsbildung.
Ein Präsident tritt ab
In seiner Replik blickte Friedrich Hubert Esser auf mehr als 15 Jahre an der Spitze des BIBB zurück. Dabei verband er persönliche Worte des Dankes mit einem Blick auf zentrale Entwicklungen der beruflichen Bildung und die Rolle des Instituts als Gestalter und nicht als Verwalter in der Bildungslandschaft.
Zugleich machte er deutlich, wie sehr ihn die Zukunftsfähigkeit der beruflichen Bildung auch über seine Amtszeit hinaus bewegt. Dazu lenkte er den Blick auf eines seiner Kernthemen als BIBB-Präsident: Die Gleichwertigkeit von beruflicher und akademischer Bildung. Esser nutzte die Gelegenheit, um einmal mehr für die Verrechtlichung des DQR zu plädieren und appellierte an die Bildungsministerin, sich dieses Thema weiterhin anzunehmen, so wie es im Koalitionsvertrag beschrieben ist.
„Im Handwerk habe ich gelernt, dass berufliche Bildung mehr ist, als nur Qualifikationserwerb. Sie ist Persönlichkeitsbildung, sie stiftet Identität, sie eröffnet Aufstieg und sie verbindet Tradition mit Veränderung.“
Prof. Dr. Friedrich Hubert Esser
BIBB-Tagung zur Verabschiedung von Präsident Esser
Zuvor machte im ersten Teil der Verabschiedungsveranstaltung Prof. Dr. Klaus Zierer von der Universität Augsburg, in einem bemerkenswerten Vortrag auf einen drohenden „Bildungsnotstand als Standortrisiko“ in Deutschland aufmerksam. Prof Zierer war einer Einladung von Präsident Esser gefolgt, der noch einmal auf die nachlassenden Ausbildungsvoraussetzungen von Schulabgängern aufmerksam machen wollte, die in den nächsten Jahren voraussichtlich zunehmen werden. Daran schloss sich ein lebhafter Austausch zwischen BIBB-Präsident Esser, Bundesbildungsministerin Prien und Prof. Zierer an, wobei die Auswirkungen auf Wirtschaft und Gesellschaft sowie mögliche Lösungsansätze im Mittelpunkt standen.
Dank und Ausblick
Die Veranstaltung bot nicht nur Gelegenheit zur offiziellen Würdigung, sondern auch zu persönlichen Begegnungen und Gesprächen. Viele Wegbegleiterinnen und Wegbegleiter nutzten den Rahmen, um Friedrich Hubert Esser für seine Arbeit, seine Haltung und sein langjähriges Engagement zu danken.
Mit seiner Verabschiedung endet eine prägende Amtszeit an der Spitze des BIBB. Zugleich wurde deutlich: Die Themen, für die er sich mit großer Überzeugung eingesetzt hat, werden die Arbeit des Instituts auch in Zukunft begleiten.
Esser scheidet nach mehr als 15 Jahren als BIBB-Präsident am 30. Juni 2026 aus seinem Amt aus.