QUAWE – Qualifizierungsanforderungen und Weiterbildung

Das Forschungsprojekt QUAWE untersuchte Weiterbildungsangebote für Pflegefachpersonen in Deutschland. Ziel war es, Transparenz zu schaffen, bestehende Angebote zu systematisieren und künftige Qualifizierungsbedarfe zu identifizieren – für ein durchlässiges, zukunftsfähiges Bildungssystem in der Pflege.

Kurzbeschreibung

Die Projektarbeit beinhaltete die Bestandsaufnahme und Systematisierung aller im Pflegebereich bestehenden Weiterbildungen mit der Zugangsvoraussetzung einer absolvierten dreijährigen (VZ) Pflegeausbildung und einem Mindestumfang von 150 Stunden sowie einen expliziten Fachbezug zu Arbeitsprozessen in der Pflege. Ausgenommen waren hierbei allerdings Weiterbildungen zur Führungsperson in der Pflege. Zudem wurde der sich abzeichnende Bedarf für (Fach-)Weiterbildungen auf Basis der neuen generalistischen Pflegeausbildung nach dem PflBG aufgezeigt.

  • Projektlaufzeit: 05/2021 – 10/2022, Verlängerung bis 2024

Factsheet

gestaltungsmoeglichkeiten
Hintergrund

Im Rahmen des Forschungsprojektes "Qualifizierungsanforderungen von Weiterbildungen (QUAWE)" wurden vom Projektteam bestehende Qualifizierungsangebote und Weiterbildungen für Pflegefachpersonen in den einzelnen Bundesländern erfasst, analysiert und systematisiert. Ausgenommen sind dabei Weiterbildungen von Führungspersonen in der Pflege gewesen. Darauf aufbauend wurden auch zukünftige Weiterbildungsbedarfe identifiziert.

Das Forschungsprojekt zielte darauf ab, eine Informationsgrundlage dafür zu schaffen, das Bildungssystem in der Pflege durchlässig und zukunftsfähig zu gestalten und künftig Weiterbildungen an die primärqualifizierenden Ausbildungen auf den verschiedenen Niveaustufen des DQR anzupassen.    

Ziele des Projekts

Das Forschungsprojekt QUAWE untersuchte Weiterbildungsangebote für Pflegefachpersonen in Deutschland.
Im Fokus stand die Bestandsaufnahme und Systematisierung bestehender Angebote, um Transparenz zu schaffen und künftige Entwicklungen im Weiterbildungssystem der Pflege besser zu steuern.

Zentrale Ziele:

  • Erfassung und Analyse von Weiterbildungen mit fachlichem Bezug (ohne Führungsweiterbildungen) ab 150 Stunden Umfang für dreijährig ausgebildete Pflegefachpersonen
  • Entwicklung einer Informationsgrundlage für ein durchlässiges und zukunftsfähiges Bildungssystem in der Pflege

Forschung & Vorgehen

Das Forschungsinstitut Betriebliche Bildung (f-bb) identifizierte und clusterte dabei unter Mitarbeit von Prof. Dr. Astrid Seltrecht bundesweit die Weiterbildungen (inklusive Praxisanleitung) und deren Qualifikationsanforderungen. Die Systematisierung der recherchierten Weiterbildungsangebote erfolgte entlang der Kompetenzniveaus des DQR. Um die Rechercheergebnisse empirisch zu evaluieren, führte das f-bb darüber hinaus eine standardisierte Online-Befragung sowie leitfadengestützte Interviews mit Protagonisten in der Pflegelandschaft durch.

Forschungsergebnisse

Pflegeweiterbildungen werden in Deutschland auf Länderebene geregelt – das führt zu einer großen Vielfalt an Bezeichnungen, Inhalten und Strukturen.

  • Begriffe wie Fortbildung und Weiterbildung werden oft synonym genutzt
  • Bundesweite Standards und einheitliche Anerkennungsverfahren fehlen
  • Besonders häufig sind Weiterbildungen in Praxisanleitung, Psychiatrie und Palliativpflege

Über 360 Weiterbildungsangebote wurden mithilfe von Web Scraping und Dokumentenanalysen erfasst.

  • Große Unterschiede bestehen bei Dauer, Adressatenkreis und Kompetenzniveau
  • Viele Qualifikationen würden sich dem DQR-Niveau 5 zuordnen lassen, eine klare Verbindung zwischen Abschlussbezeichnung und Niveau fehlt jedoch

Interviews und eine Online-Befragung zeigen:

  • Die Weiterbildungsordnungsarbeit der Länder ist uneinheitlich, der Wunsch nach gemeinsamen Standards wächst
  • Arbeitgebende spielen eine Schlüsselrolle – durch Finanzierung und Freistellung
  • Zeitmangel ist das größte Hindernis, vor allem bei 30- bis 50-Jährigen

Empfohlen werden:

  • Ein einheitliches Begriffsverständnis von Fort- und Weiterbildung
  • Eine stärkere Ausrichtung am DQR zur Sicherung von Qualität und Transparenz
  • Der Aufbau eines länderübergreifenden Austauschs und einer Expert/-innengruppe zur Orientierung im heterogenen Feld

Projektbeteiligte

Wie können wir Ihnen weiterhelfen?

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