LPP- lebensphasengerechte Personalentwicklung mit abgestimmten Qualifikations- und Tätigkeitsprofilen und Berufslaufbahn

Darstellung vielfältiger, individueller Laufbahnen/Karrierewege in der Pflege und Konzepte für eine lebensphasengerechte Personalplanung.

Kurzbeschreibung

Das Projekt untersuchte, wie pflegeberufliche Laufbahnkonzepte lebensphasengerechte Personalplanung die Attraktivität des Pflegeberufs steigern und den Zugang zu Bildungswegen verbessern können. Dazu wurden praxisnahe Beispiele wie die Metrokarte und Steckbriefe der Berufslaufbahnen entwickelt. Auf dieser Grundlage entstanden konkrete Empfehlungen zur Gestaltung von Arbeitsbedingungen und Laufbahnen, die direkt in die Praxis umsetzbar sind.

  • Projektlaufzeit: 01/2023 – 12/2024

Factsheet

Hintergrund

Vor dem Hintergrund des steigenden Fachkräftebedarfs in der Pflege gilt es geeignete Maßnahmen zu entwickeln, welche die Versorgungssicherheit bundesweit gewährleisten.

Attraktivität des Pflegeberufs ist ein zentraler Ansatzpunkt, um dem Fachkräftemangel und vorzeitigen Berufsaustritten aus der Pflege entgegenzuwirken. Dies erhöht die Anforderungen an eine Arbeitsorganisation, die individuelle Berufslaufbahnen und gute Arbeitsbedingungen ermöglichen, die Zufriedenheit im Pflegeberuf steigern und gleichzeitig die Qualität der Pflege unter restriktiven (ökonomischen und personellen) Rahmenbedingungen sicherstellt. 

Im Mittelpunkt des Forschungsprojektes steht folgende Fragestellung: Wie können pflegeberufliche Laufbahnkonzepte und betriebliche Modelle der lebensphasengerechten Personalplanung dazu beitragen, die Attraktivität des Pflegeberufs und die Durchlässigkeit im pflegeberuflichen Bildungssystem zu erhöhen? 

Eine „lebensphasengerechte Personalplanung“ erfordert einen Aushandlungsprozess zwischen Pflegenden und Pflegeeinrichtungen, der durch strukturelle Rahmenbedingungen (z. B. Versorgungsleistungen der Pflegeeinrichtungen, Weiterbildungsangebote) beeinflusst wird. Entsprechend gilt es für die Konzeption einer lebensphasengerechten Personalplanung sowohl die Perspektiven der Pflegenden (Mikroebene) und Pflegeeinrichtungen (Mesoebene), als auch die (arbeitsmarkt-)politischen, institutionellen und sozialen Rahmenbedingungen (Makroebene) stärker in den Fokus zu stellen.

Ziele im Überblick

Aus guten Praxisbeispielen wurden umsetzbare Konzepte für die Personalentwicklung erstellt, die sich an den verschiedenen Lebensphasen von Pflegenden orientieren.

Das Projekt umfasst:

  • Entwicklung von Berufslaufbahnkonzepten, die typische Bildungs- Karrierewege in der Pflege aufzeigen
  • Identifikation von Hindernissen im Bildungssystem und Ansätze zur Verbesserung der Durchlässigkeit
  • Konzeption einer lebensphasenorientierten Personalplanung

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Forschung & Vorgehen

Das Forschungsvorhaben basiert auf einem Mixed-Methods-Ansatz, der quantitative und qualitative Forschungsansätze sowie -methoden kombiniert.

Insbesondere werden Literaturreviews, Sekundärdatenanalysen, Fokusgruppen, Fallstudien sowie Workshops und leitfadengestützte, biografische Interviews im Projekt durchgeführt, deren Erkenntnisse aufeinander aufbauen und einen umfassenden Zugang zum Untersuchungsgegenstand gewährleisten sollen.

Berufslaufbahn- und Personalentwicklungskonzepte in den Handlungsfeldern der Pflege sollten sich nicht an scheinbaren Normalbiografien, sondern an der Heterogenität der Karriereverläufe und Lebenslagen von professionell Pflegenden orientieren. Diese Vielfalt an Karrierewegen in der Pflege wird anhand einer „Metrokarte“ aufgezeigt.

Literaturrecherche und Fokusgruppeninterviews ergeben, dass Laufbahnen häufig in Minizyklen von ca. 3-5 Jahren verlaufen. Dies erforderten eine Verzahnung und Interaktion innerhalb der Organisation. Häufig sind Personalentwicklungskonzepte noch nicht vorhanden. Sie sollten zukünftig stärker betrieblich verankert und mit flexiblen Anpassungsmöglichkeiten ausgestattet werden.

Die Teilauswertungen des Sozio-oekonomischen Panels deuten darauf hin, dass in der nicht repräsentativen Stichprobe von Pflege(fach)personen sowohl beim Berufsausstieg als auch beim Berufseinstieg eine Präferenz für Berufe mit sozialer Interaktion besteht.

Die Auswertung der Fokusgruppen- und biografischen Interviews unterstreicht die Relevanz von Aushandlungsprozessen zwischen individuellen Lebenssituationen und betrieblichen Möglichkeiten, die maßgeblich von Führungspersonen beeinflusst werden. Darüber hinaus spielen Belastungssituationen und Teamdynamiken bei Karriereentscheidungen eine Rolle.

Die Ergebnisse der Experten- und Expertinnen-Interviews und des Validierungsworkshops bestätigen die Forschungsergebnisse. Aus den durchgeführten Fallstudien ergeben sich konkrete Hinweise für die institutionelle Umsetzung, die in eine Handreichung für Unternehmen mit eingeflossen sind.

Metrokarte und Steckbriefe - Individuelle Pflegelaufbahnen 

Handreichung für Unternehmen in der Pflegepraxis

Veröffentlichungen

KRAUSE-ZENß, Antja; MÜLLER, Julia; SELLMANN, Henrik: Flexible Lösungen finden. In: Die Schwester / Der Pfleger 63 (2024) 10, S. 58-61

LENZEN, Julia; SELLMANN, Henrik; WIRTH, Lena M.: Neugierde, Empowerment und soziale Unterstützung. Berufliche Laufbahngestaltung in der Pflege und Einflussmöglichkeiten durch Führungspersonen. In: berufsbildung (2025) 1, S. 25-28

SELLMANN, Henrik; LENZEN, Julia; WIRTH, Marie: Einmal Pflege, immer Pflege? In: care konkret. 27 (2024) 36, S. 2

WIRTH, Lena Marie; LENZEN, Julia; SELLMANN, Henrik; KIEPENHEUER-DRECHSLER, Barbara; KRAUSE-ZENß, Antje; MÜLLER, Julia; PEIN, Katja: Handreichung für Unternehmen in der Pflegepraxis. Jahr. 2025.
Download

WIRTH, Lena Marie; LENZEN, Julia; SELLMANN, Henrik; KRAUSE-ZENß, Antja: "Warum in die Ferne schweifen, …?" ¬– Berufsmobilitäten in der Pflege. Forschung aktuell 2024. URL: https://doi.org/10.53190/fa/202408 (Stand: 04.12.2024)

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