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Kooperation auf Augenhöhe

Grundlage für die BIBB-Systemberatung ist ein systemischer Ansatz. Die Beratungsleistung richtet sich an alle Akteure des Berufsbildungssystems. Sie basiert auf Prinzipien, wie etwa der Kooperation auf Augenhöhe, und einem umfassenden Verständnis von beruflicher Bildung.

Durch die Systemberatung wird die Gestaltung von Rahmenbedingungen und Prozessen in den Berufsbildungssystemen der Länder unterstützt. Beratung wird als externer Anstoß für systemische Entwicklungsprozesse verstanden. Dabei orientiert sie sich an bildungspolitischen Zielen und Strategien. Ausgangspunkt sind die nationalen, berufsbildungspolitischen Strukturen. Soziale, kulturelle, wirtschaftliche und politische Strukturen des jeweiligen Landes werden ebenfalls berücksichtigt.

Die Beratung erfolgt individuell auf allen Ebenen des Berufsbildungssystems:

  • Beratung politischer Entscheidungsträger:
    Auf der Systemebene, der sogenannten Makroebene, berät das BIBB politische Entscheidungsträger. Hierbei geht es vorrangig um die Integration aller relevanten gesellschaftlichen Akteure.
  • Beratung berufsbildender Institutionen:
    Das BIBB berät und unterstützt auf der sogenannten Mesoebene beim Aufbau und Wandel von Strukturen berufsbildender Institutionen.
  • Beratung weiterer Akteure der Berufsbildung:
    Auf dieser Ebene berät und unterstützt das BIBB beispielsweise bei der Qualifizierung von Multiplikatorinnen und Multiplikatoren bzw. Mentorinnen und Mentoren. Beratung und Unterstützung bietet das BIBB auch bei Fragen der praktischen Umsetzung dualer Ausbildung.

Die langjährige Erfahrung des BIBB zeigt, dass eine Beratung dann am erfolgreichsten ist, wenn sie maßgeschneidert und gemeinsam mit und in den Ländern breit abgestimmt ist.

5 Prinzipien im Beratungsprozess

Augenhöhe

Das BIBB kooperiert mit den Ländern immer auf Augenhöhe. Das heißt: Die Integration dualer Elemente in das länderspezifische Berufsbildungssystem beruht immer auf dem Bedarf und den Interessen der Länder.

Partizipation

Das BIBB ist bestrebt, alle relevanten Akteure von Anfang an in den Beratungsprozess einzubeziehen. Nur so ist es möglich, das Ziel einer optimalen Zusammenarbeit von Staat, Wirtschaft und der relevanten Nicht-Regierungsorganisationen zu erreichen.

Bedarfsorientierung

Bei der Beratung richtet sich das BIBB streng nach den Erfordernissen in den Ländern. Zunächst wird, gemeinsam mit den Akteuren der Länder, der spezifische Bedarf erfasst. Anschließend wird der Reformprozess des Berufsbildungssystems, entsprechend der nationalen, ökonomischen und sozialen Interessen, vorangetrieben.

Nachhaltigkeit

Die Umweltverträglichkeit von Produkten und Produktionsabläufen ist zu einem wichtigen Standortfaktor geworden. Daher regt das BIBB an den Aspekt Nachhaltigkeit- mit den drei Dimensionen ökologisch, ökonomisch und sozial - bei der Reform von Berufsbildungssystemen zu berücksichtigen. Das BIBB bietet Konzepte und praktische Beispiele zur Förderung von Handlungskompetenz für nachhaltiges Wirtschaften. Diese Konzepte richten sich sowohl an die Auszubildenden als auch an das Berufsbildungspersonal.

Genderaspekt

Das BIBB steht für die Gleichberechtigung der Geschlechter in der Berufsbildung. Beispielsweise berät und unterstützt es bei der Gestaltung von Informationsmaterial und -maßnahmen.

Grafische Darstellung eines Kreislaufs: Handlungsorientierung in der betrieblichen Ausbildung
Abb.: Vollständige Handlung.

Die Beratung des BIBB beruht auf einem umfassenden Verständnis von beruflicher Bildung. Dieses bedeutet:

- Berufliche Bildung fördert gleichermaßen die Beschäftigungsfähigkeit für den Arbeitsmarkt, die Entwicklung der Persönlichkeit und die Bereitschaft und Fähigkeit zur Teilnahme an gesellschaftlichen Prozessen

- Berufliche Bildung beruht auf einem ganzheitlichen Ansatz. D.h. durch berufliche Bildung werden berufliche Handlungskompetenzen und berufliche Handlungsfähigkeit erworben. Das Prinzip der Handlungsorientierung stärkt dabei die Eigenverantwortung und die Fähigkeit zum selbstständigen Arbeiten.

- Berufliche Bildung umfasst Aus- und Weiterbildung und damit lebenslanges Lernen. Zum Lebenslangen Lernen gehören formales und informelles Lernen. Formales, systematisiertes Lernen meint das Lernen in Bildungsinstitutionen, wie der Berufsschule oder einer Fortbildungsakademie. Informelles Lernen bezeichnet die individuelle Weiterbildung, die unabhängig vom Lernort erfolgt. Hierzu gehört beispielsweise das Lernen am Arbeitsplatz. Zentral für die berufliche Bildung ist die Vermittlung von Lernkompetenz, d. h. der Kompetenz „Lernen zu lernen“. (Quelle: Nach BWP 3/2003, S.3)

- Berufliche Qualifikationen berechtigen zur Teilnahme an weiterführenden Bildungsgängen. Der Durchlässigkeit zwischen allgemeiner, beruflicher und akademischer Bildung wird damit entsprochen.

- Viele (potenzielle) Arbeitskräfte verfügen über informell erworbene Kompetenzen. Werden diese Kenntnisse anerkannt, verbessern sich für den Einzelnen die Chancen auf dem Arbeitsmarkt und die Zugangsmöglichkeiten zu formellen Bildungsangeboten.