Forschungsprojekt: „Qualitätsmodell überbetrieblicher Ausbildung“

Was macht gute überbetriebliche Ausbildung (ÜBA) aus? Überbetriebliche Bildungsstätten leisten einen wichtigen Beitrag zur Qualität der dualen Ausbildung. Doch welche Faktoren bestimmen die Qualität der ÜBA? Das Forschungsprojekt entwickelt hierzu ein theoretisch fundiertes und empirisch gestütztes Qualitätsmodell.

Ein Schlüsselprojekt: „Qualitätsmodell überbetrieblicher Ausbildung“

Die ÜBS gilt mit der überbetrieblichen Ausbildung als dritter Lernort im dualen System und übernimmt eine zentrale Rolle in der Sicherung der Ausbildungsqualität. Trotz ihrer bildungspolitischen und praktischen Relevanz existieren bislang kaum systematische Untersuchungen zur Qualität überbetrieblicher Ausbildung. Das Forschungsprojekt „Qualitätsmodell überbetriebliche Ausbildung“ bietet einen ersten Zugang für die Evidenzbasierung der Förderung, im Sinne der Sammlung, Analyse und Bewertung von Daten.

Mit dem gestaltungsorientierten Ansatz des Forschungsprojekts werden die qualitätsbestimmenden Rahmenbedingungen überbetrieblicher Ausbildung aus der ÜBS-Praxis heraus in den Blick genommen. Die zentralen Forschungsfragen lauten:

  • Was heißt Qualität in der ÜBA?
  • Welche qualitätsbestimmenden Merkmale lassen sich identifizieren und welche Kriterien haben Einfluss auf die Qualität der ÜBA?

Ausgangspunkt ist die Perspektive der Auszubildenden, denn sie sind die Zielgruppe der ÜBA und ihre berufliche Handlungsfähigkeit steht im Mittelpunkt der dualen Ausbildung. Im Laufe des Forschungsprojekts kommen weitere Blickwinkel aus der ÜBS-Praxis hinzu.

Forschungsprojekt (Mixed-Methods-Design) – Ablauf in zwei Phasen

  • Explorative Phase (2025-2026)

    In der ersten explorativen Phase wurden Workshops mit Auszubildenden auf Grundlage von Design-Thinking-Methoden durchgeführt. Der Leitgedanke: „Eine optimale überbetriebliche Ausbildung? Wir sind auf der Suche nach Ihren Erfahrungen und Ideen!“.

    Die Ergebnisse daraus werden im weiteren Verlauf mit ÜBA-Expertinnen und -Experten aus ÜBS diskutiert. Die Erkenntnisse dieses qualitativen Vorgehens werden in einem Modell verdichtet, wodurch die Einflussfaktoren auf die Qualität überbetrieblicher Ausbildung vereinfacht, aber dennoch fundiert beschrieben und strukturiert werden.

    Weitere Informationen zu den Workshops:
    weiterlesen auf hbz-bildung.de
    weiterlesen auf bzb.de

  • Quantitative Fragebogenstudie (ab 2027)

    Ab 2027 soll in der zweiten Phase diese erste Version des Qualitätsmodells der ÜBA durch eine breit angelegte quantitative Fragebogenstudie in verschiedenen Berufsbereichen und Regionen überprüft und weiterentwickelt werden.

Erwartete Ergebnisse

  • Qualitätsmodell der ÜBA
    Es wird erstmalig ein „Qualitätsmodell der ÜBA“ entstehen. Voraussichtlich wird dieses Modell die Qualitätskriterien aus bekannten Modellen betrieblicher Ausbildungsqualität aufgreifen. Nach Ebbinghaus (2016) sind dies „Organisation und Lenkung“, „Feedback“, „Konzeption“, „Methoden“ sowie „personelle und materielle Ressourcen in der Ausbildung“. Das „Qualitätsmodell der ÜBA“ spezifiziert und ergänzt diese jedoch in Bezug auf die ÜBA.
  • Für die Weiterentwicklung der überbetrieblichen Berufsbildungsstätten
    Da das Qualitätsmodell aus den Lernerfahrungen der Auszubildenden und den Erfahrungen der an der Gestaltung der ÜBA beteiligten Akteure entsteht, können die Erkenntnisse nicht nur im Kontext der Wissenschaft genutzt werden, sondern sollen in erster Linie den Bildungsstätten zur Weiterentwicklung ihrer Angebote der ÜBA dienen.
  • Förderung auf Grundlage wissenschaftlicher Erkenntnisse
    Außerdem sollen die Ergebnisse aus der Perspektive der Fördergeber eine „Förderung auf Grundlage wissenschaftlicher Erkenntnisse“ ermöglichen, die gezielt an praxisrelevanten Kriterien zur Sicherung und Weiterentwicklung der Qualität überbetrieblicher Ausbildung ansetzt. Im Mittelpunkt steht dabei die überbetriebliche Ausbildung als Ganzes, nicht die Bewertung einzelner Kurse oder ÜBS.

Informationen zu den Workshops

Publikationen Forschungsprojekt

  • Poster: Neue Wege zu jungen Perspektiven: Design-Thinking-Workshops als Erhebungsinstrument

    Wagner, M., Schneider, B., Köhlmann-Eckel, C. | Jahrestagung 2026 der DGfE-Sektion Berufs- und Wirtschaftspädagogik | Rostock, 17.09.2026
    zum Poster
    Link zur Jahrestagung 

     

  • Qualität überbetrieblicher Berufsbildungsstätten : wie Praxis und Wissenschaft voneinander profitieren können

    Wagner, Marie; Köhlmann-Eckel, Christiane; Schneider, Birgit | 2025
    Berufsbildung : Zeitschrift für Theorie-Praxis-Dialog; 79 (2025), H. 207; Seite 34-37

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