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Junge Menschen ohne Berufsabschluss

Systematische Indikatorenbeschreibung

Name

Junge Menschen ohne Berufsabschluss

Kernaussage (am Beispiel des Berichtsjahres 2008)

Im Jahr 2008 waren 1.579.000 von 9.838.000 der 20- bis 29-Jährigen ohne formalen beruflichen Abschluss. Das entspricht:

  • 16,2 % der Bevölkerung am Hauptwohnsitz im Alter von 20-24,
  • 15,9 % der Bevölkerung am Hauptwohnsitz im Alter von 25-29,
  • 16,1 % der Bevölkerung am Hauptwohnsitz im Alter von 20-29,
  • 16,2 % der Bevölkerung am Hauptwohnsitz im Alter von 30-34.

Zugang zu den aktuellen Daten

Aktualität

Daten sind bis zu 2 Jahre später verfügbar.

Bedeutung für die berufliche Bildung

Der Indikator zeigt an, wie viele junge Menschen im Alter von 20 bis 29 Jahren ohne formalen beruflichen Abschluss sind.
Menschen ohne Berufsabschluss sind seltener erwerbstätig und häufiger erwerbslos, sie können ihren Lebensunterhalt seltener aus eigenem Einkommen bestreiten und sie fehlen als Fachkräfte.

Bezugsgrößen

Zähler:
Summe der 20- bis 29-jährigen Bevölkerung, die keinen beruflichen Abschluss erworben haben, oder die als höchsten beruflichen Abschluss "Anlernausbildung/berufliches Praktikum" oder "Berufsvorbereitungsjahr" angeben.
Davon abgezogen werden diejenigen, die sich zum Befragungszeitpunkt in einer Ausbildung befinden oder Grundwehrdienst/Zivildienst ableisten.

Nenner:
Summe der Personen im Alter von 20 bis 29 Jahren in der Bevölkerung am Hauptwohnsitz.

Anmerkung zur Bezugsgröße:
Der Indikator ist sinnvoll nur für mehrere Jahrgänge gruppiert zu berechnen. Die Quote schwankt zwischen den Jahrgängen stark.

  • Von den 20- bis 29-Jährigen befindet sich ein Viertel noch in Ausbildung, Grundwehr- oder Zivildienst,
  • von den 20- bis 24 Jährigen 40 %,
  • von den 25- bis 29 Jährigen 10,5 %,
  • von den 30- bis 34 Jährigen noch 1,7 %.

Der Anteil nicht formal qualifizierter junger Menschen ist 2008 bei den 20-Jährigen am höchsten, erreicht bei den 24-Jährigen den niedrigsten Wert und steigt dann wieder an.
Wer seine erste Ausbildung erst nach dem 30. Lebensjahr beendet, erreicht seltener einen Abschluss. Die Quote der nfQ ist unter den 20- bis 34-Jährigen höher als in der kleineren Kohorte der 20- bis 29-Jährigen.

Berechnungsformel

Mögliche Differenzierungen

  • Geschlecht
  • Schulabschluss
  • Staatsangehörigkeit
  • Migrationshintergrund
  • Bundesland
  • Region (Alte Bundesländer/ Neue Bundesländer)
  • regionale Einheiten von ca. 500.000 Einwohnern

Datenquellen

Mikrozensus (scientific use file)

Stichtag/Betrachtungszeitraum

Der Mikrozensus hat seit 2005 keinen Stichtag mehr, die Befragung erfolgt über das Jahr verteilt.

Hinweise zur Güte des Indikators

Der Mikrozensus ist eine Haushaltsbefragung, bei der es vorkommt, dass ein Haushaltsmitglied stellvertretend für ein anderes Auskunft gibt. Dabei kann es zu unzutreffenden Angaben kommen. Unzutreffende Auskünfte kommen auch vor, wenn jemand die Frage nicht verstanden hat.

Ausbildungslosigkeit ist kein direkt abfragbares Merkmal, sondern wird aus den Antworten auf zwei Fragen abgeleitet.
Die Fragen lauten:
"Haben Sie einen beruflichen Ausbildungs- oder Hochschul /Fachhochschulabschluss?"
(Antwortmöglichkeiten: "ja" oder "nein/noch nicht")

(nur an diejenigen gerichtet, die mit "ja" geantwortet haben)
"Welchen höchsten beruflichen Ausbildungs- oder Hochschul /Fachhochschulabschluss haben Sie?"

Fehlende Werte: 2008 fehlten bei der Frage nach dem Vorliegen eines Berufsabschlusses 0,3 % der Antworten, auf die Frage nach der Art des beruflichen Abschlusses gaben 0,9 % der Befragten keine Auskunft. Diese Fälle blieben bei der Berechnung der Quote unberücksichtigt.

Der Mikrozensus ist eine 1 %-Stichprobe aller Haushalte in Deutschland, es besteht Auskunftspflicht. Die Zahlen werden gewichtet und anhand der Eckwerte aus der laufenden Bevölkerungsfortschreibung auf die Gesamtbevölkerung hochgerechnet.

Sonstige Interpretationshinweise/(Häufig gestellte Fragen)

Was gilt als Berufsausbildung?
Eine Berufsausbildung ist i. d. R. nach dem Berufsbildungsgesetz oder Landesgesetzen geregelt und hat eine Mindestdauer von 2 Jahren. Auch Abschlüsse einjähriger Schulen des Gesundheitswesens zählen. Anlernausbildungen, Praktika und das BVJ gelten nicht als Ausbildung. Das Berufsgrundbildungsjahr wird im MZ nicht erfragt. Ausbildungsabschlüsse, die im Ausland erworben wurden und mit deutschen Abschlüssen nicht vergleichbar sind, werden als Ausbildung gezählt.

Wie werden die Daten ermittelt?
Die Daten beruhen auf Selbstauskünften oder Auskünften durch ein Haushaltsmitglied. Die Bereinigung um Anlernausbildungen, Praktika und BVJ erfolgt im BIBB.

Wer wird nicht gezählt?
Personen, die an ihrem Nebenwohnsitz befragt werden. Das entspricht dem Bevölkerungsbegriff des Statistischen Bundesamtes.

Mit welchem Schulabschluss ist man am häufigsten von Ausbildungslosigkeit betroffen?
41 % der formal nicht Qualifizierten 20- bis 29-Jährigen verfügten 2008 über einen Hauptschulabschluss, 20,5 % über einen Realschulabschluss und 20,3 % über eine Hochschulzugangsberechtigung. 17,9 % hatten keinen Schulabschluss, 0,4 % der Angaben fehlten.

Wie viele der nicht formal Qualifizierten haben eine Ausbildung abgebrochen und wie viele haben niemals eine begonnen?
Die Frage wird im MZ nicht gestellt. Zu bedenken ist auch, dass ein Teil der nfQ erst nach dem 18. Geburtstag nach Deutschland zugewandert ist und hier nicht mehr schulpflichtig war.

Auszug aus: Dionisius, Regina; Lissek, Nicole; Schier, Friedel [Hrsg.]: Beteiligung an beruflicher Bildung - Indikatoren und Quoten im Überblick. - Bonn, 2012
(Wissenschaftliche Diskussionspapiere / Bundesinstitut für Berufsbildung ; 133)

Literaturhinweise

BUNDESINSTITUT FÜR BERUFSBILDUNG (Hrsg.): Datenreport zum Berufsbildungsbericht 2010: Informationen und Analysen zur Entwicklung der beruflichen Bildung [HTML-Version]. 2010.
URL: http://datenreport.bibb.de/