LeKoP – Analyse und Weiterentwicklung der Lernortkooperation in der Pflegeausbildung

Im Forschungsprojekt LeKoP wird die Zusammenarbeit der verschiedenen Lernorte in der Pflegeausbildung systematisch untersucht. Die Erkenntnisse münden in ein tragfähiges und innovatives Konzept zur Lernortkooperation, das gemeinsam mit Praxispartnern entwickelt und evaluiert wird.

Kurzbeschreibung

Das Projekt befasst sich mit der Zusammenarbeit der verschiedenen Lernorte in der der generalistischen Pflegeausbildung, ihrer konzeptionellen Anlage und der praktischen Ausgestaltung nach dem Pflegeberufegesetz
(PflBG).

Im Mittelpunkt des Erkenntnisinteresses stehen die strukturellen, organisationalen und didaktischen Gelingensbedingungen. Es geht um den Anspruch, wissenschaftlich fundierte Ansätze für eine lernortübergreifende Ausbildungsgestaltung zu entwickeln.

  • 11/2025 – 04/2029

gestaltungsmoeglichkeiten
Hintergrund

Die zielgerichtete und prozessbezogene Zusammenarbeit zwischen schulischen oder hochschulischen Bildungseinrichtungen und den praktischen Ausbildungsorten in der Pflege ist laut Pflegeberufegesetz (PflBG) eine notwendige Voraussetzung zur Erreichung des Ausbildungsziels. Mit dem Inkrafttreten des PflBG sowie der Ausbildungs- und Prüfungsverordnung für die Pflegeberufe (PflAPrV) wurden verbindliche rechtliche Rahmenbedingungen geschaffen, die eine systematische Verzahnung von Theorie und Praxis ausdrücklich vorsehen. Die von der Fachkommission entwickelten Rahmenpläne gemäß § 53 PflBG verfolgen das Ziel, Lernprozesse lernortübergreifend zu strukturieren und curricular aufeinander zu beziehen.

Trotz dieser Vorgaben zeigen sich in der praktischen Umsetzung der Lernortkooperation weiterhin erhebliche Herausforderungen auf struktureller, didaktischer und organisationaler Ebene. Die Verknüpfung etwa zwischen Rahmenlehrplan und Rahmenausbildungsplan bleibt häufig unklar, systematische Relationierungsprozesse zwischen Theorie und Praxis finden nur eingeschränkt statt, und die Einbindung kleinerer Einrichtungen sowie ambulanter Pflegedienste in strukturschwachen Regionen gestaltet sich stellenweise problematisch. Darüber hinaus sind sogenannte Grenzobjekte (Boundary Objects), die als verbindende Elemente zwischen den Lernorten fungieren, im (virtuellen) Zwischenraum häufig unzureichend definiert oder werden inkonsistent genutzt.

Ziele des Projekts

  • Analyse von Kooperationsstrukturen in der generalistischen Pflegeausbildung
  • Evidenzbasierte Ansätze zur Weiterentwicklung der Lernortkooperation

Bedeutung für die Praxis

Konkrete Werkzeuge für den Ausbildungsalltag: Das Projekt liefert eine Handreichung mit praxisnahen Empfehlungen und einen Instrumentenkasten zur Konfliktbearbeitung. Beide Qualifizierung des Bildungspersonals: Eine frei zugängliche Online-Schulungsreihe stärkt Lehrende und Praxisanleitende. Sie hilft, Theorie und Praxis besser aufeinander zu beziehen und Rollenkonflikte konstruktiv zu bewältigen.

Bessere Ausbildungsqualität durch tragfähige Strukturen: Die Empfehlungen beruhen auf belastbaren bundesweiten Daten. So entstehen Strukturen für eine Lernortkooperation, die unmittelbar der Kompetenzentwicklung der Auszubildenden zugutekommt.

Die Ziele in der Übersicht

Im Projekt werden praxisnahe und zielgruppenadäquate Empfehlungen für eine innovative Lernortkooperation entwickelt. Dazu verbindet LeKoP eine hypothesengenerierende Studie mit einer anschließenden bundesweiten Erhebung zur Prüfung dergleichen. Aus den Ergebnissen entstehen konkrete Produkte für die Praxis. Dazu zählen eine Handreichung mit Empfehlungen, ein Instrumentenkasten zur Konfliktbearbeitung sowie eine Online-Schulungsreihe.

forschung
Forschung und Vorgehen

LeKoP setzt sich aus einem mehrstufigen Prozess zusammen. Die erste Studie ist
hypothesengenerierend. Sie verbindet ein systematisches Literaturreview, Sekundäranalysen von
BIBB-Datensätzen, eine Dokumentenanalyse von Handreichungen, Plänen und Curricula sowie
leitfadengestützte Interviews mit beteiligten Akteursgruppen.

Eine Besonderheit liegt im Forschungsprozess selbst. Die Auswertung der umfangreichen und
vielschichtigen Daten erfolgt als Hybrid-Intelligence-Ansatz. Die fachliche Beurteilung und
algorithmische Systeme werden dabei systematisch verknüpft. Letztere wurden eigens für das
Projekt durch eine gezielte Anlage einer Tokenisierung und Lemmatisierung orchestriert, sodass
semantische Repräsentationen passend zum hier adressierten Thema für die Forschungsarbeit
genutzt werden können. So lassen sich auch verdeckte, also höchst latente Muster in der
Zusammenarbeit der Lernorte sichtbar machen. Aus den Befunden entstehen Hypothesen und
ein innovatives Modell der Lernortkooperation. Die zweite Studie ist hypothesenprüfend. Eine
bundesweite empirische Studie prüft die Hypothesen an einer großen Stichprobe mit
anspruchsvollen statistischen Verfahren. Aus den gesicherten Ergebnissen entstehen die
praxisnahen Produkte des Projekts.

Forschungsergebnisse im Überblick

In Kürze können Sie hier erste Forschungsergebnisse einsehen.

Projektbeteiligte

Veröffentlichungen

Koschel, W., Weyland, U., Bozkurt, D. & Klar, K. (2026). Qualitätsbezogene Analysekategorien für die Lernortkooperation in der Pflege – Ergebnisse einer AI-gestützten Sekundäranalyse im Projekt LeKoP. Vortrag auf dem BIBB-Forschungskongress „Resilienz in der Pflege“, Bonn, 07.05.2026.

Koschel, W., Weyland, U., Bozkurt, D. & Klar, K. (2026). Relationierung von Theorie und Praxis in der Lernortkooperation? - Eine kritische Analyse zum Umgang mit Wissensbeständen aus der Theorie und Praxis. (2026). Vortrag auf dem BLGS Kick-off im Münsterland “Gemeinsam Pflegeausbildung gestalten”, Münster, 08.03.2026.

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