KoprA - Kompetenzorientierte praktische Abschlussprüfungen

Entwicklung digital-gestützter praktischer Abschlussprüfungen

Das Projekt KoprA entwickelt ein Konzept für kompetenzorientierte praktische Prüfungen in der Pflegeausbildung. Ziel ist es, digitale Tools gezielt einzusetzen, um Handlungskompetenzen realitätsnah, rechtssicher und transparent zu prüfen.

Kurzbeschreibung

Im Projekt KoprA wird ein Konzept für kompetenzorientierte, digital gestützte praktische Abschlussprüfungen in der generalistischen Pflegeausbildung entwickelt. Ziel ist es, Handlungskompetenzen gemäß Pflegeberufegesetz (PflBG) und Pflegeberufe-Ausbildungs- und -Prüfungsverordnung (PflAPrV) valide und rechtssicher zu prüfen. Dafür werden geeignete Kompetenzmodelle geprüft, digitale Prüfungsinstrumente erprobt und praxisorientierte Handlungsempfehlungen abgeleitet. Das Projekt bezieht Pflegeschulen, Lehrende und Auszubildende partizipativ ein und leistet damit einen Beitrag zur Weiterentwicklung der Prüfungsformate in der Pflegebildung.

  • Projektlaufzeit: 09/2022 – 05/2024

Factsheet

Hintergrund

Mit der Einführung der generalistischen Pflegeausbildung sind kompetenzorientierte praktische Abschlussprüfungen gesetzlich verankert. Für Fachprüfende stellt es jedoch eine Herausforderung dar, die in der Pflegeberufe-Ausbildungs- und -Prüfungsverordnung (PflAPrV) beschriebenen Kompetenzen passgenau in Prüfungssituationen zu übertragen und zu bewerten.

Zugleich eröffnet die Digitalisierung als zentraler gesellschaftlicher Megatrend neue Möglichkeiten, Prüfungen innovativ zu gestalten und digitale Elemente gezielt einzusetzen, um die Bewertung pflegerischer Handlungskompetenzen zu unterstützen und weiterzuentwickeln.

Ziele des Projektes

Das Projekt KoprA verfolgt das Ziel, die praktische Abschlussprüfung in der Pflegeausbildung zukunftsorientiert und kompetenzbasiert zu gestalten. Auf Grundlage eines geeigneten Kompetenzmodells soll ein Konzept für (digital-)gestützte Prüfungen entwickelt und erprobt werden. Dabei werden rechtliche, organisatorische und pädagogische Aspekte gleichermaßen berücksichtigt.

Im Fokus stehen:

  • Entwicklung eines Prüfungskonzepts mit digitalen Anteilen in unterschiedlichen Varianten
  • Erprobung und Evaluation digital nutzbarer Materialien für die praktische Prüfung
  • Erstellung eines Handlungsleitfadens für Lehrende und Fachprüfende
  • Rechtliche Bewertung der Prüfungsansätze und Empfehlungen zur Anpassung der Ordnungsmittel

Durch die Verbindung von Praxisnähe, Digitalisierung und Kompetenzorientierung trägt KoprA dazu bei, die Qualität und Vergleichbarkeit praktischer Prüfungen in der Pflegebildung zu verbessern.

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Forschung & Vorgehen

Im Projekt KoprA wird ein mehrstufiges Forschungsdesign eingesetzt, das qualitative und quantitative Methoden kombiniert. Ziel ist es, die Anforderungen und Rahmenbedingungen kompetenzorientierter praktischer Prüfungen in der Pflege fundiert zu analysieren und daraus tragfähige Konzepte zu entwickeln.

Forschungsansatz:

  • Interviews mit Fachprüfenden liefern Einblicke in die bestehende Prüfungspraxis und damit verbundene Herausforderungen.
  • Gruppendiskussionen mit Auszubildenden beleuchten Erfahrungen und Perspektiven aus der Ausbildungspraxis.
  • Fragebogenerhebungen zur Validierung der Ergebnisse ergänzen die qualitativen Befunde um quantitative Daten.
  • Dokumentenanalysen prüfen Ordnungsmittel, Kompetenzmodelle und rechtliche Vorgaben auf ihre Praxistauglichkeit.

Auf dieser Grundlage werden digitale und analoge Prüfungsszenarien entwickelt, mit kooperierenden Pflegeschulen erprobt und evaluiert. Die Erkenntnisse fließen in die Handlungsempfehlungen, in das rechtliche Gutachten sowie in die Weiterentwicklung von Ordnungsmitteln der Pflegebildung ein.

Forschungsergebnisse im Überblick

Unterschiedliche Prüfungspraxis

Die Umsetzung praktischer Abschlussprüfungen variiert bundesweit – insbesondere aufgrund länderspezifischer Vorgaben. Dadurch unterscheiden sich Struktur, Ablauf und Bewertungskriterien deutlich zwischen den Ausbildungseinrichtungen.

Digitalisierung mit Potenzial

Der Digitalisierungsgrad in Pflegeschulen und Praxiseinrichtungen ist sehr unterschiedlich. Dies zeigt sich hinsichtlich der Ausstattung mit Soft- und Hardware, der digitalen Dokumentation sowie der Kommunikationswege und Zugriffsrechte zwischen den Lernorten.

Kooperation als Schlüssel

Die Gestaltung und Organisation praktischer Prüfungen erfordern eine enge Zusammenarbeit aller beteiligten Akteure. Eine funktionierende Lernortkooperation ist entscheidend, um transparente und faire Prüfungsprozesse zu gewährleisten.

Kompetenzbewertung braucht Erfahrung

Fachprüfende benötigen Übung und ein gemeinsames Verständnis von Kompetenz, um Leistungen valide einzuschätzen. Einheitliche Prüfungsmaterialien können diesen Prozess vereinheitlichen und erleichtern.

Simulation und digitale Formate

Simulierte Prüfungen bieten Chancen, stoßen aber auch an Grenzen:

  • Skills Labs ermöglichen realitätsnahe Szenarien, sind jedoch ressourcenintensiv.
  • Virtual Reality (VR) eignet sich nur eingeschränkt, da die haptische Erfahrung fehlt und nicht alle Auszubildenden damit geprüft werden können oder dürfen.
  • Videogestützte Prüfungen sind datenschutzrechtlich sensibel, können aber durch Videoreflexion wertvolle Lern- und Reflexionsprozesse anregen

Projektbeteiligte

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Veröffentlichungen

Nagel, Lisa; Stirner, Alexander; Wrona, Kamil J.: Entwicklung eines Konzepts für kompetenzorientierte digital gestützte, praktische Abschlussprüfungen in der Pflegeausbildung. In: BWP 52 (2023) 3, S. 46-47

Nagel, Lisa; Weßling, Christine; Stirner, Alexander; Freese, Christiane; Rechenbach, Simone; Nauerth, Annette; Raschper, Patrizia: Handreichung für Fachprüfende der Pflegeausbildung. Den praktischen Teil der Abschlussprüfung kompetenzorientiert und digital gestützt gestalten. Bonn 2025. URL: https://www.bibb.de/dienst/publikationen/de/20120

Stirner, Alexander; Weßling, Christine; Nagel, Lisa; Nauerth, Annette; Raschper, Patrizia; Wrona, Kamil J: Bestandsaufnahme zu praktischen Abschlussprüfungen der generalistischen Pflegeausbildung in Deutschland. Ein methodischer Ansatz. In: Pädagogik der Gesundheitsberufe 11 (2024) 3, S. 170-180

Weßling, Christine; Nagel, Lisa; Rechenbach, Simone; Stirner, Alexander; Wrona, Kamil J; Aschentrup, Leona; Naurath, Annette; Raschper, Patrizia: Digital-gestützte kompetenzorientierte praktische Abschlussprüfung in der Pflege (KoprA). Erprobung und Evaluationsergebnisse 2024. URL: https://​www.hsbi.de​/​publikationsserver/​record/​4879 (Stand: 06.11.2024)

Vorträge

Darmann-Finck, Ingrid; Steckler, Brunhilde Prof. Dr. jur. (Hrsg.): Abschlusstagung Projekt KoprA – Entwicklung (digital-gestützter) kompetenzorientierter praktischer Abschlussprüfungen. Bonn 2024

Nagel, Lisa: Virtuelle Realität in der praktischen Abschlussprüfung der Pflegeausbildung. Bonn 2023

Nagel, Lisa; Freese, C.; Raschper, Patrizia: Entwicklung (digital-gestützter) kompetenzorientierter praktischer Abschlussprüfungen – KoprA Chancen und Grenzen in der Pflegeausbildung. Frankfurt 2023

Steckler, Brunhilde Prof. Dr. jur. (Hrsg.): Digitale Souveränität in der Pflege. Rechtsaspekte im Projekt KoprA 2024a

Steckler, Brunhilde Prof. Dr. jur. (Hrsg.): Digitale Souveränität in der Pflege. Abschlusstagung im Projekt KoprA am 23. Februar 2024 2024b

Weßling, C.; Stirner, Alexander; Nagel, Lisa; Freese, C.; Wrona, K.; Nauerth, A.; Raschper, P.: Entwicklung eines kompetenzorientieren Bewertungsinstruments für die praktischen Prüfungen in der generalistischen Pflegeausbildung. Osnabrück 2023

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