© BIBB/ Fotograf: Mathias Nowotny
Kompetenzzentrumsprojekt macht praxisnahe überbetriebliche Ausbildung auf höchstem Niveau erlebbar
Auf der Abschlussveranstaltung seines Kompetenzzentrumsprojekts präsentierte das Berufsbildungs- und TechnologieZentrum (BTZ) Osnabrück neue Schulungsmodelle und digitale Anwendungen für die überbetriebliche Ausbildung in der Land- und Baumaschinenmechatronik.
Neue Technologien für die überbetriebliche Ausbildung
Das Berufsbildungs- und TechnologieZentrum (BTZ) Osnabrück hat im Rahmen seiner Weiterentwicklung zum Kompetenzzentrum neue Ausbildungskonzepte für die Land- und Baumaschinenmechatronik erprobt. Dazu gehören praxisnahe Schulungsmodelle für Elektronik und Hydraulik sowie die vollständige Digitalisierung der überbetrieblichen Ausbildung (ÜBA).
Bei der Abschlussveranstaltung am 1. und 2. Oktober 2024 erhielten rund 60 Gäste Einblicke in die Projektergebnisse. Dabei interessierten sich die anwesenden Ausbilderinnen und Ausbilder insbesondere für die Präsentation der Projektmitarbeiter Heiner Herbring und Ingo Suhrkamp, die die Schulungsmodelle und den Einsatz von Augmented Reality vorstellten.
Insgesamt wurden sechs funktionsfähige Schulungsmodelle entwickelt oder weiterentwickelt – vom Gabelstapler über den Bagger bis zum Güllefass. Sie machen komplexe elektronische und hydraulische Systeme verständlich und ermöglichen es Auszubildenden, deren Verkabelung, Verschlauchung, Bedienung und Wartung praxisnah zu erlernen.
Digitale Werkstattsoftware für praxisnahe Ausbildung
Wie sich Elektromobilität in Land- und Baumaschinen praxisnah vermitteln lässt, zeigte Fabio Ahring, Ausbilder im BTZ Osnabrück, anhand der neuen Werkstattsoftware. Am Beispiel der Freischaltung eines Hochvolt-Systems erläuterte er, wie Auszubildende kundennahe Arbeitsaufträge bearbeiten, Materialien auswählen und Kosten für Komponenten und Arbeitszeit nachvollziehen.
Die vom Projektteam entwickelte Online-Software verbindet Lehrmaterialien, Arbeitsaufträge und ein virtuelles Materiallager. Selbststudiumsangebote und Online-Tests ergänzen das Angebot und unterstützen den Transfer in die betriebliche Praxis.
Impulse für die überbetriebliche Ausbildung
Am zweiten Veranstaltungstag würdigten Vertreterinnen und Vertreter aus Handwerk, Politik und Bildung die Projektergebnisse und das Engagement der Beteiligten. Andreas Nünemann, Präsident der Handwerkskammer Osnabrück-Emsland-Grafschaft Bentheim sowie Marco Hartrich, Staatssekretär im niedersächsischen Kultusministerium, begrüßten die Gäste in der Aula der HWK. Andreas Nünemann hob in seiner Begrüßungsrede die Relevanz der Werkstattsoftware hervor: Durch die Digitalisierung von Arbeitsaufträgen könne die überbetriebliche Ausbildung modernisiert und zum Standard für einen Großteil der ÜBS in Deutschland werden. Marco Hartrich ergänzte lobend: „Es ist immer wieder erfreulich zu sehen, was die Bildungszentren für die Gewinnung und Qualifizierung von jungen Fachkräften leisten.“ Stephanie Brauser-Jung, die sich als Referentin für Innovationen in der beruflichen Bildung des BMBF ein Bild über die neuen Konzepte des BTZ Osnabrück machte, dankte allen Beteiligten für das große Engagement der letzten vier Jahre und stellte fest: „Unsere Kompetenzzentren verdeutlichen den Stellenwert der dualen Ausbildung“.
Projektleiter Markus Kybart und Prof. Harald Strating von der Hochschule Osnabrück präsentierten die Ergebnisse des Projekts und seiner wissenschaftlichen Begleitung. Workshops zu Personalqualifizierung, Projektentwicklung und Softwarelösungen rundeten die Veranstaltung ab.