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Ausbildungsquote

Systematische Indikatorenbeschreibung

Name

Ausbildungsquote

Kernaussage (am Beispiel des Berichtsjahres 2008)

Zugang zu aktuellen Daten

Im Jahr 2008 sind unter den 27,6 Mio. sozialversicherungspflichtig gemeldeten Beschäftigten 1,8 Mio. Beschäftigte in Ausbildung. In diesem Berichtsjahr beträgt der Anteil der Auszubildenden an den Beschäftigten durchschnittlich 6,6 %.

Aktualität

Daten werden ab Oktober des Folgejahres zur Verfügung gestellt.

Bedeutung für die berufliche Bildung

Der Indikator zeigt an, wie groß der Anteil der Auszubildenden an allen sozialversicherungspflichtig Beschäftigten ist. Er bildet einen Maßstab, um die Beteiligung privater und öffentlicher Betriebe an der beruflichen Ausbildung Jugendlicher und dessen Entwicklung zu beurteilen.

Gegenüber Stichprobenerhebungen wie dem IAB-Betriebspanel haben Auswertungen der Beschäftigten- und Betriebsstatistik den besonderen Vorteil, Aussagen über die Grundgesamtheit aller Betriebe und sozialversicherungspflichtig Beschäftigten zu ermöglichen. Damit kann auf Hochrechnungen und die Berechnung von Schätzintervallen verzichtet werden.

Bezugsgrößen

Zähler: Anzahl der Beschäftigten in Ausbildung nach den Personengruppenschlüsseln 102 und 141 der Beschäftigtenstatistik der Bundesagentur für Arbeit
Nenner: Summe der sozialversicherungspflichtig Beschäftigten einschließlich Auszubildender

Berechnungsformel 

Berechnungsformel (Bestand an Auszubildenden)/(Bestand an sozialversicherungspflichtig Beschäftigten) * 100 * 100

(Bestand an Auszubildenden)/(Bestand an sozialversicherungspflichtig Beschäftigten) * 100

Mögliche Differenzierungen

  • Betriebsgrößenklassen
  • aggregierte Wirtschaftszweige (WZ 2008)
  • aggregierte Berufsgruppen (KldB 1988/2010)
  • Regionen (Ost-/Westdeutschland, Bundesländer, Arbeitsagenturen)

Datenquellen

Beschäftigtenstatistik der Bundesagentur für Arbeit

Die gesetzliche Grundlage für die Durchführung der Beschäftigungsstatistik ist seit dem 1. Januar 1998 das Dritte Buch Sozialgesetzbuch - Arbeitsförderung - (SGB III) vom 24. März 1997 (BGBl. I S. 594) in der Fassung der zwischenzeitlich erfolgten Änderungen. Die BA ist gemäß § 281 damit beauftragt, auf der Grundlage der Meldungen nach § 28a des Vierten Buches Sozialgesetzbuch - Sozialversicherung - (SGB IV vom 23. Dezember 1976 [BGBl. I S. 3845]) eine Statistik über Beschäftigung zu erstellen.

Stichtag / Betrachtungszeitraum

Der Indikator ist stichtagbezogen (31.12.) und spiegelt die Situation am Ende des Berichtsjahres wider.

Hinweise zur Güte des Indikators 

Nach Einschätzung des Statistischen Bundesamtes stellt die Beschäftigtenstatistik aufgrund des Meldeverfahrens für die Sozialversicherungsträger insgesamt eine valide Basis für statistische Berechnungen dar. Die Richtigkeit und die Vollständigkeit der Angaben werden zu einem großen Teil durch Prüfverfahren garantiert. Dennoch gibt es Versichertenkonten, die unvollständig sind. Dies führt dazu, dass für einige Merkmale nicht zuordenbare bzw. keine Angaben vorhanden sind (STATISTISCHES BUNDESAMT 2005).

Bei der Interpretation ist zu beachten, dass

  • sich der Anteil der Auszubildenden an den Beschäftigten im Laufe eines Jahres verändert und der gewählte Stichtag Ende Dezember keine Aussagen über die durchschnittliche Ausbildungsbeteiligung der Wirtschaft innerhalb eines Jahres ermöglicht (JACOBEBBINGHAUS ET AL. 2008);
  • sich unter den Meldungen zu sozialversicherungspflichtig Beschäftigten in Ausbildung auch Arbeitgebermeldungen zu Auszubildenden im Gesundheitswesen (z. B. Gesundheits- und Krankenpfleger/-in etc.) befinden, deren Ausbildungsgänge nicht den Bestimmungen des Berufsbildungsgesetzes oder der Handwerksordnung unterliegen, was zu einer leichten Verzerrung der Bestandszahlen führt;
  • der Anteil fehlender Berufsangaben zu den Beschäftigten in Ausbildung in den letzten Jahren stark zugenommen hat und eine Bewertung der berufssektoralen Entwicklungen dadurch erschwert wird;
  • bei der Berechnung der Ausbildungsquote sämtliche Beschäftigten von Betrieben berücksichtigt sind, die am Stichtag keine Ausbildungsberechtigung haben.

Sonstige Interpretationshinweise / (Häufig gestellte Fragen)

Wer wird gezählt?
Als sozialversicherungspflichtig Beschäftigte zum jeweiligen Stichtag werden von den auskunftspflichtigen Betrieben alle Arbeitnehmer und Arbeitnehmerinnen gemeldet, die kranken-, renten-, pflegeversicherungspflichtig und/oder beitragspflichtig nach dem Recht der Arbeitsförderung sind.
Sozialversicherungspflichtig Beschäftigte in Ausbildung werden über die Personengruppenschlüssel 102 und 141 gemeldet (BA 2008). Dies sind Auszubildende, deren Ausbildungsverhältnis den Regelungen des Berufsbildungsgesetzes oder der Handwerksordnung unterliegt bzw. die eine Berufsausbildung auf unter Bundesflagge fahrenden Seeschiffen der Kauffahrteischifffahrt absolvieren. Aufgrund von relativ weit gefassten Zuordnungskriterien enthalten die Meldungen zu sozialversicherungspflichtig Beschäftigten in Ausbildung auch Arbeitgebermeldungen zu Auszubildenden im Gesundheitswesen, deren Ausbildung nicht durch das BBiG geregelt ist, sowie Meldungen zu Auszubildenden, die einen Vertrag mit einer außerbetrieblichen Einrichtung abgeschlossen haben. Diese Zählweise führt dazu, dass die quantitative Bedeutung der dualen Berufsausbildung im engen Sinne systematisch leicht überschätzt wird.

Wer wird nicht gezählt?
Nicht gezählt werden Erwerbstätige, die nicht der Sozialversicherungspflicht unterliegen.

Auszug aus: Dionisius, Regina; Lissek, Nicole; Schier, Friedel: Beteiligung an beruflicher Bildung - Indikatoren und Quoten im Überblick. - Bonn, 2012
(Wissenschaftliche Diskussionspapiere / Bundesinstitut für Berufsbildung ; 133)

Literaturhinweise

  • JACOBEBBINGHAUS, PETER; MOHRENWEISER, JENS; ZWICK, THOMAS: Wie kann die durchschnittliche Ausbildungsquote in Deutschland korrekt gemessen werden? (ZEW Discussion Papers). Mannheim 2008
  • STATISTISCHES BUNDESAMT: Qualitätsbericht: Vierteljährliche Bestandsauszählungen sozialversicherungspflichtig Beschäftigter. Wiesbaden 2005
  • TROLTSCH, KLAUS: Der Stellenwert des tertiären Wirtschaftssektors für das duale Berufsausbildungssystem. Folgen betrieblicher Beschäftigungsstrukturen und -entwicklungen für das Bildungsangebot. In: WALDEN, GÜNTER (Hrsg.): Qualifikationsentwicklung im Dienstleistungsbereich. Herausforderungen für das duale System der Berufsausbildung. Bielefeld 2007, S. 51-97
  • TROLTSCH, KLAUS: Ausbildung und Beschäftigung - Ergebnisse der Beschäftigten- und Betriebsstatistik im Zeitraum zwischen 1999 und 2007. In: BUNDESINSTITUT FÜR BERUFSBILDUNG (Hrsg.): Datenreport zum Berufsbildungsbericht 2009. Bonn 2009, S. 171 181
  • TROLTSCH, KLAUS: Ausbildung und Beschäftigung - Ergebnisse der Beschäftigten- und Betriebsstatistik im Zeitraum zwischen 1999 und 2007. In: BUNDESINSTITUT FÜR BERUFSBILDUNG (Hrsg.): Datenreport zum Berufsbildungsbericht 2009. Bonn 2009, S. 171 181
  • TROLTSCH, KLAUS; WALDEN, GÜNTER : Beschäftigungssystem dominiert zunehmend Ausbildungsstellenmarkt. Zur Responsivität des dualen Ausbildungssystems. In: Berufsbildung in Wissenschaft und Praxis, 36 (2007) 4, S. 5-9.
  • TROLTSCH, KLAUS; WALDEN, GÜNTER; KRUPP, THOMAS: Angebots- und nachfragebezogene Einflussfaktoren des regionalen Ausbildungsplatzangebots. In: Berufsbildung in Wissenschaft und Praxis, 39 (2010) 6, S. 15-19