Technik-Campus Neuwied zeigt digitale Zukunft

Die IHK-Akademie Koblenz hat die technische Aus- und Weiterbildung weiterentwickelt: Mit der Förderung des Bundesbildungsministeriums in Höhe von rund 2,26 Mio. Euro und der fachlichen Begleitung durch das BIBB konnte der Technik-Campus Neuwied Ausstattung und Lehrangebot der überbetrieblichen Ausbildung (ÜBA) moderner und digitaler gestalten.

Von Caroline Paskamp

Ausbildungsinhalte auf sehr hohem Niveau

Miteinander vernetzte Dreh- und Fräsmaschinen, digitale Schweißgeräte sowie eine digitale Ausstattung in Lehr- und Lernräumen – mit der Ausstattungsförderung konnte der Technik-Campus Neuwied eine ideale Lernumgebung für die ÜBA in metall-, elektro-, mechatronik- und umwelttechnischen Berufen umsetzen. 

Mit der Entwicklung der „Lehrwerkstatt“ zum „technischen Campus Neuwied“ hat sich die überbetriebliche Berufsbildungsstätte zu einem Lernort aufgestellt, welcher Ausbildungsinhalte gewerblich-technischer Berufe auf einem sehr hohen Niveau anbietet.

    • „Wie wir heute ausbilden ist ein entscheidender Faktor für die Beschäftigungsfähigkeit der Auszubildenden, aber auch für unsere Wirtschaft. Hier werden die Fachkräfte für die Zukunft ausgebildet.“

    Industrie 4.0: Digitale Ausstattung und Vernetzung

    Neu angeschafft wurden u. a. miteinander vernetzte Dreh- und Fräsmaschinen sowie Tablets. Bislang konnten die Auszubildenden Einstellungen an den Maschinen vornehmen, um Dreh- und Frästeile herzustellen. Dies lernen die Azubis immer noch, um ein Gefühl dafür zu bekommen.

    Mit der digitalen Neuausstattung laufen heute jedoch zusätzlich kleine Programme über die Maschinen, die die Ausführung bewerten. Da alle Dreh- und Fräsmaschinen miteinander vernetzt und mit einer neu angeschafften Lernplattform verbunden sind, können die Auszubildenden nun vor der Teileproduktion via Tablet Simulationen starten, um ihre Arbeit zu überprüfen und bei Bedarf zu korrigieren.

    Die Produktion an den Maschinen geschieht somit erst, sobald die Vorarbeiten eindeutig abgeschlossen sind und die zu produzierenden Teile keiner weiteren Korrektur bedürfen. Dadurch wird weniger Ausschuss produziert und ein besserer Lerneffekt für die Auszubildenden generiert.

    Digitales Schweißen

    Virtuell Schweißen lernen

    Auch die vorhandenen Schweißgeräte in der Schweißwerkstatt wurden miteinander vernetzt. Zudem wurden acht digitale Schweißgeräte angeschafft, die ebenfalls miteinander verbunden sind und auch Laien die Möglichkeit zum Schweißen bieten.

    Dies funktioniert mit einem Virtual Reality (VR)-Helm und einer Schweißpistole. Die oder der Auszubildende erhält beim Schweißen direkt Informationen per technischer Rückmeldung, ob sie bzw. er die Hand richtig hält und der Abstand korrekt ist. Nach der Übung kann die Schweißnaht noch einmal analysiert und mögliche Fehler können gesichtet werden, um Fortschritte und Potenziale zu erkennen. Anhand acht verschiedener Niveaus und diverser Verfahren können sich die Auszubildenden durcharbeiten.

    Ein toller Fortschritt insgesamt: Das digitale Üben bietet absolute Sicherheit beim Schweißen und Schäden an den Maschinen, Materialverlust sowie Emissionen lassen sich nachhaltig reduzieren.

      • „Das Thema Digitalisierung führt zu einer viel höheren Chance der Individualisierung.“

      Mehrwert für die überbetriebliche Ausbildung

      Ein übergeordnetes Ziel für den Technik-Campus Neuwied ist es, die Auszubildenden fit zu machen, damit sie in der immer stärker digitalisierten und vernetzen Industrie 4.0 ihren Platz finden können. Dazu wurden die ausbildenden Kräfte von Beginn an in die Planungen zur Beantragung der Förderung eingebunden, um relevante Bedarfe frühzeitig festzustellen.

      Die Veränderungen im Zuge der neuen Ausstattung stießen bei den Ausbildenden auf Begeisterung und natürlich auch auf Schulungsbedarf, der durch begleitende Schulungen gedeckt wurde.

      Die Ausbildenden am Technik-Campus Neuwied berichten, dass auch die Auszubildenden ein erhöhtes Interesse für die digitale Technik zeigen. Das Lernen kommt der Wirklichkeit der Auszubildenden viel näher, die durch die digitale Technik und ihre Vernetzung einen schnellen Zugang zu den Lerninhalten gewinnen.