Nachhaltige Lernorte gestalten
Nachhaltigkeit lässt sich besonders gut lernen, wenn sie am Lernort sichtbar und erlebbar ist. Betriebe werden zu nachhaltige(re)n Lernorten, wenn sie Nachhaltigkeit ganzheitlich in Strukturen, Prozesse und Kultur integrieren.
Werden Nachhaltigkeitsmaßnahmen in Betrieben, überbetrieblichen Bildungsstätten und Weiterbildungseinrichtungen sichtbar und glaubwürdig umgesetzt, entwickeln sich diese zu nachhaltigen Lernorten. Nachhaltigkeit wird dann nicht nur im Aus- und Fortbildungsplan berücksichtigt, sondern prägt auch den Alltag – etwa in der Unternehmenskultur, in Arbeitsprozessen und im Miteinander. Nachhaltige Lernorte unterstützen die Entwicklung nachhaltigkeitsbezogener Kompetenzen von Auszubildenden und Beschäftigten. Gleichzeitig stärken sie auch die Innovationsfähigkeit, Attraktivität und Resilienz von Unternehmen und Bildungseinrichtungen.
Der Lernort als Erfahrungsraum für nachhaltiges Handeln
Der Lernort ist dabei ein zentraler Erfahrungsraum, in dem Chancen und Zielkonflikte nachhaltigen Handelns unmittelbar erfahrbar werden. Eine wirksame BBNE setzt deshalb darauf, Nachhaltigkeit über die Aus- und Weiterbildung hinaus im Unternehmen zu verankern – beispielsweise in Produktionsabläufen, in der Beschaffung oder im Umgang mit Beschäftigten. Diese strategische Ausrichtung sollte von der Geschäftsführung getragen und von Führungskräften als Teil der Unternehmenskultur vorgelebt werden.
Im Rahmen der BBNE-Modellversuche wurden dazu praxisnahe Gestaltungshilfen entwickelt, die sich am Whole Institution Approach orientieren. Sie unterstützen Betriebe dabei, Nachhaltigkeit schrittweise und ganzheitlich in Strukturen und Prozesse zu integrieren und Beschäftigte dabei aktiv einzubeziehen. Deutlich wird, dass nachhaltige Entwicklung eine institutionelle Gestaltungsaufgabe ist, bei der Führung, Organisation und Beteiligung zusammenspielen.
