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Modernisierung der Berufsbildung in Äthiopien - Impulse aus Deutschland sehr willkommen

20.03.2026

Mit Workshops zur Berufsbildungsforschung, Wissensmanagement und Nutzung von KI bei der Regulierung und Steuerung der beruflichen Bildung unterstützt das BIBB das äthiopische Arbeitsministerium (MoLS) in Digitalisierungsprozessen zur Modernisierung des Berufsbildungssektors.

Mit den Teilnehmenden vor dem äthiopischen Berufsbildungsinstitut Federal TVT Institute (FTVTI) in Addis Abeba (Äthiopien)
Mit den Teilnehmenden vor dem äthiopischen Berufsbildungsinstitut Federal TVT Institute (FTVTI) in Addis Abeba (Äthiopien)

Vom 10. – 12.3.2026 führte das BIBB am äthiopischen Berufsbildungsinstitut “Federal TVT Institute (FTVTI)“ in Addis Abeba (Äthiopien) eine Workshopreihe zu Wissensmanagement, Berufsbildungsforschung und zur verantwortungsvollen Nutzung von KI durch. Die Veranstaltungen richteten sich an rund 40 Mitarbeitende verschiedener Fachabteilungen des äthiopischen Arbeitsministeriums „Ministry of Labour and Skills (MoLS)“ und des FTVTI und sollte dem Aufbau und der Stärkung von Fachkompetenz dienen.

Mitarbeitende der Forschungsabteilung des FTVTI erhielten im Workshop Berufsbildungsforschung Einblick in die Strategie und die Themen der Berufsbildungsforschung des BIBB.

Sie lernten die grundlegende Infrastruktur und Prinzipien, wie beispielsweise die Themencluster, sowie konkrete Erhebungen und Forschungsprojekte kennen. Anschließend diskutierten die Teilnehmenden mittels Partner-Interviews und Learning Diary (potentielle) Themen, Stärken und Schwächen ihrer eigenen Forschungsarbeit.

Eine besondere Herausforderung für das äthiopische Berufsbildungssystem ist die Zurückhaltung der Unternehmen bei der (eigentlich) dualen Ausbildung. Hier möchte Äthiopien von Deutschland lernen: „Auch für unsere Forschungsarbeit sind Impulse aus Deutschland sehr willkommen. Wir freuen uns sehr über die spannenden Einblicke in die BIBB-Forschung“, so Dr. Animaw Tadesse (Leiter für Forschung und Community Service, FTVTI).

Im Workshop Wissensmanagement erhielten die Teilnehmenden Einblick in die Erfahrungen des BIBB mit dem internen Wissensmanagement mittels sozialer Medien, dem Intranet, der digitalen Führung von Akten (E-Akte) und anderer web-basierter Prozesse. Die Verbreitung von Arbeitsergebnissen an externe Zielgruppen (externes Wissensmanagement) über diverse Datenbanken, Recherchetools und Austauschplattformen wurde ebenfalls vorgestellt und in Bezug auf Äthiopien diskutiert.

KI in der beruflichen Bildung

Wie kann generative KI verantwortungsvoll und reflektiert im Arbeitsalltag eingesetzt werden? Wo liegen Potenziale, Grenzen und Risiken von KI-Anwendungen? Diese Fragen standen im Fokus des Workshops „Verantwortungsvolle Nutzung von KI“.

Der Workshop hatte zum Ziel die institutionellen Kompetenzen der äthiopischen Partner zu stärken und sie bei der wirksamen Wahrnehmung ihrer gesetzlichen Rolle bei der Steuerung und Regulierung der beruflichen Bildung unter Nutzung von KI zu unterstützen.

Die Teilnehmenden erprobten konkrete Einsatzmöglichkeiten von KI in der beruflichen Bildung durch strukturierte Prompting-Strategien – etwa bei der Erstellung von Curricula, der Entwicklung von Lernmaterialien und der Berufsorientierung. Dabei wurde besonders auf ethische Fragen, mögliche Verzerrungen in KI-Modellen sowie auf ökologische und ökonomische Aspekte globaler KI-Infrastrukturen eingegangen. „Mir ist es wichtig, dass die Teilnehmenden lernen Large Language Models (LLMs) nicht als „Magische Werkzeuge“, sondern als statistische Vorhersagemodelle zu verstehen“, so Luca Jelic (BIBB).

Gruppe von Menschen, die vor Computern sitzten
KI-Workshop mit Teilnehmenden des FTVTI

Mit 40 Teilnehmenden, bei ursprünglich 20 Anmeldungen, und regen Diskussionen war das Interesse an den vorgestellten Themen sehr groß. Erika Bürkle (Projektleitung, BIBB) zog ein positives Fazit: „Alle durchgeführten Maßnahmen waren ein voller Erfolg, wobei die nächsten Schritte konkretisiert und die Kooperation mit den äthiopischen Partnern vertieft werden konnten“.

Die Workshopreihe fand im Rahmen des Beratungsprojektes “Organisational Development and Advisory Services for the Ethiopian Ministry of Labour and Skills (MoLS) on TVET Governance“ statt. Das BIBB führt dieses Projekt von Januar 2025 bis Oktober 2027 im Auftrag der Deutschen Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit (GIZ) durch.