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Die Teilzeitausbildung – So funktioniert sie

Frisch erst Eltern geworden, noch Kinder Zuhause, die Eltern pflegen und dazu noch eine Ausbildung absolvieren - wie soll das gehen? Ganz einfach, durch eine Teilzeitausbildung.

Das Berufsbildungsgesetz (BBiG) ermöglicht nämlich eine Vereinbarkeit von Familie, individuellen Lebensumständen und dem Erwerb einer qualifizierten Berufsausbildung, worauf nicht nur die Auszubildenden viel Wert legen, sondern auch das Bundesinstitut für Berufsbildung (BIBB) als engagierter Ausbildungsbetrieb. Auf diese Weise müssen Interessierte nicht auf eine Ausbildung verzichten, sondern können durch eine individuelle Anpassung der Ausbildungsgestaltung ihren Zielen nachgehen.  

Seitdem es die Möglichkeit zur Teilzeitausbildung gibt, die 2005 im BBiG verankert wurde, hat sich das BIBB dieser Ausbildungsform angenommen und sie umgesetzt. Nach der erneuten Novelle in 2020 wurden die Rahmenbedingungen für die Teilzeitausbildung flexibilisiert und einem größeren Personenkreis der Zugang ermöglicht. Das BIBB hat seine Konzepte zur Ausbildungsgestaltung entsprechend angepasst und bildet in 2021 den ersten Auszubildenden nach der neuen Rechtsgrundlage befristet in Teilzeit aus. 

Wer? 

Für die Antragsstellung einer Teilzeitausbildung bedarf es eines berechtigten Interesses der/des Auszubildenden. Darunter wurden bisher Personen mit Kindern oder in der Sorge für pflegebedürftige Menschen gefasst. Die jüngste Novelle erweiterte den Anwendungsbereich durch die Aufnahme   vergleichbar schwerwiegender Gründe, sodass künftig auch Menschen mit gesundheitlichen Einschränkungen oder Behinderung und Geflüchtete von der Teilzeitausbildung Gebrauch machen können.

Was? 

Hinzu kommt, dass nun eine individuelle zeitliche Ausgestaltung der Teilzeitberufsausbildung möglich ist. So kann die tägliche oder wöchentliche Ausbildungszeit während der Ausbildung verkürzt werden. Entschieden wird dies konkret-individuell. Die Ausbildungsdauer wird um die verkürzte Ausbildungszeit erweitert, sodass sich das Ausbildungsende verschiebt. Es besteht jedoch gleichzeitig die Möglichkeit die Ausbildungsdauer zu verkürzen.

Zu beachten ist: Der Besuch der Berufsschule bleibt weiterhin von der Teilzeitregelung unberührt.

Wie?

Durchführbar ist das Ganze, wenn der Arbeitgeber und der/die Auszubildende sich über die Ausgestaltung der verkürzten Ausbildungsdauer einschließlich der Reduzierung der täglichen oder wöchentlichen Arbeitszeit einig sind und einen schriftlichen Antrag (Vertragsänderung) bei der zuständigen Stelle einreichen. 

Maurice Knoll, Teilzeit-Auszubildender im BIBB

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Maurice Knoll während seiner Ausbildung im BIBB, die er in Teilzeit absolviert.

Er selbst berichtet Folgendes über seiner Ausbildung: „Die Teilzeitausbildung im BIBB ermöglicht mir meine persönlichen und privaten Bedürfnisse, aufgrund meiner Schwerbehinderung, besser mit meiner Ausbildung zu vereinbaren. Im BIBB wurde die Teilzeitausbildung positiv aufgenommen und ich werde in allen Belangen unterstützt. Durch die verkürzte Ausbildungszeit kann ich mich besser auf die wesentlichen Inhalte der Ausbildung konzentrieren und fühle mich weniger belastet.“