HiP - Hitzeschutz in der Pflege: Lehr- und Lernmaterialien für Schule und Praxis
Entwicklung eines Moduls „Hitzeschutz“ nach den Empfehlungen der Rahmenpläne der Fachkommission nach dem PflBG.
Kurzbeschreibung
Im Projekt HiP – Hitzekompetenz in der Pflegeausbildung wurde ein umfassendes Lehr-Lern-Modul zur Hitzekompetenz für die berufliche und hochschulische Pflegeausbildung entwickelt. Ziel war es, angehende Pflegefachpersonen auf die gesundheitlichen Herausforderungen zunehmender Hitzewellen vorzubereiten. Das Modul vermittelt Kompetenzen zur Identifikation von Risikogruppen, zur Umsetzung präventiver Maßnahmen sowie zum Selbstschutz von Pflegefachpersonen. Es basiert auf wissenschaftlichen Erkenntnissen und Praxisbeispielen und kann flexibel in bestehende Curricula integriert werden.
Projektlaufzeit: 11/2024–08/2026
Hintergrund
Der Klimawandel erhöht die Wahrscheinlichkeit häufiger, längerer und intensiverer Hitzewellen. Gleichzeitig wurde in verschiedenen Gutachten ein erheblicher Handlungsbedarf bei der Vorbereitung des Gesundheitswesens auf die Folgen extremer Hitze festgestellt.
Pflegebedürftige Menschen gehören zu den besonders gefährdeten Bevölkerungsgruppen. Gleichzeitig sind auch Pflegefachpersonen durch ihre Tätigkeit hohen Hitzebelastungen ausgesetzt. Das Projekt griff diese Herausforderungen auf und entwickelte ein Lehr-Lern-Modul, das die bundeseinheitlichen Empfehlungen zum Einsatz von Hitzeschutzplänen in stationären Pflegeeinrichtungen und ambulanten Pflegediensten systematisch in die Pflegeausbildung überträgt.
Der Schutz von Risikogruppen ist von entscheidender Bedeutung und oberstes Ziel von Hitzeschutzmaßnahmen - nicht nur aufgrund der sozialen Verantwortung, sondern auch aus gesundheitlicher und wirtschaftlicher Notwendigkeit heraus. Im Pflegesetting vereinen sich Faktoren, die das Risiko gegenüber Hitze erhöhen, wie z. B. Erkrankungen, eingeschränkte Thermoregulation (bei Kleinkindern sowie Menschen im hohen Lebensalter), Unterstützungsbedarf, aber auch – betrachtet man die Pflegefachpersonen – u. a. Schwere der Tätigkeit, Hitzeexposition und geringe Flexibilität. In der Regel wird Pflegefachpersonen ein großes Vertrauen entgegengebracht, was für eine erfolgreiche Gesundheitsberatung insbesondere in der häuslichen Pflege ein elementarer Faktor ist. Die Vielzahl an innovativen und erfolgreich umgesetzten Projekten zur Qualifizierung von Pflegefachpersonen und Pflegenden Angehörigen im Hitzeschutz haben einen wichtigen Beitrag zur Erhöhung der Hitzekompetenz in der Lebenswelt Pflege geleistet. Jedoch sind diese Angebote nicht flächendeckend, immer noch stark von der Motivation des Anbieters bzw. der Einzelnen abhängig und gerade in den sehr kleinteiligen Strukturen der ambulanten Pflege schwer in die Umsetzung zu bringen. Die im Mai 2024 durch den Qualitätsausschuss Pflege nach § 113b SGB XI beschlossenen „Bundeseinheitlichen Empfehlungen zum Einsatz von Hitzeschutzplänen in stationären Pflegeeinrichtungen und ambulanten Pflegediensten“ bieten nun eine Möglichkeit, Hitzeschutz strukturiert in die Pflegeausbildung zu bringen.
Forschung & Vorgehen
Zur Entwicklung des Moduls wurde ein Methodenmix aus systematischer nationaler und internationaler Literaturrecherche sowie leitfadengestützten Expertinnen- und Experteninterviews eingesetzt. Ergänzend wurden Good-Practice-Beispiele und Bedarfe der Zielgruppen analysiert.
Die didaktische und inhaltliche Ausgestaltung erfolgte in enger Abstimmung mit dem wissenschaftlichen Projektbeirat sowie einem pädagogischen Beratungsgremium. Anschließend wurden ausgewählte Lernsituationen und Materialien mit Auszubildenden und Studierenden erprobt.
Forschungsergebnisse im Überblick
Das zentrale Projektergebnis ist das frei verfügbare Lehr-Lern-Modul „Hitzeschutz“, das seit Juni 2026 unter https://hitze-in-der-pflege.de bereitsteht.
Es umfasst aufeinander abgestimmte Materialien für Lehrende, Lernende und Praxisanleitende und unterstützt die nachhaltige Integration von Hitzeschutz in die Pflegeausbildung.
Das Projekt hat folgende Ergebnisse hervorgebracht:
- Modulares Lehr-Lern-Konzept: Bausteinstruktur mit Zuordnung zu den curricularen Einheiten (CE) des PflBG-Rahmenlehrplans und flexibler Einbindung in bestehende Curricula.
- Modulhandbuch: Darstellung des pädagogischen Konzepts, der wissenschaftlichen Grundlagen sowie aller Bausteine, Inhalte und Methoden.
- Lehr- und Lernmaterialien: Präsentationen, Ablaufpläne, Fallbeispiele sowie Arbeits- und Lernaufgaben zur unmittelbaren Nutzung im Unterricht. Die Materialien stehen ab August 2026 als Open Educational Resources (OER) kostenfrei zur Verfügung.
- Digitale Selbstlernplattform: Interaktive Lerneinheiten mit Quizzen, Fallbeispielen und Übungen ermöglichen Lernenden eine selbstständige Vertiefung der Inhalte. Modulhandbuch und Selbstlernplattform sind inhaltlich aufeinander abgestimmt, können aber auch unabhängig voneinander genutzt werden.
Mit diesen Ergebnissen steht erstmals ein wissenschaftlich fundiertes, didaktisch erprobtes und curricular anschlussfähiges Gesamtkonzept zur Förderung der Hitzekompetenz in der Pflegeausbildung zur Verfügung.
Projektbeteiligte
Veröffentlichungen
Derzeit gibt es noch keine Veröffentlichungen. Die Veröffentlichungen und Vorträge werden fortlaufend über die Projekt-Homepage publiziert.
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