Hochschulische Praxisanleitung

Wie gelingt gute Praxisanleitung im Studium? Eine internationale Analyse zeigt, welche Strukturen, Kommunikationswege und Modelle die Zusammenarbeit zwischen Hochschule und Praxis stärken – Grundlage für das Forschungsprojekt „Hochschulischen Praxisanleitung“.

Kurzbeschreibung

Zunächst wurde eine Recherche nationaler und internationaler Literatur zu diesem Thema und Interviews mit den Personen von den verschiedenen Lernorten durchgeführt. Dabei wurden die bisher bekannten Probleme, Vorbehalte aber auch Erfolge von Kooperationen analysiert. Entstanden ist ein Kanon von Herausforderungen und Lösungsansätzen, gebündelt in zwei Berichten zum internationalen und zum nationalen Erkenntnisstand. Aus den Ergebnissen von CHE Consult entstanden zwei Handreichungen, die die hochschulischen Praxisanleitung und Lernortkooperationen im Kontext der hochschulischen Pflegeausbildung betreffen.

  • Projektlaufzeit: 08/2020-12/2020

Hintergrund

Für die hochschulische praktische Pflegeausbildung haben sich im Zuge der Reform der Pflegeberufe Verantwortlichkeiten verändert, wodurch vorhandene Arbeitsprozesse neu zu gestalten sind. Hochschulen und Praxispartner/innen sind dazu angehalten, sowohl die primärqualifizierenden Pflegestudiengänge als auch die Lernortkooperation entsprechend auszurichten.

CHE Consult führte im Rahmen eines Forschungsauftrags zwei Analysen durch: Erstens, ein Review auf Basis des internationalen Forschungsstands der letzten 10 Jahre. Zweitens, eine Synopse zu den nationalen Erfahrungen seit Inkrafttreten des Pflegeberufegesetzes (PflBG) im Jahr 2020. Grundlage der Synopse waren Interviews mit Hochschulen und Praxiseinrichtungen sowie eine nationale Literaturrecherche.

 

Die Ziele im Überblick:

Das Projektziel ist es, die Ausbildungs- und Lehrgrundlagen hochschulischer Pflegestudiengänge zu analysieren und daraus ein praxisnahes Konzept zur hochschulischen Praxisanleitung zu entwickeln.

Zentrale Zielsetzungen:

  • Systematische Auswertung internationaler Studien zur Lernortkooperation zwischen Hochschule und Praxis.
  • Identifikation bewährter Modelle der Praxisanleitung und Kommunikation in der Pflegeausbildung.
  • Entwicklung von Empfehlungen für eine gelingende Verzahnung von Theorie und Praxis.
  • Ableitung der Ergebnisse in zwei Handeichungen zur hochschulischen Praxisanleitung und hochschulischen Lernortkooperation.

Forschung & Vorgehen

Systematisches Vorgehen

  • Die Studie basiert auf einem systematischen und integrativen Review nach dem Ansatz von Whittemore & Knafl (2005).
  • Untersucht wurden internationale Publikationen der Jahre 2010 bis 2020 aus den Datenbanken PubMed, LIVIVO und EBSCO.
  • Berücksichtigt wurden qualitative und quantitative Forschungsdesigns sowie theoretische Beiträge, um ein umfassendes Bild des internationalen Forschungsstands zu gewinnen.

Forschungsschwerpunkte
Das Review beantwortete vier zentrale Fragen:

  1. Strukturelle Rahmenbedingungen: Wie sind Lernortkooperation und Praxisphasen international organisiert?
  2. Rolle der Praxisanleitenden: Welche Aufgaben und Qualifikationen prägen ihre Arbeit?
  3. Kommunikation: Wie gelingt der Informationsfluss zwischen Hochschule, Praxis und Studierenden?
  4. Bewertung des Lernfortschritts: Welche Verfahren werden genutzt, um Kompetenzen objektiv zu bewerten?

Forschungsergebnisse im Überblick

Die Analyse zeigt: Erfolgreiche Lernortkooperationen brauchen klare Strukturen.

  • Vertragliche Grundlagen: Kooperationen zwischen Hochschule und Praxiseinrichtung sollten schriftlich geregelt sein – mit definierten Zuständigkeiten und Kommunikationswegen.
  • Qualifikation: Praxisanleitende benötigen ein Qualifikationsniveau auf akademischer Höhe der Studierenden.
  • Evaluation: Regelmäßige Evaluationen sichern Qualität und Entwicklung.
  • Zentrale Vergabestellen: Internationale Beispiele zeigen, dass eine koordinierte Vergabe von Praxisplätzen Ressourcen bündelt und Zusammenarbeit stärkt.

Projektbeteiligte

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