KI-Übersetzungen in der Anerkennung: eine Erleichterung?
21.01.2026
Können maschinelle Übersetzungen den Anerkennungsprozess beschleunigen und Antragstellende finanziell entlasten? Eine neue BIBB-Studie gibt erste Antworten.
Der technische Fortschritt im Bereich maschineller Übersetzungen führt bereits heute häufig zu qualitativ überzeugenden Ergebnissen. Weitere Vorteile sind oft geringe Übersetzungskosten und die sofortige Verfügbarkeit der Übersetzung. Vor diesem Hintergrund stellt sich die Frage, welche Potenziale KI-gestützte Übersetzungstools für die Übersetzung von Unterlagen im Verfahren zur Anerkennung einer ausländischen Berufsqualifikation bieten und wie diese gewinnbringend eingesetzt werden können. Dem geht das BIBB-Anerkennungsmonitoring in seiner aktuellen Studie nach.
Im Rahmen der dokumentenbasierten Gleichwertigkeitsprüfung müssen im Ausland qualifizierte Fachkräfte bei einem Anerkennungsantrag in Deutschland in der Regel Übersetzungen ihrer Unterlagen vorlegen. Übersetzungen durch eine beeidigte oder öffentlich bestellte Übersetzerin können für Antragstellende jedoch hohe Kosten verursachen und den Prozess verzögern. Die Suche nach Alternativen zur Entlastung Antragstellender führt dabei unweigerlich auch zu technischen Lösungsansätzen. Durch die voranschreitende Digitalisierung der Anerkennungsverfahren eröffnen sich neue Möglichkeiten, etwa die Integration von Übersetzungstools in den digitalen Antragsservice.
Die Ergebnisse der Studie des BIBB-Anerkennungsmonitorings basieren auf fachlicher Recherche sowie auf Interviews mit Experten aus der Praxis der Berufsanerkennung, die bereits erste Erfahrung mit dem Einsatz von Übersetzungstools gesammelt haben. Diese Erfahrungen sind überwiegend positiv. Gleichzeitig zeigt sich, dass bei einer umfassenden Implementierung maschineller Übersetzungstools noch offene Fragen und Herausforderungen bestehen, die es zu überwinden gilt. Dazu zählen etwa Fragen des Datenschutzes und der Rechtssicherheit maschineller Übersetzungen.
Anhand von Gelingensbedingungen fasst die Studie Ansätze zur Begegnung unterschiedlicher Herausforderungen zusammen und identifiziert zentrale Bedarfe für eine erfolgreiche Anwendung (z.B. Stärkung des rechtlichen Rahmens, Schulung von Nutzenden der Tools in zuständigen Stellen). Insgesamt verdeutlichen die Ergebnisse, dass Anerkennungsprozesse bundesweit und einheitlich gedacht und Tools technisch so in bestehende Systeme integriert werden sollten, dass bei den zuständigen Behörden kein Mehraufwand entsteht. Wichtig für eine erfolgreiche Implementierung ist nicht nur der technische Fortschritt in Bezug auf die Übersetzungsqualität, sondern auch die dafür notwendige automatische Texterkennung, die digitale Verfügbarkeit und Verifizierung erforderlicher Dokumente und letztlich die Ende-zu-Ende-Digitalisierung in deutschen Behörden. Denkt man diese Prozesse zusammen, begünstigen sie mittelfristig die Anwendbarkeit maschineller Übersetzungstools im Anerkennungsverfahren.