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Teilzeitberufsausbildung

… Ausbildung mit Kind? Ja! Mit Teilzeitausbildung

Berufsausbildung und Familie sind miteinander vereinbar. Diese Möglichkeit ist seit 2005 im § 8 des Berufsbildungsgesetzes (BBiG) verankert. Bei berechtigtem Interesse des Auszubildenden wird bei der Teilzeitausbildung der betriebliche Teil zeitlich verkürzt. Junge Mütter und Väter sowie Pflegende können gemeinsam mit dem Ausbildungsbetrieb bei der zuständigen Kammer einen Antrag auf Verkürzung der Ausbildungszeit stellen.

War die Berufsausbildung junger Mütter früher eine Ausnahme, so ist sie seit 2005 eine im § 8 BBiG und § 27b HwO gesetzlich verankerte Möglichkeit: Haben junge Frauen oder Männer ein eigenes Kind zu versorgen, pflegen sie eine(n) nahe(n) Angehörige(n) oder liegen vergleichbare schwerwiegende Gründe vor, können sie gemeinsam mit ihrem Ausbildungsbetrieb bei der zuständigen Stelle beantragen, dass ihre Ausbildungszeit wöchentlich oder täglich verkürzt wird. Empfehlungen zur Umsetzung dieser Regelung hat der Hauptausschuss des BIBB 2008 verabschiedet. Das BIBB fördert und begleitet die Teilzeitausbildung mit Forschung und Beratung und stellt Grundlagenwissen und Informationen über Umsetzungsvarianten der Teilzeitausbildung zur Verfügung. Auf der Internetseite des vom BIBB umgesetzten Förderprogramms JOBSTARTER plus finden sich Informationen und Materialien – wie Studien, Broschüren, Fachartikel und statistische Auswertungen. Die BIBB-Fachstelle überaus bietet eine Vernetzungsmöglichkeit für Fachkräfte, die sich zum Thema Teilzeitausbildung austauschen möchten.

Aktuelle Zahlen aus dem Berufsbildungsbericht 2018 verdeutlichen, dass 2,14 Mio. junge Menschen ohne berufliche Qualifikation bleiben. 52,8 Prozent aller jungen Mütter (rund 104.000) und 44,1 Prozent aller jungen Väter (rund 22.000) im Alter von 16 bis 24 Jahren waren 2016 ohne Berufsabschluss und besuchten weder eine Schule, noch absolvierten sie eine Berufsausbildung oder Studium. Mit dem Ziel, auch Potenziale junger Erwachsener ohne Berufsabschluss für die Berufsausbildung zu erschließen, haben die Partner in der Allianz für Aus- und Weiterbildung bereits 2010 vereinbart, durch vielfältige Maßnahmen auf eine stärkere Nutzung der Teilzeitberufsausbildung nach § 8 BBiG von jungen Eltern und Betrieben hinzuwirken.
Die Erfahrung zeigt, dass der Übergang in eine Berufsausbildung gerade für junge Erwachsene mit Familienverantwortung sich in vielerlei Hinsicht schwierig gestalten kann – das beginnt bei der Suche nach einer Ausbildungsstelle und reicht bis zu Fragen der Finanzierung des Lebensunterhalts während der Ausbildung.

Neben den nützlichen Informationen, die JOBSTARTER zur Verfügung stellt, bieten u.a. Kammern, Agenturen für Arbeit und Jobcenter Beratung und Unterstützung in Sachen Teilzeitausbildung. Im Netzwerk Teilzeitausbildung haben sich Bildungsträger, Beratungsstellen und Beauftragte für Chancengleichheit am Arbeitsmarkt (BCA’s) aus ganz Deutschland zusammengeschlossen. Die Internetseite des Netzwerks bietet eine Übersicht über bundesweite Ansprechpartnerinnen und Ansprechpartner Projektlandkarte, sowie weitere (Hintergrund-)Informationen zu diesem Thema.