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Keine Zeit zu verlieren: EU konzentriert sich auf berufliche Qualifikationen für den grünen Wandel

Am 13.05.2022 haben Margaritis Schinas (European Commission Vice-President for Promoting our European Way of Life) und Nicolas Schmit (European Commissioner for Jobs and Social Rights) ein wichtiges Statement abgegeben. Es sei keine Zeit zu verlieren. Die EU konzentriere sich auf berufliche Qualifikationen, um den grünen Wandel zu schaffen.

Keine Zeit zu verlieren: EU konzentriert sich auf berufliche Qualifikationen für den grünen Wandel

Ein zentraler Punkt in diesen schwierigen Zeiten sei dabei, die Menschen, die vor dem Krieg in der Ukraine fliehen, bei der Integration in den europäischen Arbeitsmarkt zu unterstützen. Die EU und ihre Mitgliedstaaten seien bereit, ihnen dabei zu helfen, ihre Qualifikationen abzubilden, eine berufliche Aus- und Weiterbildung zu absolvieren sowie Lehrstellen und Arbeitsplätze zu finden.

Gleichzeitig ist es dringend notwendig, in Europa und der ganzen Welt Klimaneutralität zu erreichen. Dies erfordert gewaltige Anstrengungen von Bürgern, Unternehmen und mitunter ganzen Branchen. Das bedeutet auch, dass viele Arbeitnehmer den Sprung von Arbeitsplätzen in traditionellen, auf fossilen Brennstoffen basierenden Industrien zu neu entstehenden grünen Sektoren und „grünen Arbeitsplätzen“ in allen Sektoren schaffen müssen, in denen ein Fachkräftemangel herrscht. Als Beispiel wurde der Bausektor aufgeführt. Hier wird erwartet, dass durch den europäischen „Green Deal“ bis 2030 in der EU 487.000 neue Arbeitsplätze entstehen werden. 

Eine zentrale Rolle kommt bei diesem Wandel der Berufsbildung zu. Sie kann durch ihre enge Verknüpfung mit dem Arbeitsmarkt und Elementen des berufsbezogenen Lernens den Arbeitnehmern helfen, sich in diesen neuen grünen Technologien weiterzubilden und den Übergang von einem Arbeitsplatz zum anderen zu bewältigen.

Die Kommission unterstützt die Mitgliedstaaten bei der Umgestaltung ihrer Berufsbildungssysteme, um sie fit für den grünen Wandel zu machen. Ein Beispiel dafür ist die Erasmus+-Finanzierung, die zum Aufbau von „Centres of Vocational Excellence“ beiträgt. Diese bringen ein breites Spektrum lokaler Partner zusammen, um „Kompetenz-Ökosysteme“ zu entwickeln und zur regionalen Entwicklung beizutragen. Bereits angelaufen sind GREENOVET, die europäische Exzellenzplattform für grüne Innovation in der Berufsbildung, EPLUG, die europäische Plattform für Stadtbegrünung, und 3LOE, Professional Excellence in the Green Economy.

Der „Pact for Skills“ ist ein weiteres Instrument, mit dem die Kommission Unternehmen und Arbeitnehmer dabei unterstützt, sich auf den grünen und digitalen Wandel vorzubereiten. Durch die Schaffung eines Forums für alle Partner, in dem der aktuelle und künftige Qualifikationsbedarf erörtert und Partnerschaften aufgebaut werden können, übernimmt der Pakt die Rolle eines Matchmakers für Angebot und Nachfrage von Talenten in Europa. Bislang haben sich über 600 Organisationen verpflichtet, 6 Millionen Menschen die richtigen Qualifikationen zu vermitteln – und das ist erst der Anfang.

Ziel für 2030 ist es, dass 60 % aller Erwachsenen in der EU jedes Jahr an einer Weiterbildung teilnehmen. Die Mitgliedstaaten können EU-Mittel in Anspruch nehmen, um zusätzlich zur allgemeinen und beruflichen Erstausbildung in die Umschulung und Höherqualifizierung der Arbeitskräfte zu investieren. Die Mittel aus dem Europäischen Sozialfonds Plus können den Mitgliedstaaten dabei helfen, ihre Berufsbildungssysteme zu modernisieren und sie für den grünen Wandel fit zu machen, indem sie ihre Berufsbildungsprogramme aktualisieren, um den neuen Qualifikationsanforderungen gerecht zu werden.