WBT - Web Based Training

Wie gelingt es, mehr Menschen für eine Ausbildung in der Pflege zu gewinnen? Das Forschungsprojekt Web-Based Training (WBT) Pflege-Recruiting zeigt, wie Personalverantwortliche mit digitalen Strategien und authentischer Online-Kommunikation gezielt Nachwuchs ansprechen können.

Kurzbeschreibung

Im Rahmen eines Forschungsprojekts wurde ein Konzept für ein wissenschaftsbasiertes Web-Based Training (WBT) mit Trainerinnen und Trainern entwickelt. Das WBT dient Personalverantwortlichen zur Gewinnung von Auszubildenden in den Pflegeberufen und beinhaltet u. a. eine Multiplikatorenschulung zum nachhaltigen Ergebnistransfer der Arbeiten in die Praxis.

  • 02/2021 - 01/2023

Factsheet

gestaltungsmoeglichkeiten
Hintergrund

Das Statistische Bundesamt geht aktuell davon aus, dass ca. vier Millionen Menschen im Sinne des Pflegeversicherungsgesetzes (SGB XI) pflegebedürftig sind. Die Anzahl der zur Verfügung stehenden Pflegefachpersonen reicht hingegen bereits heute nicht mehr aus (Ergebnis der Fachkräfteengpassanalyse der Bundesagentur für Arbeit). Zudem kann dem Ländermonitor „Berufliche Bildung“ entnommen werden, dass sich der Fachkräftemangel in Zukunft noch verschärfen wird.

Neben den bundesweit angelegten Kampagnen zur Gewinnung von Auszubildenden für den Pflegeberuf sollten auch personalverantwortliche Personen im Kontext des Pflegeberufs dahingehend befähigt werden, zielgruppenspezifische Rekrutierungsstrategien unter Berücksichtigung digitaler Medien (insb. Homepages) zu entwickeln. Dabei sollte nicht nur die eigene Arbeitgeberattraktivität in den Vordergrund gerückt, sondern vor allem in die Darstellung der Berufsattraktivität investiert werden. Die authentische Darstellung der Vielfalt des Pflegeberufs könnte sich gerade vor dem Hintergrund der Generalistik positiv auf die Rekrutierung auswirken.

Ziele im Überblick

  • Digitale Ansprache für die Pflegeausbildung stärken

Das Forschungsprojekt entwickelte ein wissenschaftsbasiertes Konzept für ein Web-Based-Training (WBT), das Personalverantwortliche in Pflegeeinrichtungen und -schulen bei der zielgruppengerechten Ansprache von Auszubildenden unterstützt.

Ziel ist es, Verantwortliche in der Pflegeausbildung zu befähigen,

  • potenzielle Bewerberinnen und Bewerber aller Geschlechter (m/w/d) gezielt anzusprechen,
  • digitale Medien – insbesondere Homepages und soziale Netzwerke – effektiv einzusetzen
  • und dadurch die Rekrutierung von Pflegeauszubildenden nachhaltig zu verbessern.

Schulung

forschung
Forschung & Vorgehen

Die Inhalte des WBTs beziehen sich auf die Charakterisierung der Pflegesettings, auf ausgewählte Themenfelder der Berufsorientierung und auf kommunikationswissenschaftliche Erkenntnisse zur Planung und Durchführung digital gestützter Rekrutierungsstrategien. Die Fokussierung der Pflegesettings ist für die authentische Darstellung des Pflegeberufs und die Förderung der Berufsattraktivität hilfreich.

Die authentische und realistische Darstellung des Berufs kann dazu beitragen, dass die Erwartungen und die späteren Erfahrungen während der Ausbildung nicht zu stark divergieren. Der Rekurs auf die Berufsorientierung ist obligatorisch, da Kenntnisse der personalverantwortlichen Personen über die Berufswahlkompetenz ihrer Zielgruppe entscheidend für die Ansprache der Ausbildungsinteressierten sein können. Des Weiteren ist für die Gestaltung von Homepages nicht nur die Platzierung der Berufs- und Bewerbungsinformationen auf der Homepage wichtig, sondern auch die Darstellungsform der aufgefundenen Inhalte. Die Forschungsbefunde hierzu werden ebenfalls in das WBT eingebunden.

Zu Projektbeginn wurde zunächst ein systematisches Literaturreview auf diesen drei Feldern entlang der PRISMA Kriterien durchgeführt. Dabei wurde deutlich, dass insbesondere für die Charakterisierung der unterschiedlichen Pflegesettings kaum empirische Befunde vorliegen. Vor diesem Hintergrund wurde ein flankierender Forschungsansatz entwickelt. In einer bundesweit angelegten Befragung werden mehrere Tausend Pflegefachpersonen mit Blick auf ihr pflegerisches Entscheiden und Handeln befragt.

Das webbasierte Training für die personalverantwortlichen Personen besteht aus fünf Webinaren (jeweils 90 Min.) und weiteren digitalen Tools für die Distanzphasen. Zudem wird zusätzliches Material für die eigenständige Vertiefung der Inhalte entwickelt und über ein Lernmanagementsystem angeboten. Im ersten Webinar erhalten die Teilnehmenden die Möglichkeit, das eigene berufliche Setting vor dem Hintergrund der empirischen Forschungsergebnisse zu spezifizieren. In den Webinaren zwei und drei stehen die Themen der beruflichen Entwicklung und der Berufswahl unter Berücksichtigung bedeutsamer Einflussgrößen wie Bildungsaspirationen, sozialer Herkunft und Geschlecht im Vordergrund. Die Webinare vier und fünf richten sich auf die Gestaltung digitaler Rekrutierungsansätze vor dem Hintergrund kommunikationswissenschaftlicher Erkenntnisse.

Forschungsergebnisse im Überblick

  • Es wurde ein modulares Blended-Learning Schulungsangebot für personalverantwortliche Personen aus dem Pflegebereich in Form von fünf Webinaren (je 90 Minuten) entwickelt zu den Themen: 
    • Identifizierung und Charakterisierung der pflegeberuflichen Settings, 
    • berufliche Entwicklung und Übergänge aus berufswahltheoretischer Sicht, 
    • berufswahlbezogene Entscheidungen unter Einfluss von Geschlecht und Prestige, 
    • Auffindbarkeit von Informationen über Ausbildungsinstitutionen im Internet und 
    • Optimierung von Homepages von Ausbildungsinstitutionen und Online-Bewerbungen. 
  • Die Inhalte des WBT befähigen Personalverantwortliche, ihre Rekrutierungsstrategie zur Gewinnung von Pflegeauszubildenden anzupassen. Dies betrifft in erster Linie die Anpassung der eigenen Institutshomepage und die punktuelle Einbindung sozialer Medien. 
  • Für die Schulung der Personalverantwortlichen wurden didaktische Strukturelemente entwickelt, dazu gehören drei zentrale Lehrbausteine, Lehrmethoden (Blended-Learning) sowie verschiedene Lehr-Lern-Sozialformen. 
  • Das Ergebnis stellt Tätigkeits- und Aufgabenprofile in den Pflegesettings Krankenhausstation, Intensivstation, Pflegeheim, Psychiatrie, Rehaklinik, ambulante Pflege und Tagespflege dar.

Was ist das knowledge dock?

Das knowledge dock ist ein Beratungsangebot für Personalverantwortliche aus den unterschiedlichen pflegeberuflichen Tätigkeitsfeldern.

Zum knowledge dock

Projektbeteiligte

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Veröffentlichungen

KOSCHEL, Wilhelm; WEYLAND, Ulrike; NIENKÖTTER, Meike: Eine empirische Studie zur Differenzierung von Pflegesettings im Kontext eines digital gestützten Schulungsangebots zur OnlineRekrutierung von Auszubilden. In: Weyland, Ulrike; Koschel, Wilhelm (Hrsg.): Aktuelle Ansätze und Forschungsbefunde zur beruflichen Bildung im Gesundheits- und Pflegebereich. Bielefeld 2024, S. 39-59

WEYLAND, Ulrike; KOSCHEL, Wilhelm; NIENKÖTTER, Meike: Auszubildende digital erreichen. In: Altenpflege 49 (2024) 6, S. 46-48

WEYLAND, U., NIENKÖTTER, M., KOSCHEL, W. (2022). Entwicklung eines wissenschaftsbasierten Web-Based-Trainings für Personalverantwortliche zur Online-Rekrutierung von Auszubildenden in der Pflege. Bildung und Beruf, 5(4), S. 254–258.

WEYLAND, Ulrike; NIENKÖTTER, Meike; KOSCHEL, Wilhelm: Konzept eines wissenschaftsbasierten WebBased-Trainings für Personalverantwortliche in der Pflege zur Online-Rekrutierung von Auszubildenden für den Pflegeberuf. In: Hiestand, Stefanie (Hrsg.): Beruflichkeit – Interaktionsarbeit – Kompetenz. Bielefeld 2023, S. 239-256

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