career@care - Durchlässigkeit und Bildungspfade in der Pflege
Wie gelingen Bildungswege in der Pflege – von der Pflegefachassistenz, über die Pflegeausbildung, Weiterbildung und Pflegestudium? Das Projekt analysiert theoretische und tatsächliche Übergänge, zeigt strukturelle Hürden auf und formuliert konkrete Ansatzpunkte für mehr Transparenz und bessere Anschlussfähigkeit im Pflegebildungssystem.
Kurzbeschreibung
Das Forschungsprojekt untersuchte auf Basis einer wissenschaftlichen systematischen Datenerhebung die Durchlässigkeit der Bildungsabschnitte in der Pflege, wobei insbesondere Auszubildende, Studierende und Personen in Weiterbildung im Fokus standen.
Hintergrund
Die Durchlässigkeit von Bildungspfaden hat eine hohe Bedeutung. Bildungsaufstiege helfen der persönlichen, aber auch der gesellschaftlichen Entwicklung und wirken dem Fachkräftemangel entgegen.
Die Aus-, Fort- und Weiterbildung in der Pflege weist Entwicklungspotenziale hinsichtlich der Durchlässigkeit und Anschlussfähigkeit an das Bildungssystem auf. Die Pflegebildung ist zudem betroffen von Veränderung, darunter die Pflegeberufereform, sowie die Durchführung von Modellvorhaben zur Übertragung ärztlicher Tätigkeiten an entsprechend qualifizierte Pflegefachpersonen und das Gesetz zur Befugniserweiterung und Entbürokratisierung in der Pflege (BEEP).
Forschung & Vorgehen:
Im Sinne einer mehrdimensionalen Untersuchung des Forschungsthemas werden unterschiedliche Perspektiven und Datenquellen ausgewertet. Während die tatsächliche Durchlässigkeit des Bildungssystems anhand qualitativer empirischer Erhebungsmethoden (leitfadengestützte und narrative Interviews sowie Fokusgruppen) analysiert werden, dient eine Dokumentenanalyse der Erfassung der theoretisch möglichen Durchlässigkeit.
Forschungsergebnisse:
Zentrales Ergebnis des Projekts ist eine systematische Gegenüberstellung theoretisch möglicher und tatsächlich praktizierter Übergänge zwischen Bildungsoptionen in der Pflege. Auf dieser Grundlage werden Verbesserungspotenziale und Handlungsbedarfe der Durchlässigkeit im Aus-, Fort- und Weiterbildungssystem sichtbar gemacht. Die Ergebnisse liefern damit Ansatzpunkte für Politik, Praxis und Pflegebildung, um Durchlässigkeit zu gestalten und zu stärken.
Die Analyse zeigt, dass es derzeit keine verlässliche quantitative Datengrundlage gibt, um Übergänge zwischen Bildungsoptionen in der Pflege systematisch nachzuzeichnen. Aussagen zur Durchlässigkeit stützen sich überwiegend auf qualitative Studien. Diese betrachten häufig die Situation vor Einführung des Pflegeberufegesetzes (PflBG) und bilden aktuelle Entwicklungen nur eingeschränkt ab. Insgesamt besteht ein deutlicher Forschungsbedarf, um tatsächliche Bildungswege belastbar erfassen und vergleichen zu können.
Auf normativer Ebene ist die Durchlässigkeit zwischen verschiedenen Bildungsgängen und -ebenen in der Pflege vielfach vorgesehen. In der Praxis werden diese Übergänge jedoch nur selten realisiert. Zwischen formalen Regelungen und tatsächlichen Bildungsbiografien klafft damit eine deutliche Lücke. Theoretisch mögliche Anschlussoptionen bleiben für viele Auszubildende und Beschäftigte schwer erreichbar.
Assistenzausbildungen, Weiterbildungen und Studienangebote sind zum Zeitpunkt der Studie bundesweit uneinheitlich geregelt. Das vielfältige Angebot ist für Lernende, Praxis und Einrichtungen häufig unübersichtlich. Diese Intransparenz erschwert Orientierung, Planung von Bildungswegen und strategische Personalentwicklung.
Die Pflegeassistenzausbildung erweist sich zum aktuellen Zeitpunkt in der Praxis als nur eingeschränkt anschlussfähig an die Pflegefachausbildung. Ein zentrales Hemmnis ist ihre häufig fehlende generalistische Ausrichtung. Dadurch bleiben Übergänge in die Ausbildung zur Pflegefachperson trotz formaler Möglichkeiten begrenzt.
In vielen Einrichtungen fehlt eine systematische Personalentwicklung, die Bildungsentscheidungen aktiv begleitet. Karriere- und Laufbahnberatung ist oft nicht fest etabliert. Potenziale zur gezielten Förderung von Bildungsaufstiegen und zur Bindung von Fachpersonen bleiben dadurch ungenutzt.
Das primärqualifizierende Pflegestudium ist derzeit für viele Interessierte weniger attraktiv als die berufliche Pflegeausbildung. Ein wesentlicher Grund liegt darin, dass bislang nur vereinzelt passende Stellenprofile für akademisch qualifizierte Pflegefachpersonen entwickelt und organisatorisch verankert wurden. Klare berufliche Perspektiven fehlen vielerorts.
Projektbeteiligte
Wie können wir Ihnen weiterhelfen?
Egal, ob es um die berufliche Aus- und Weiterbildung in Deutschland, um europäische Berufsbildungspolitik, Hintergrundinformationen oder um statistisches Basismaterial geht - im BIBB stehen kompetente Ansprechpartnerinnen und Ansprechpartner zur Verfügung!