PRAQ - Pflege-Rekrutierung-Ausbildung-Qualität

Kurzbeschreibung

Das Projekt PRAQ (Pflege – Rekrutierung – Ausbildung – Qualität) untersucht, wie die Pflegeausbildung in Deutschland gezielt gestärkt werden kann. Im Mittelpunkt steht die Frage, wie mehr Menschen für eine Ausbildung in der Pflege gewonnen, erfolgreich ausgebildet und langfristig im Beruf gehalten werden können.

  • Projektlaufzeit: 12/2025 - 11/2028

gestaltungsmoeglichkeiten
Hintergrund

Die Pflegeausbildung steht derzeit vor erheblichen Herausforderungen. Einerseits steigt der Bedarf an qualifiziertem Pflegepersonal kontinuierlich, andererseits zeigt sich eine unzureichende Nachfrage nach Ausbildungsplätzen. Dies erschwert die Deckung des Fachkräftebedarfs und verstärkt bestehende Versorgungsengpässe.

Hinzu kommt, dass die Bewerber/-innenakquise vielfach durch tradierte Strukturen, wenig zielgruppengerechte Strategien sowie unzureichende Kenntnisse über Barrieren bei der Ausbildungsaufnahme geprägt ist. Gleichzeitig bestehen offene Fragen hinsichtlich der Ausbildungsqualität am Lernort Praxis, die für den erfolgreichen Abschluss sowie die Bindung an den Beruf zentral ist. Vor diesem Hintergrund wurde das Projekt PRAQ initiiert, welches in Kooperation zwischen der Medizinischen Fakultät der Christian-Albrechts-Universität zu Kiel (CAU) am Universitätsklinikum Schleswig-Holstein (UKSH) und dem Forschungsinstitut Betriebliche Bildung (f-bb) umgesetzt wird. Es reagiert auf den dringenden Bedarf, die Nachfragedynamiken differenziert zu erfassen und die Qualität der praktischen Ausbildung empirisch fundiert weiterzuentwickeln.

Ziele

Ziele des Projekts PRAQ

Das Projekt PRAQ zielt darauf ab, die Pflegeausbildung durch evidenzbasierte Erkenntnisse und praxisnahe Strategien zu stärken. Im Mittelpunkt steht die Optimierung der gesamten „Candidate Journey“ – von der Ansprache bis zur Bindung von Auszubildenden.

Ziele im Überblick

  • Verbesserung der Ansprache und Gewinnung von Bewerberinnen und Bewerbern
  • Entwicklung eines Persona-Konzepts zur gezielten Ansprache unterschiedlicher Bewerbergruppen
  • Stärkung der Ausbildungsqualität am Lernort Praxis durch konkrete Qualitätskriterien
  • Entwicklung eines Umsetzungskonzepts und praxisnaher Unterstützungsangebote für Einrichtungen
  • Einsatz innovativer Formate zur modernen Bewerberansprache (z. B. Video-Clips)
  • Analyse von Zugangshürden und nicht realisierter Nachfrage in der Pflegeausbildung
  • Ableitung von Handlungsempfehlungen für Politik, Praxis und Verbände zur Fachkräftesicherung

forschung
Forschung und Vorgehen

PRAQ folgt einem mehrstufigen, triangulativen Forschungsdesign, das qualitative, quantitative und dokumentenanalytische Verfahren integriert. Die methodische Vorgehensweise ist in vier zentrale Studienphasen unterteilt, die aufeinander aufbauen und eine fundierte Datenbasis gewährleisten. In der ersten Phase werden Rapid Reviews eingesetzt, um zeitnah den aktuellen nationalen und internationalen Forschungsstand zu Attraktionsfaktoren und Qualitätskriterien zu systematisieren.

Einen zentralen Aspekt der empirischen Arbeit bilden die Sekundäranalysen bestehender BIBB-Datensätze (u. a. BENP, Pflegepanel, TiP-regio, ParAScholaBi, SCENE), die mittels deskriptiver und multivariater Verfahren ausgewertet werden, um Zusammenhänge zwischen Ausbildungsbedingungen und Abbruchüberlegungen zu identifizieren. Ergänzt wird dies durch eine explorative Untersuchung zur „nicht-realisierten Nachfrage“. Hierbei wird mittels eines Mixed-Methods-Ansatzes (Online-Befragung und Interviews) analysiert, warum Personen mit einem grundsätzlichen Interesse an der Pflege letztlich keine Ausbildung aufnehmen. Parallel dazu erfolgt eine kritische Diskursanalyse, die mediale Narrative und Bilder der Pflege untersucht, um deren Einfluss auf Berufsentscheidungen zu verstehen.

Die anschließende Entwicklungsphase folgt einem Design-Based-Research-Ansatz, bei dem Transferprodukte iterativ in enger Abstimmung mit der Praxis entwickelt und erprobt werden. Zur Identifikation erfolgreicher Rekrutierungsstrategien werden zudem strukturierte CATI-Interviews (computergestützte Telefoninterviews) mit großen Ausbildungsträgern durchgeführt. Die Entwicklung von zielgruppenspezifischen Personas basiert auf einer qualitativen Typenbildung, die durch Validierungsworkshops mit Auszubildenden und Lehrkräften abgesichert wird. Durch diese methodische Vielfalt stellt PRAQ sicher, dass die Ergebnisse sowohl wissenschaftlich validiert als auch unmittelbar in der Ausbildungspraxis anwendbar sind.

Forschungsergebnisse

Derzeit liegen leider noch keine Forschungsergebnisse dieses Projekts vor

Projektbeteiligte

Veröffentlichungen

Das Projekt hat noch keine Veröffentlichungen. Sobald es Veröffentlichungen gibt, werden diese hier zu finden sein.

Wie können wir Ihnen weiterhelfen?

Egal, ob es um die berufliche Aus- und Weiterbildung in Deutschland, um europäische Berufsbildungspolitik, Hintergrundinformationen oder um statistisches Basismaterial geht - im BIBB stehen kompetente Ansprechpartnerinnen und Ansprechpartner zur Verfügung!

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