X

Sie verwenden einen veralteten Browser, mit dem nicht alle Inhalte des Internetauftritts www.bibb.de korrekt wiedergegeben werden können. Um unsere Seiten in Aussehen und Funktion in vollem Umfang nutzen zu können, empfehlen wir Ihnen, einen neueren Browser zu installieren.

Junge Menschen in formaler Bildung (FormBild)

Systematische Indikatorenbeschreibung

Name

Junge Menschen in formaler Bildung (FormBild)

Kernaussage (am Beispiel des Jahres 2009)

Zugang zu den aktuellen Daten

Im Jahr 2009 befinden sich

  • 90,2 % der Wohnbevölkerung im Alter von 15 - 19,
  • 44,8 % der Wohnbevölkerung im Alter von 20 - 24,
  • 66,0 % der Wohnbevölkerung im Alter von 15 - 24 und
  • 88,7 % der 18-jährigen  Wohnbevölkerung.

in Angeboten der formalen Bildung. (Datenstand 30.06.2011)

Aktualität

Die Daten zum Berichtsjahr stehen erst im Oktober/November des Folgejahres zur Verfügung.

Bedeutung für die berufliche Bildung

Der Indikator 

  • zeigt an, wie groß der Anteil der jungen Menschen (im jeweiligen Alter) ist, der sich in formaler Bildung befindet,
  • beschreibt unterschiedliche Personengruppen innerhalb der formalen Bildung, woraus sich möglicher Förderbedarf ableiten lässt, und 
  • beschreibt vergangene und aktuelle Entwicklungen.

Bezugsgrößen

Zähler:
Personen (Bestände) in formaler Bildung im Alter von 18 Jahren in den Sektoren

  • Berufsausbildung,
  • Integration in Berufsausbildung (Übergangsbereich),
  • Hochschulreife,
  • Studium,
  • Sekundarstufe I und
  • Weiterbildung.

Nenner:
Personen im Alter von 18 Jahren in der Wohnbevölkerung

Anmerkung zur Bezugsgröße

Der Indikator kann entweder pro Altersjahr (z. B. 18-Jährige) oder gruppiert (z. B. 15- bis 19-Jährige) berechnet werden.
Während im Alter von 14 Jahren noch nahezu alle Jugendlichen in der Sekundarstufe I der allgemeinbildenden Schule sind, beginnen die ersten Jugendlichen mit 15 Jahren eine Qualifizierung (14 %). Deshalb wird das Alter 15 Jahre als Untergrenze der Überlegungen mit einbezogen.

Da z. B. die Förderung vieler Maßnahmen im Sektor Integration bis zur Vollendung des 25. Lebensjahres läuft, erscheint hier eine Altersbegrenzung sinnvoll.
Im Alter von 19 Jahren haben nahezu alle Jugendlichen die Sekundarstufe I der allgemeinbildenden Schulen verlassen (99,7 %). Deshalb steht die Altersgruppe der 15 bis 19-Jährigen bei vielen Bildungsberichterstattungen im Fokus, z. B. bei der OECD-Studie "Bildung auf einen Blick" oder den international vergleichenden ELLI-Indikatoren der Bertelsmann-Stiftung  und ist somit international anschlussfähig.

Berechnung 

Berechungsformel: (Jugendliche in formaler Bildung (18 Jahre))/(Wohnbevölkerung (18 Jahre)) *100

(Jugendliche in formaler Bildung (18 Jahre))/(Wohnbevölkerung (18 Jahre)) *100

Mögliche Differenzierungen

  • Berichtsjahr (ab 2005)
  • Alter (15-29 Jahre)
  • Geschlecht
  • Sektor
  • Konto
  • Alte und Neue Länder

Datenquellen

Integrierte Ausbildungsberichterstattung (iABE):

  • Statistik Berufliche Schulen (Destatis)
  • Personalstandstatistik (Destatis)
  • Förderstatistik (BA)
  • Statistik der allgemeinbildenden Schulen (Destatis)
  • Hochschulstatistik (HIS)
  • Bevölkerungsfortschreibung (Destatis)

Stichtag/Betrachtungszeitraum

Der Indikator ist stichtagbezogen.
Die Stichtage variieren zwischen den (Bildungs-)Konten, entsprechend der genutzten Datenquelle. Auch innerhalb der Konten, welche durch die "Statistik Berufliche Schulen" abgebildet werden, die Stichtage . Die Stichtage aller genutzten Statistiken liegen in der zweiten Jahreshälfte (vgl. DESTATIS 2011, S. 40).
Durch die unterschiedlichen Stichtage kann es sowohl zu Übererfassung (Mehrfachzählung), als auch zu Untererfassung (Nicht-Zählung) kommen. Beispielsweise werden Jugendliche zweimal gezählt, wenn sie sich im Oktober in einer dualen Berufsausbildung befinden, diese abbrechen und im Dezember desselben Jahres eine Einstiegsqualifizierung (EQ) starten: Im Konto duale Berufsausbildung und im Konto EQ. Andererseits werden Jugendliche nicht erfasst, die sich im Januar in einer EQ befinden und diese im Juni abschließen, weil der Stichtag für EQ-Maßnahmen am Jahresende liegt.

Hinweise zur Güte des Indikators

Inhaltliche Grenzen
Der Indikator spiegelt die Teilhabe an formaler Bildung wider. Bildungsangebote wie die Branchen- und unternehmensspezifischen Berufe sowie die betriebliche Berufsausbildungsvorbereitung nach §§ 1 Abs. 2 und § 68ff. BBiG oder die Jugendberufshilfe (§ 13 Abs. 2 KJHG) werden nicht berücksichtigt, weil derzeit keine belastbaren Daten zur Verfügung stehen. Auch die Teilhabe an besonderen Maßnahmen für junge Menschen mit Behinderung (BA) wird aus Gründen der Vergleichbarkeit mit dem Bildungsbericht Deutschland sowie zur Vermeidung von Doppelzählungen nicht berücksichtigt.

Grenzen der Datenbasis
Die iABE greift auf Daten unterschiedlicher Quellen zurück, die zum Teil unterschiedliche Stichtage verwenden. Hierdurch kann nicht ganz ausgeschlossen werden, dass junge Menschen in unterschiedlichen Konten gezählt und bei den Bestandszahlen doppelt erfasst werden. Gleichzeitig ist es möglich, dass es zu einer Untererfassung (Nicht-Zählung) kommt (vgl. Stichtag/Betrachtungszeitraum).

Grenzen der Berechnung
Die Quote kann dadurch verzerrt werden, dass junge Menschen mit Wohnsitz im Ausland als Bestand im Zähler erfasst werden, nicht aber im Nenner . Da die iABE den Wohnort der jungen Menschen im Ausbildungsgeschehen nicht erfasst, können Pendlerbewegungen nicht berücksichtigt werden. Pendler/-innen können die Quote für einzelne Regionen verzerren, denn sie werden als Teil des Ausbildungsgeschehens am Lernort gezählt, bei der Wohnbevölkerung jedoch am Ort des Hauptwohnsitzes. Deshalb wird die Quote auf Ebene der Bundesländer nicht berechnet.

Sonstige Interpretationshinweise / (Häufig gestellte Fragen) 

Wer wird gezählt?
Im sogenannten "Bestand" werden sowohl

  • junge Menschen erfasst, die ihre Qualifikation gerade erst begonnen haben (z. B. 1. Ausbildungsjahr),
  • solche die sich bereits einige Zeit in Qualifizierung befinden (z. B. 2. Ausbildungsjahr) sowie
  • diejenigen, die beinahe am Ende ihrer Qualifizierung stehen (z. B. 3. Ausbildungsjahr).

Wer wird nicht gezählt?

  • Personen, die Bildungsangebote außerhalb des sogenannten Kernbereichs der iABE wahrnehmen (vgl. inhaltliche Grenzen).
  • Personen, die nicht in die gewählte Altersgruppe  fallen.
  • Personen, die aufgrund der Stichtagszählung nicht erfasst werden (vgl. Stichtag/Betrachtungszeitraum).

Hat die Dauer der formalen Qualifizierungswege einen Einfluss auf den Indikator?
Aufgrund der Stichtagszählung werden alle jungen Menschen i. d. R. (vgl. Stichtag/Betrachtungszeitraum) nur einmal erfasst - sowohl diejenigen, die an einer mehrjährigen Qualifikation teilnehmen (z. B. duale Berufsausbildung) als auch diejenigen, die sich in unterjährigen Maßnahmen befinden (z. B. EQ).

Wie ist sichergestellt, dass junge Menschen in unterjährigen Maßnahmen erfasst werden?
Da das Ausbildungsjahr im September beginnt und bis Dezember auch die unvermittelten Ausbildungsplatzbewerber/-innen alternativ eingemündet sein sollten, wurde der Stichtag für Maßnahmen der BA am Jahresende gewählt. Die Wahrscheinlichkeit der Untererfassung (Nicht-Zählung) ist hierdurch als gering einzustufen (vgl. Stichtag/Betrachtungszeitraum).

Welche Auswirkungen haben demografische Schwankungen?
Demografische Schwankungen sind kontrolliert, da der Bezug immer auf die Alterskohorten in der Wohnbevölkerung hergestellt wird. Sich verändernde Bevölkerungsstrukturen fließen demnach immer direkt in die Berechnung mit ein. Durch die Fokussierung auf eine Altersgruppe (z. B. 15- bis 24- Jährige) können demografische Ereignisse jedoch ein- bzw. ausgeblendet werden. (siehe unten).

Welchen Einfluss hat die Wahl der Altersgruppe auf den Indikator?
Die Wahl der Altersgruppe bestimmt die Ergebnisse des Indikators. Beispiele für verschiedene Altersgruppen sind (2009):

  • Teilnehmende in formaler Bildung 15- bis 19-J.
    (3.894.707 /4.317.072 = 90,2 %)
  • Teilnehmende in formaler Bildung 20- bis 24-J.
    (2.211.361 /4.934.457 = 44,8 %)
  • Teilnehmende in formaler Bildung 15- bis 24-J.
    (6.106.068 /9.251.529 = 66,8 %)
  • 18-Jährige in formaler Bildung
    (782.500 / 882.016 = 88,7 %)

Datenstand: iABE 30.06.2011, Bevölkerungsfortschreibung 27.04.2011

Können Bildungsverläufe dargestellt werden?
Bildungsverläufe können nicht dargestellt werden. Hierfür sind personenbezogene Individualdaten in Verbindung mit einer Identifikationsnummer erforderlich. Auf Basis von Pseudokohortenverläufen können jedoch erste Hinweise auf Bildungsverlaufsmuster gewonnen werden.

Wie unterscheidet sich die Bildungsbeteiligungsquote der Berichts "Bildung in Deutschland" von "FormBild"?
Die Bildungsbeteiligungsquote des Berichtes "Bildung in Deutschland 2010" für 2008/2009 (B2.3a), berechnet einen Anteil von 94,6 %. Dort werden nur die 16- bis unter 19-Jährigen berücksichtigt. In dieser Altersgruppe fehlt der Jahrgang der 15-Jährigen, die eine sehr hohe Bildungsbeteiligungsquote (ca. 93 %) aufweisen, ebenso fehlen die 19-Jährigen mit einer sehr niedrigen Quote (ca. 7 %). Dies führt dazu, dass die Bildungsbeteiligungsquote für die 16- bis 18-Jährigen insgesamt höher liegt als die der Altersgruppe der 15- bis 19 Jährigen. Die iABE hingegen bezieht die 15- bis 19-Jährigen mit ein.

Wie unterscheidet sich die Bildungsbeteiligungsquote des Berichtes "Bildung auf einen Blick" (OECD) von "FormBild"?
Der Indikator des Berichts "Bildung auf einen Blick 2011", genannt "Bildungsbeteiligung 2009 (C1.1)" berechnet einen Anteil von 88,5 %. Dabei werden die Maßnahmen der Bundagentur für Arbeit (BvB und EQ) nicht berücksichtigt.

Auszug aus: Dionisius, Regina; Lissek, Nicole; Schier, Friedel: Beteiligung an beruflicher Bildung - Indikatoren und Quoten im Überblick. - Bonn, 2012
(Wissenschaftliche Diskussionspapiere / Bundesinstitut für Berufsbildung ; 133)

Literaturhinweise

  • Zentrale Veröffentlichungen
    SCHIER, FRIEDEL; DIONISIUS, REGINA; LISSEK, NICOLE: Integrierte Ausbildungsberichterstattung - Bildungsstatistik und Indikatorensystem. Laufend. 2010. - URL: http://indikatorik.bibb.de
  • BAMMING, RUTH; SCHIER, FRIEDEL: Ausbildungsberichterstattung - Mehr Transparenz durch einen integrierten Ansatz. In: Berufsbildung in Wissenschaft und Praxis 39 (2010) 1, S. 39 42
  • BUNDESINSTITUT FÜR BERUFSBILDUNG (Hrsg.): Datenreport zum Berufsbildungsbericht 2011: Informationen und Analysen zur Entwicklung der beruflichen Bildung [HTML-Version]. 2011. - URL: http://datenreport.bibb.de [letzter Zugriff: 01-07-2011]
  • DIONISIUS, REGINA; LISSEK, NICOLE; SCHIER, FRIEDEL: Einmündungen im Übergangsbereich rückläufig. In: Berufsbildung in Wissenschaft und Praxis 40 (2011) 4, S. 4 5
  • STATISTISCHE ÄMTER DES BUNDES UND DER LÄNDER (DESTATIS): Qualitäts- und Ergebnisbericht - Integrierte Ausbildungsberichterstattung. Wiesbaden 2011
  • STATISTISCHES BUNDESAMT: Schnellmeldung integrierte Ausbildungsberichterstattung - Anfänger im Ausbildungsgeschehen nach Sektoren/Konten und Ländern - 2010. Wiesbaden 2011