DibAP - Digitalisierungsprozesse der beruflichen Ausbildung in den Pflegeschulen
Das Projekt untersuchte den Digitalisierungstand und den Entwicklungsprozess an Pflegeschulen im Kontext des DigitalPakts Schule. Die Ergebnisse zeigen, dass der DigitalPakt Schule entscheidend zur Verbesserung der digitalen Infrastruktur und der schulischen Entwicklungsprozesse beigetragen hat. Zusätzlich wurde ein Governance-Modell für die digitale Schulentwicklung verfasst.
Kurzbeschreibung
Ziel des Projekts war die Analyse der Auswirkungen des „DigitalPakt Schule“ (DPS) (2019-2024) auf Pflegeschulen. Im Mittelpunkt standen die Wirkungen der Förderkulisse des DPS auf die digitale Infrastrukturausstattung an Pflegeschulen sowie die damit verbundenen Herausforderungen in der digitalen Schulentwicklung. Die Ergebnisse zeigen die Effekte des DPS auf Pflegeschulen und stellen mehrere empirisch begründete Instrumente zur Messung des Digitalisierungsstandes an Pflegeschulen zur Verfügung. Darüber hinaus bieten sie Impulse für die praxisorientierte Weiterentwicklung an Pflegeschulen.
- Projektlaufzeit: 12/2021-11/2024
Hintergrund
Die digitale Transformation in der beruflichen Bildung betrifft auch die pflegeberufliche Ausbildungspraxis an Pflegeschulen. Damit rücken die fachlichen, pädagogischen und didaktischen Potenziale digitaler Bildungstechnologien für die Ausbildungspraxis in der Pflege in den Fokus.
Mit dem „DigitalPakt Schule“ (DPS) (2019-2024) wurde bundesweit eine Förderkulisse etabliert, um Digitalisierungsprozesse in der beruflichen Bildung zu unterstützen. Der DPS eröffnete auch für Pflegeschulen neue Möglichkeiten zur Weiterentwicklung digitaler Lehr- und Lernarrangements. Wichtig für die Pflegeschulen ist es, die mit den Digitalisierungsprozessen verbundenen Entwicklungspotenziale und Herausforderungen sowohl in der Schulentwicklung, der Curriculumsentwicklung als auch in den Bildungsplänen zu berücksichtigen. Ausgehend hiervon konzentrierten sich die Analysen von DibAP auf die Auswirkungen der Digitalisierungsprozesse in der pflegeberuflichen Ausbildung und deren Gestaltungsimplikationen. Dabei wurden die Umsetzungen digitaler Lehr-/Lernarrangements und die Kompetenzentwicklung des Lehrpersonals (Mikroebene), die digitalisierungsbezogene Organisations- und Personalentwicklung an Pflegeschulen (Mesoebene) sowie die Bildungsstrukturentwicklung (Makroebene) untersucht.
Forschung & Vorgehen
Die Studie basierte auf einem Mixed-Methods-Forschungsdesign.
Dieses konkretisierte sich durch eine Dokumentenanalyse zum föderal organisierten Antragswesen für Pflegeschulen. Ergänzend wurden standardisierte, bundesweite Befragungen von Schulleitungen an Pflegeschulen in zwei Erhebungswellen (2023: 264 Schulen in privater und freigemeinnütziger Trägerschaft und 2024: 359 Schulen in öffentlicher, privater und freigemeinnütziger Trägerschaft) durchgeführt.
Basierend auf den quantitativen Erhebungen erfolgten statistische Clusteranalysen mit dem Ziel, Pflegeschulen im Hinblick auf ihren Digitalisierungsstand zu typologisieren.
Aufbauend auf den Befunden der zwei Erhebungswellen wurden 20 qualitative, problemzentrierte Interviews mit Lehrpersonen, Schulleitungen sowie Verantwortlichen in den behördlichen Bewilligungsstellen durchgeführt, transkribiert und kategoriengeleitet ausgewertet.
Zur Ableitung von Implikationen der Befunde für die domänespezifische Weiterentwicklung der Rahmenmodelle DigCompOrg und DigCompEdu wurden 10 Fokusgruppendiskussionen (Lehrpersonen, Schulleitungen, Schulträger, Praxisanleitende, Expert/-innen für Schulentwicklung) durchgeführt und kategoriengeleitet ausgewertet.
Die empirischen Befunde wurden in einem abschließenden Validierungsworkshop zusammengeführt, reflektiert und überprüft.
Forschungsergebnisse im Überblick
Das Projekt zeigt deutlich: Der DigitalPakt Schule hat die digitale Transformation an Pflegeschulen vorangebracht, allerdings erfolgte dies mit unterschiedlichen Entwicklungsgeschwindigkeiten.
Unterschiedliche Digitalisierungsstände
Die Analysen belegen eine große Heterogenität: Während einige Pflegeschulen bereits umfassend digital ausgestattet sind, bestehen andernorts noch erhebliche Entwicklungsbedarfe – insbesondere bei der Verknüpfung von Infrastruktur und Schulentwicklung.
Herausforderungen und Entwicklungsfelder
Ergänzungsbedarf besteht vor allem in drei Bereichen:
- Qualifizierung des Lehrpersonals und systematische Schulentwicklung
- Einbindung digitaler Lehr- und Lernmedien in Curricula
- Digital gestützte Lernortkooperationen zwischen Schule und Praxis
Instrumente für Schulentwicklung und Forschung
Auf Basis der Ergebnisse wurden praxisorientierte Instrumente entwickelt:
- Kurzskala zur Messung des digitalen Wandels an Pflegeschulen
- Governance-Modell zur Analyse von Maßnahmen auf Makro-, Meso- und Mikroebene
- Domänespezifische Weiterentwicklung der europäischen Rahmenmodelle DigCompOrg und DigCompEdu
Handlungsempfehlungen und Transfer
Die Befunde des Projekts münden in zielgruppenspezifische Handlungsempfehlungen für Politik, Pflegeschulen und Forschung. Alle Ergebnisse sind im Abschlussbericht zusammengefasst und als BIBB-Publikation verfügbar.
Projektbeteiligte
Veröffentlichungen
Laser, Johannes; Kalkmann, Friederike: Effekte des "Digitalpaktes Schule". Digitalisierung an Pflegeschulen. In: Die Schwester / Der Pfleger 63 (2024) 11, S. 76-77
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