Pflege im gesellschaftlichen Wandel
Pflegebildung reagiert auf soziale, digitale und ökologische Veränderungen und gestaltet Lernprozesse zukunftsfähig. Das Themenfeld bündelt Projekte zu Diversität, Digitalisierung und Krisenbewältigung und zeigt, wie Ausbildung und Beruf vor dem Hintergrund gesellschaftlicher Wandlungsprozesse weiterentwickelt werden.
Pflegebildung steht in Wechselwirkung mit gesellschaftlichen Großentwicklungen und daraus entstehenden Herausforderungen, die Veränderungsprozesse anstoßen. Dieses Themenfeld vereint Projekte, die sich mit zentralen Kontextveränderungen befassen, auf die in der Pflegebildung und im Pflegeberuf reagiert wird – inhaltlich, didaktisch und organisatorisch. Es gliedert sich in drei Subthemenfelder:
Teilhabe und Diversität
Pflegebildung steht vor der Aufgabe, Zugänge für eine heterogene Gruppe von Lernenden sicherzustellen – unabhängig von Herkunft, Sprache oder Bildungsbiografie. Projekte in diesem Themenfeld befassen sich u.a. mit sprach- und kultursensibler Didaktik, inklusiven Lernformen und sozialer Chancengerechtigkeit.
Das Forschungsprojekt untersucht, wie Umschulende Personen in der generalistischen Pflegeausbildung besser begleitet und ihre bereits erworbenen Kompetenzen wertgeschätzt werden können. Ziel ist es, durch ein partizipatives Ausbildungskonzept Stigmatisierung abzubauen und die Potenziale einer vielfältigen Lerngemeinschaft zu stärken und optimal zu nutzen.
Das Forschungsprojekt untersucht, welche sprachlichen Kompetenzen Pflegeauszubildende auf unterschiedlichen Qualifikationsniveaus benötigen. Ziel ist es, Assessments und Lehrmaterialien zu entwickeln, die sprachliche Bildung systematisch in die Pflegeausbildung integrieren.
Das Pflegeberufegesetz eröffnet die Möglichkeit, die Ausbildung zur Pflegefachfrau/zum Pflegefachmann/zur Pflegefachperson in Teilzeit zu absolvieren (vgl. PflBG § 6). Teilzeit-Ausbildungsmodelle sind u. a. für Personen relevant, die im familiären Umfeld Erziehungs- und Pflegeverpflichtungen wahrnehmen, sich im (politischen) Ehrenamt engagieren, begleitend zur Ausbildung erwerbstätig sind oder eine Position im Spitzensport bekleiden.
Das Forschungsprojekt untersucht, warum Männer mit einer Ausbildung in der Pflege den Beruf wechseln – und welche Strukturen sie halten könnten. Ziel ist es, mit den Ergebnissen einen Beitrag zu einer geschlechtergerechteren und attraktiveren Pflegearbeit zu leisten.
Immer mehr internationale Pflegefachpersonen absolvieren eine Kenntnisprüfung zur beruflichen Anerkennung. VKP-Pflege entwickelt für Vorbereitungskurse ein bundesweites Konzept mit Curriculum, Methodenkoffer und Prüfungsaufgaben – für eine praxisnahe und einheitliche Prüfungsvorbereitung.
Digitale Transformationen
Digitalisierung verändert Inhalte, Methoden und Organisation der Pflegebildung und des Pflegeberufs grundlegend. Die hier verorteten Projekte untersuchen unter anderem E-Learning, digitale Prüfungen, die digitale Ausstattung von Lernorten sowie den Kompetenzaufbau im Umgang mit digitalen Technologien.
Das Forschungsprojekt untersuchte den Digitalisierungstand und den Entwicklungsprozess an Pflegeschulen im Kontext des DigitalPakts Schule. Die Ergebnisse zeigen, dass der DigitalPakt Schule entscheidend zur Verbesserung der digitalen Infrastruktur und der schulischen Entwicklungsprozesse beigetragen hat. Zusätzlich wurde ein Governance-Modell für die digitale Schulentwicklung verfasst.
Mit der Entwicklung eines E-Learning-Tools mit integriertem elektronischen Ausbildungsnachweis kommt das Projekt FEL den aktuellen Digitalisierungsanforderungen in der Pflege, insbesondere in Bezug auf die Dokumentation der Ausbildung und die Förderung individueller Lernprozesse, nach.
Das Projekt KoprA entwickelt ein Konzept für kompetenzorientierte praktische Prüfungen in der Pflegeausbildung. Ziel ist es, digitale Tools gezielt einzusetzen, um Handlungskompetenzen realitätsnah, rechtssicher und transparent zu prüfen.
Wie gelingt es, mehr Menschen für eine Ausbildung in der Pflege zu gewinnen? Das Forschungsprojekt Web-Based Training (WBT) Pflege-Recruiting zeigt, wie Personalverantwortliche mit digitalen Strategien und authentischer Online-Kommunikation gezielt Nachwuchs ansprechen können.
Krisen, Katastrophen und Klimawandel
Pflegebildung und Pflegeberuf müssen auf die zunehmenden externen Belastungen reagieren – seien es klimabedingte Gesundheitsrisiken, Pandemien oder gesellschaftliche Krisenlagen. Die Projekte dieses Themenbereichs thematisieren z.B. die curriculare Integration von Hitzeschutz, Katastrophenvorbereitung und krisenbezogener Handlungskompetenz.
Entwicklung eines Moduls „Hitzeschutz“ nach den Empfehlungen der Rahmenpläne der Fachkommission nach dem PflBG.
Das Modul „Disaster Nursing“ vermittelt angehenden Pflegefachpersonen zentrale Krisenkompetenzen – ergänzt durch realitätsnahe Planspiele zu Pandemie, Cyberangriff und Unwetterereignis.
Wie können wir Ihnen weiterhelfen?
Egal, ob es um die berufliche Aus- und Weiterbildung in Deutschland, um europäische Berufsbildungspolitik, Hintergrundinformationen oder um statistisches Basismaterial geht - im BIBB stehen kompetente Ansprechpartnerinnen und Ansprechpartner zur Verfügung!