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Das BIBB auf der WorldSkills 2026

Gemeinsames Engagement für eine globale Berufsbildungsagenda und multilaterale Zusammenarbeit

Wie kann berufliche Bildung weltweit zukunftsfähig werden? Auf der WorldSkills Conference 2026 in Shanghai trieb das BIBB gemeinsam mit dem BMBFSFJ und internationalen Partnern die Zusammenarbeit an einer globalen Agenda für die Berufsbildung voran. Eine neue Vereinbarung mit einer UN-Organisation setzt dabei ein konkretes Zeichen.

Die Worldskills 2026 im National Exhibition and Convention Center (NECC) in Shanghai. Unten im Bild stehen Personen mit den Flaggen der teilnehmenden Länder.

Wie können Berufsbildungssysteme auf Veränderungen durch voranschreitende Digitalisierung, Künstliche Intelligenz, demografischen Wandel und die Anforderungen nachhaltiger Entwicklung reagieren? Über diese Zukunftsfragen diskutierten Delegationen aus mehr als 70 Ländern auf der WorldSkills Conference in Shanghai. Die Konferenz bot die Gelegenheit, gemeinsame Ansätze zu beraten und internationale Partnerschaften auszubauen.

Das Bundesinstitut für Berufsbildung (BIBB) beteiligte sich daran in mehreren Funktionen: als Koordinator der TGTA-Initiative, als Zentrum im UNEVOC-Netzwerk und als Partner in der internationalen Berufsbildungszusammenarbeit.

Gemeinsam für eine globale Berufsbildungsagenda

Die TGTA-Partner v.l.n.r.: Katharina Engel, BIBB; El Iza Mohamedou, OECD; Ashwani Aggarwal, ILO; Pilvi Torsti, ETF; Friedrich Huebler, UNESCO-UNEVOC; Birgit Thomann, BIBB.

Mit der Initiative „Towards a Global TVET Agenda“ wollen die beteiligten Organisationen die internationale Zusammenarbeit in der beruflichen Bildung stärken und eine gemeinsame Perspektive für ihre Weiterentwicklung schaffen. Das Bundesministerium für Bildung, Familie, Senioren, Frauen und Jugend (BMBFSFJ) hat die Initiative angestoßen und fördert sie; das BIBB koordiniert sie. Bei einer gemeinsamen Konferenzsession stellten das BIBB, das Internationale Zentrum der UNESCO für Berufsbildung (UNESCO-UNEVOC), die Internationale Arbeitsorganisation (ILO), die Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD), die Europäische Stiftung für Berufsbildung (ETF) und WorldSkills International zentrale Handlungsfelder vor:

  • Bessere Verfügbarkeit und Vergleichbarkeit von Berufsbildungsdaten, um evidenzbasierte politische Entscheidungen unterstützen.
  • Internationaler Austausch zu Exzellenzzentren und Innovation in der beruflichen Bildung, um auf Politik- und Praxisebene – und auch über Skills-Wettbewerbe – Entwicklung voranzutreiben.
  • Wissensaustausch und Kapazitätsaufbau für stärkere Sozialpartnerschaft, arbeitsbasierte Ansätze und lebenslanges Lernen, um Reformen zu unterstützen.
  • Politikdialog zu Berufsbildungsreformen in verschiedensten Länder- und Regionalkontexten, um gegenseitiges Lernen zu ermöglichen.

Auch die Perspektive junger Fachkräfte kam zur Sprache: Narmeen Almarzooqi, ehemalige WorldSkills-Siegerin, und David Hoey, Geschäftsführer von WorldSkills International, machten deutlich, warum internationale Zusammenarbeit für berufliche Entwicklungsmöglichkeiten junger Menschen wichtig ist.

Die TGTA-Initiative soll zudem dazu beitragen, die berufliche Bildung in der UN-Bildungsagenda nach 2030 stärker zu positionieren. Dafür wollen die Partner die Zusammenarbeit über den bisherigen Kreis internationaler Organisationen hinaus auf weitere Länder ausweiten.

Politischer Impuls von Dr. Catrin Hannken, BMBFSFJ

Dr. Catrin Hannken, Leiterin der Abteilung „Berufliche Bildung und lebenslanges Lernen“ im BMBFSFJ, kündigte an, zusätzliche Partnerländer für die Initiative gewinnen zu wollen. Nur gemeinsam mit Ländern, die Reformdruck und Innovationsbereitschaft teilen, kann eine globale Agenda-Bewegung vorangetrieben werden.

Vortrag von Birgit Thomann

Birgit Thomann, Leiterin der Abteilung „Berufsbildung International“ im BIBB, brachte die Perspektive des Bundesinstituts zu internationaler Kooperation, gegenseitigem Lernen und Berufsbildungsforschung ein und unterstrich die Bedeutung der TGTA als Plattform für langfristige Partnerschaften und den Austausch zwischen unterschiedlichen Berufsbildungssystemen.

Auch über die TGTA-Session hinaus war die Initiative präsent: Während der drei Konferenztage konnten die Teilnehmenden über ein Matchmaking-Format – das „Skills CoLab“ – in direkten Austausch mit dem TGTA-Team treten und sich an einem eigenen Stand über die Initiative informieren.

UNIDO: Zusammenarbeit im Rahmen der TGTA vereinbart

Ein konkretes Ergebnis aus Shanghai ist die gemeinsame Absichtserklärung zwischen dem BMBFSFJ und der Organisation der Vereinten Nationen für industrielle Entwicklung (UNIDO). Sie schafft eine Grundlage für die Zusammenarbeit im Rahmen der TGTA-Initiative und erweitert deren internationale Anknüpfungspunkte.

Das BIBB arbeitet aktuell bereits eng mit UNIDO an ihrem Beitrag zum Thema „Jugendbeteiligung und Wirtschaftsperspektiven auf berufliche Ausbildung“ zusammen. Damit wird die TGTA-Initiative um einen weiteren internationalen Akteur ergänzt, der die Verbindung zwischen Qualifizierung, Beschäftigung und nachhaltiger wirtschaftlicher Entwicklung in den Blick nimmt. Die Presseerklärung hierzu finden Sie unter dem Link im Bereich „Weitere Informationen“.

BIBB-Expertise zu Digitalisierung, Nachhaltigkeit und dualer Berufsbildung

Michael Schwarz (BIBB) präsentiert zu Digitalisierung & Nachhaltigkeit

Welche Kompetenzen werden für die digitale und nachhaltige Transformation gebraucht, und wie können Berufsbildungssysteme darauf reagieren? Diese Fragen standen im Mittelpunkt einer von UNESCO-UNEVOC geleiteten Konferenzsession. Als deutsches UNEVOC-Zentrum stellte das BIBB seine Arbeiten zu Digitalisierung, Künstlicher Intelligenz und Nachhaltigkeit vor – von Forschung und Berufsbildungsdaten über Modellprojekte bis zur Modernisierung von Ausbildungsberufen und der Ermittlung neuer Kompetenzbedarfe.

Birgit Thomann erläuterte, welche Stärken des deutschen dualen Systems für den internationalen Austausch zu Digitalisierung und Nachhaltigkeit relevant sind: die gemeinsame Verantwortung von Staat, Wirtschaft und Sozialpartnern, das Lernen im Arbeitsprozess, anerkannte Standards, qualifiziertes Berufsbildungspersonal und eine institutionalisierte Berufsbildungsforschung. Diese Strukturen können helfen, berufliche Bildung an Anforderungen des digitalen und nachhaltigen Wandels anzupassen.

Deutsches Team bei den Berufewettbewerben erfolgreich

Team Germany in Shanghai

Auch die deutsche Nationalmannschaft war erfolgreich bei den WorldSkills: 36 junge Fachkräfte traten in 31 Disziplinen an und erreichten insgesamt 22 Auszeichnungen, darunter zwei Gold-, eine Silber- und drei Bronzemedaillen sowie 15 Exzellenzmedaillen. Hinzu kam Silber im Sonderwettbewerb „Speed Programming“. Das BMBFSFJ fördert die nationalen Auswahlprozesse, das Training und die Teilnahme des deutschen Teams; das BIBB setzt diese Förderaktivitäten um. Weitere Ergebnisse und Einblicke bietet WorldSkills Germany unter „Weitere Informationen“.