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Ausbildungsbetriebsquote

Systematische Indikatorenbeschreibung

Name 

Ausbildungsbetriebsquote

Kernaussage (am Beispiel des Berichtsjahres 2008)

Zugang zu den aktuellen Daten

Im Jahr 2008 bilden von den insgesamt 2,06 Mio. Betrieben mit sozialversicherungspflichtig gemeldeten Beschäftigten 0,5 Mio. Betriebe Jugendliche aus. In diesem Berichtsjahr beläuft sich der Anteil der Ausbildungsbetriebe an allen Betrieben (Ausbildungsbetriebsquote) auf 24,0 %.

Aktualität

Daten werden ab Oktober des Folgejahres zur Verfügung gestellt.

Bedeutung für die berufliche Bildung

Der Indikator zeigt an, wie groß der Anteil ausbildender Betriebe ist. Er bildet einen Maßstab, um die Beteiligung privater und öffentlicher Betriebe an der beruflichen Ausbildung Jugendlicher und deren Entwicklung zu beurteilen.

Bezugsgrößen

Zähler:
Anzahl der Betriebe, in denen Beschäftigte in Ausbildung nach den Personengruppenschlüsseln 102 und 141 der Beschäftigtenstatistik der Bundesagentur für Arbeit gemeldet sind

Nenner:
Anzahl aller Betriebe mit sozialversicherungspflichtig Beschäftigten

Berechnungsformel 

Berechnungsormel (Bestand an Ausbildungsbetrieben)/(Bestand an Betrieben mit sozialversicherungspflichtig Beschäftigten)  * 100

(Bestand an Ausbildungsbetrieben)/(Bestand an Betrieben mit sozialversicherungspflichtig Beschäftigten)  * 100

Mögliche Differenzierungen

  • Betriebsgrößenklassen
  • aggregierte Wirtschaftszweige (WZ 2008)
  • Regionen (Ost-/Westdeutschland, Bundesländer, Arbeitsagenturen)

Datenquellen

Betriebsdatei der Beschäftigtenstatistik der Bundesagentur für Arbeit

Stichtag/Betrachtungszeitraum

Der Indikator ist stichtagsbezogen (31.12.) und spiegelt die Situation am Ende des Berichtsjahres wider.

Hinweise zur Güte des Indikators

Die Betriebsdatei der Beschäftigtenstatistik stellt die Grundgesamtheit aller Betriebsstätten in Deutschland mit sozialversicherungspflichtig Beschäftigten dar.
Bei der Interpretation ist zu beachten, dass

  • sich der Anteil der Ausbildungsbetriebe im Laufe eines Jahres verändert und der gewählte Stichtag Ende Dezember keine Aussagen über die durchschnittliche Ausbildungsbeteiligung der Wirtschaft innerhalb eines Jahres ermöglicht;
  • die Meldungen zu sozialversicherungspflichtig Beschäftigten in Ausbildung auch Arbeitgebermeldungen zu Auszubildenden im Gesundheitswesen (z. B. Gesundheits- und Krankenpfleger/-in etc.) enthalten, deren Ausbildungsgänge nicht unter die Bestimmungen des Berufsbildungsgesetzes oder der Handwerksordnung fallen, was zu einer leichten Verzerrung der Bestandszahlen führt (vgl. die oben genannten Interpretationshinweise zur Ausbildungsquote);
  • bei der Berechnung der Ausbildungsbetriebsquote sämtliche am Stichtag nicht ausbildenden Betriebe berücksichtigt werden, ungeachtet der Tatsache, dass ein erheblicher Teil dieser Betriebe keine Ausbildungsberechtigung hat;
  • die Ausbildungsbetriebsquote keinen Rückschluss auf den quantitativen Umfang der Ausbildung in den ausbildenden Betrieben erlaubt und grundsätzlich im Kontext der Ausbildungsquote betrachtet werden sollte.

Sonstige Interpretationshinweise/ (Häufig gestellte Fragen)

Wer wird gezählt?

Gezählt werden alle Betriebsstätten in Deutschland, die sozialversicherungspflichtige Arbeitnehmer/-innen beschäftigen.

Wer wird nicht gezählt?
Nicht gezählt werden Betriebsstätten, die ausschließlich Erwerbstätige beschäftigen, für die keine Sozialversicherungsbeiträge zu entrichten sind.

Auszug aus: Dionisius, Regina; Lissek, Nicole; Schier, Friedel: Beteiligung an beruflicher Bildung - Indikatoren und Quoten im Überblick. - Bonn, 2012
(Wissenschaftliche Diskussionspapiere / Bundesinstitut für Berufsbildung ; 133)

Literaturhinweise

  • TROLTSCH, KLAUS: Betriebliche Berufsausbildung als Auslaufmodell? Bemerkungen zu Befunden über das duale Ausbildungssystem. In: ICKING, MARIA (Hrsg.): Die berufliche Bildung der Zukunft. Hausforderungen und Reformansätze. Berlin 2011 (Schriftenreihe zu Bildung und Kultur der Heinrich Böll Stiftung), S. 24-36
  • TROLTSCH, KLAUS: Regionale Entwicklung der Berufsausbildung. In: BUNDESINSTITUT FÜR BERUFSBILDUNG (Hrsg.): Datenreport zum Berufsbildungsbericht 2010. Bonn 2010a, S. 60-64
  • TROLTSCH, KLAUS: Ausbildung und Beschäftigung - Ergebnisse der Beschäftigtenstatistik 2008. In: BUNDESINSTITUT FÜR BERUFSBILDUNG (Hrsg.): Datenreport zum Berufsbildungsbericht 2010. Bonn 2010b, S. 191-195
  • TROLTSCH, KLAUS; WALDEN, GÜNTER; ZOPF, SUSANNE: Im Osten nichts Neues? 20 Jahre nach dem Mauerfall steht die Berufsausbildung vor großen Herausforderungen. Bielefeld 2009
  • UHLY, ALEXANDRA/TROLTSCH, KLAUS: Duale Berufsausbildung in der Dienstleistungs- und Wissensökonomie. In: Zeitschrift für Berufs- und Wirtschaftspädagogik 105 (2009) 1, S. 15-32