Nachhaltigkeitsrelevante Kompetenzziele festlegen
Die Berufsbildung für nachhaltige Entwicklung (BBNE) zielt darauf ab, nachhaltigkeitsbezogene berufliche Handlungskompetenzen systematisch zu fördern. Fachkräfte können nur dann einen wirksamen Beitrag zu nachhaltiger Entwicklung leisten, wenn sie in ihrem beruflichen Handeln fundierte Entscheidungen treffen, Verantwortung übernehmen und mit Zielkonflikten umgehen können.
Berufliche Handlungskompetenz umfasst die Sach-, Sozial- und Selbstkompetenz und ist auf selbstständiges, erfolgreiches und verantwortliches Handeln im Beruf gerichtet. Im Kontext der Berufsbildung für nachhaltige Entwicklung schließt berufliche Handlungskompetenz die Fähigkeit ein, ökologische, ökonomische und soziale Folgen des eigenen beruflichen Handelns wahrzunehmen, abzuwägen und in Entscheidungen einzubeziehen.
Nachhaltigkeit wird dabei nicht als eigenständiges Kompetenzfeld verstanden, sondern als Querschnittskompetenz. Die konkreten Kompetenzanforderungen ergeben sich somit aus den jeweiligen beruflichen Tätigkeiten. Ausgangspunkt für die Bestimmung von Kompetenzzielen ist eine systematische Analyse und Prüfung beruflicher Praxis.
Das Kompetenzraster zur Ableitung von Kompetenzzielen
Wo werden Entscheidungen getroffen, die nachhaltige oder nicht-nachhaltige Handlungsoptionen betreffen? Um Anforderungen an berufliches Handeln sichtbar und beschreibbar zu machen, wurde in den BBNE-Modellversuchen ein Kompetenzraster entwickelt. Es formuliert nachhaltigkeitsbezogene Kompetenzen nicht abstrakt, sondern orientiert sich an typischen beruflichen Handlungsfeldern, betrieblichen Arbeitssituationen und gesellschaftlichen Rahmenbedingungen.
Dieses Modell besteht aus einer Matrix zur Strukturierung der Kompetenzen entlang der klassischen Kompetenzdimensionen und der Handlungsebenen des Berufs. Nachhaltigkeit wird damit aus den Berufen heraus gedacht und nicht von außen an sie herangetragen.
Das Raster – hier beispielhaft ausgefüllt für lebensmittelproduzierende Berufe – bietet Orientierung bei der Ableitung von Kompetenzzielen und damit für die Gestaltung von Lehrinhalten und -aufgaben sowie für die Qualifizierung von Beschäftigten. Es ist offen und flexibel übertragbar auf unterschiedliche Branchen, Berufe und betriebliche Kontexte.
