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Philippinen interessiert an deutscher Expertise zu Nachhaltigkeit

31.03.2026

Ein vollgepacktes Programm zur Nachhaltigkeit in der Berufsbildung erwartete die philippinische Botschafterin Ende März in Berlin. Das BIBB ermöglichte ihr u.a. die Teilnahme an einem praxisnahen Methoden-Workshop sowie Einblicke in Stellschrauben des Berufsbildungssystems und in ein überbetriebliches Ausbildungszentrum.

7 Personen stehen vor dem Schriftzug "SHK"

Global gesehen sind die Philippinen eines der Länder, die am stärksten vom Klimawandel betroffen sind. Entsprechend verfolgt die philippinische Regierung Strategien zur Bewältigung dieser Herausforderungen. Diese betreffen auch und in besonderem Maße die Berufsbildung, die eine wesentliche Säule für nachhaltige wirtschaftliche Entwicklung bildet.

Um einen Überblick über die deutschen Strategien zur Nachhaltigkeit in der Berufsbildung zu erhalten, war die philippinische Botschafterin Maria Teresa Almojuela Ende März in Berlin im intensiven Austausch mit dem BIBB. Begleitet wurde sie von Mary Luck Hicarte, Ministerin und Wirtschaftsreferentin sowie Jennifer Veronique Evangelista, Wirtschaftsassistentin in der philippinischen Botschaft. Neben den Stellschrauben im deutschen Berufsbildungssystem und Förderprogrammen lernte die Botschafterin auch ein überbetriebliches Ausbildungszentrum und einen knackigen Methoden-Workshop zu Nachhaltigkeit entlang realer Lieferketten in der Berufsbildung kennen. Organisiert worden war das Programm vom BIBB-Arbeitsbereich „Internationale Beratung, Kooperation mit Partnerinstitutionen“, der seit 2014 eine Kooperation mit der philippinischen Technical Education and Skills Development Authority (TESDA) unterhält.

„Für die zukunftsfähige Entwicklung der Philippinen ist nachhaltiges Wirtschaften von entscheidender Bedeutung. Wir müssen ein System schaffen, in dem die berufliche Bildung eine Schlüsselrolle spielt“, so Maria Teresa Almojuela. Die Impulse aus Deutschland seien sehr wertvoll für das philippinische Berufsbildungssystem. Im Laufe der zwei Tage wurden ordnungspolitische, forschungsbezogene und nachhaltigkeitsrelevante Programme diskutiert und einige Grundlagen des deutschen dualen Berufsbildungssystems verdeutlicht. Michael Schwarz (stellv. Arbeitsbereichsleitung 3.2) gab eine fachliche Einführung und leitete durch die lebhafte Diskussion. Im Anschluss gab es diverse wertvolle Praxiseinblicke.

Für die zukunftsfähige Entwicklung der Philippinen ist nachhaltiges Wirtschaften von entscheidender Bedeutung.

Botschafterin Maria Teresa Almojuela

Wie die deutsche Berufsbildung vor Ort und in der Praxis aussieht, erlebte die philippinische Botschafterin bei einem Besuch in einem überbetrieblichen Ausbildungszentrum, dem Kompetenzzentrum der Sanitär, Heizung, Klempner, Klima Innung (SHK) Berlin. Projektleiter Patrick Heber betonte bei einem Rundgang die gesamtgesellschaftliche Aufgabe der Ausbildung für den Fachkräfte-Nachwuchs, insbesondere vor dem Hintergrund von Klimawandel: „Die Generation der Jugendlichen, die jetzt eine Ausbildung beginnt, beschäftigt sich mit dem Thema Klimawandel und berücksichtigt dies bei ihrer Ausbildungswahl“.

Insgesamt lieferte der Besuch zahlreiche Impulse zur Diskussion gemeinsamer Herausforderung (z.B.  passgenaue Qualifizierungen und langfristige Entwicklungen in den Berufsfeldern) sowie Lösungsansätze in diesem Bereich.

Ergänzt wurde der Austausch durch ein Gespräch mit Kenneth Barrientos von UNESCO-UNEVOC, dem internationalen Zentrum für Berufsbildung der UNESCO. Die Teamleiterin für ‚SDG und Greening TVET‘ stellte unter anderem einen Praxisleitfaden zu Nachhaltigkeit vor, der auf großes Interesse stieß.

Jugendliche beschäftigen sich mit dem Thema Klimawandel und berücksichtigen dies bei ihrer Ausbildungswahl.

Patrick Heber, Projektleiter im SHK-Kompetenzzentrum Berlin

Den Abschluss bildete ein Kurzworkshop durch die Zentralstelle der Bundesregierung für internationale Berufsbildungskooperation (GOVET) am BIBB. Hanno Kress stellte die VET Chain vor, ein interaktives Tool, das nationale wie internationale Berufsbildungsakteure und -akteurinnen für das Thema Nachhaltigkeit sensibilisiert. Die berufliche Bildung wird hierbei entlang der Liefer- und Wertschöpfungskette veranschaulicht.