Zeitreise durch die Berufsbildungsforschung – BIBB-Kolloquium feiert Jubiläum
04.03.2026
Seit einem Jahrzehnt bringt das BIBB-Kolloquium führende Köpfe der Berufsbildungsforschung zusammen, stößt Kooperationen an und fördert Karrieren. Zum Jubiläum wird deutlich, wie stark das Netzwerk gewachsen ist – und welche Fragen die Forschung künftig bewegen werden.
„Im Jahr 2015 ist das BIBB-Kolloquium zur Berufsbildungsforschung als Diskussionsforum für aktuelle Forschungsarbeiten im Bereich der beruflichen Bildung aus der Taufe gehoben worden, und es hat sich seither als renommierte Veranstaltungsreihe im BIBB etabliert. Damit leistet das BIBB-Kolloquium einen zentralen Beitrag zur Sichtbarkeit, Relevanz und Vernetzung des BIBB innerhalb der nationalen wie internationalen Forschungslandschaft.“ Dies erklärte BIBB-Forschungsdirektor Prof. Dr. Hubert Ertl zum Auftakt einer Jubiläumsveranstaltung im Bundesinstitut für Berufsbildung (BIBB) in Bonn.
Mehr als 70 Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler verschiedener Bezugsdisziplinen der Berufsbildungsforschung – Wirtschafts- und Berufspädagogik, Soziologie, Ökonomie, Erziehungswissenschaften und Psychologie – haben ihre Forschungsprojekte in den vergangenen Jahren zur Diskussion gestellt und konnten so von der Expertise der BIBB-Mitarbeiterinnen und -Mitarbeiter profitieren. Ebenso trägt das Kolloquium maßgeblich zur Qualitätssteigerung und Internationalisierung der BIBB-Forschungsarbeit bei.
Nicht selten gaben die Vorträge auch Anlass für mitunter langjährige Forschungskooperationen zwischen Expertinnen und Experten von Universitäten, Hochschulen und Forschungseinrichtungen sowie dem BIBB als Ressortforschungseinrichtung des Bundes. Im Rahmen solcher Kooperationen entstanden gemeinsame Veröffentlichungen und Forschungsprojekte auch unter Nutzung von BIBB-Daten, was nicht zuletzt die hohe Qualität der Forschungsdaten und -methoden des BIBB unterstreicht.
Ein besonderer Stellenwert kam dem BIBB-Kolloquium in der Vergangenheit zudem für die Nachwuchsförderung und die Rekrutierung exzellenten Fachpersonals zu. So konnten nicht nur verschiedene Vortragende des Kolloquiums als Betreuerinnen und Betreuer von Qualifizierungsarbeiten im Rahmen der BIBB-Graduiertenförderung gewonnen werden. Auch die heutige BIBB-Stiftungsprofessorin an der Universität zu Köln, Prof. Dr. Paula Protsch, sowie Dr. Alexandra Wicht, Leiterin der BIBB-Nachwuchsgruppe „Berufliche Orientierung und ihre Realisierung“ (BOR³), und Dr. Katarina Weßling, ehemalige Leiterin der Nachwuchsgruppe „Regionale (Infra-)Struktur und Segmentationsprozesse in der Ausbildung“ (RISA), konnten mit ihren Vorträgen in den Jahren 2015 und 2016 früh auf ihre Forschungsarbeiten aufmerksam machen. Mit ihrer Tätigkeit im BIBB haben sie die Forschungsarbeit im Institut bereichert und international sichtbarer gemacht.
Das zehnjährige Bestehen der Veranstaltungsreihe feierte das BIBB mit einer Jubiläumsveranstaltung und der erneuten Einladung der ersten Referentin, PD Dr. Nicole Tieben, von der Leibniz-Universität Hannover. BIBB-Forschungsdirektor Ertl hob in seinem Grußwort die Bedeutung des BIBB-Kolloquiums für die strategische Vernetzung und Kooperation des BIBB hervor: „Es ist von immenser Wichtigkeit, eine Veranstaltung mit dieser Ausrichtung am BIBB etabliert zu haben. Als Ressortforschungseinrichtung profitieren wir ungemein vom kritischen, aber stets kollegialen und konstruktiven Austausch mit externen Expertinnen und Experten. Das erweitert unsere Perspektiven und bringt neue Impulse für die Forschung und die Gestaltung der beruflichen Bildung.“
Es ist von immenser Wichtigkeit, eine Veranstaltung mit dieser Ausrichtung am BIBB etabliert zu haben. Als Ressortforschungseinrichtung profitieren wir ungemein vom kritischen, aber stets kollegialen und konstruktiven Austausch mit externen Expertinnen und Experten. Das erweitert unsere Perspektiven und bringt neue Impulse für die Forschung und die Gestaltung der beruflichen Bildung.
BIBB-Forschungsdirektor Prof. Ertl
In ihrem Vortrag mit dem Titel „The Time in Between: Vergleichende Analyse der Zeit zwischen Sekundarschule und Studium“ nahm PD Dr. Nicole Tieben die Übergänge zwischen Schule und Hochschule mithilfe von Daten des Nationalen Bildungspanels (NEPS) in den Blick. Sie diskutierte in diesem Zusammenhang auch die Rolle des beruflichen Bildungssystems in Deutschland, das viele Schulabgängerinnen und -abgänger mit Abitur auch in den jüngeren Kohorten für den Erwerb eines beruflichen Abschlusses vor Eintritt in die Hochschule nutzen. Zentrale Forschungsfragen betreffen herkunftsbedingte Ungleichheiten sowie Geschlechterunterschiede in den Übergangsdynamiken und Aktivitäten im Kohortenvergleich. Diesen und weiteren Fragen wird Nicole Tieben in den kommenden Jahren in einem von der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) im Heisenberg-Programm geförderten Projekt nachgehen.
Auch in Zukunft soll das Kolloquium zur Vernetzung und Sichtbarkeit des BIBB in der nationalen und internationalen Forschungslandschaft beitragen. Wichtige Themen werden dabei weiterhin die Attraktivität und Verwertbarkeit der beruflichen Bildung auf dem Arbeitsmarkt sein, nicht zuletzt vor dem Hintergrund von Fachkräftemangel und technologischem Wandel (zum Beispiel durch KI), die Erhöhung von Chancengleichheit beim Zugang und Erwerb von beruflicher Bildung oder die Weiterentwicklung von Daten und Methoden der Berufsbildungsforschung.