Gesundheitsberufe: Wie sich Angebot und Bedarf bis 2040 entwickeln
17.08.2026
Wie entwickeln sich Angebot und realisierter Bedarf an Erwerbstätigen im Gesundheitswesen bis 2040? Das Fachkräftemonitoring für das Bundesgesundheitsministerium zeigt, wo Passungsprobleme entstehen können, und liefert eine Grundlage für evidenzbasierte Fachkräfte- und Gesundheitspolitik.
Der Bericht stellt die erste Basisprojektion des Fachkräftemonitorings vor. Auf Grundlage des QuBe-Modellsystems (QuBe – Qualifikation und Beruf) wird die Entwicklung von Arbeitskräfteangebot und realisiertem Bedarf an Erwerbstätigen in 54 Gesundheitsberufen bis zum Jahr 2040 untersucht. Hierzu werden umfangreiche Daten zur Beschäftigtenstruktur, zur Bevölkerungsentwicklung und zur Inanspruchnahme von Gesundheitsleistungen miteinander verknüpft. Der projizierte realisierte Bedarf an Erwerbstätigen wird dem künftig verfügbaren Arbeitskräfteangebot gegenübergestellt. Dabei bezeichnet der realisierte Bedarf an Erwerbstätigen nicht die ungedeckte Nachfrage, etwa in Form offener Stellen, sondern den durch die tatsächliche Beschäftigung abgebildeten Bedarf.
Die Projektion zeigt, wie sich die Versorgungssituation entwickeln würde, wenn die heutigen Muster der Inanspruchnahme von Gesundheitsleistungen sowie die bisherigen Entwicklungen bei Berufswahl, Erwerbsbeteiligung und beruflicher Mobilität fortgeschrieben werden. Sie ist damit als Wenn-dann-Analyse zu verstehen und beschreibt keine zwangsläufig eintretende Zukunftsentwicklung.
Unterschiedliche Entwicklungen in den Gesundheitsberufen
Die Ergebnisse zeigen, dass die Zahl der Erwerbstätigen in den untersuchten Gesundheitsberufen bis 2040 weiter wachsen wird. Gleichzeitig verringert sich die Differenz zwischen Arbeitskräfteangebot und realisiertem Bedarf. Dies weist darauf hin, dass Inanspruchnahmen von Gesundheitsleistungen im Jahr 2040 nicht in derselben Häufigkeit oder Weise wie im Jahr 2023 erfolgen können. Besonders deutlich zeigen sich Engpässe in den Pflegeberufen sowie in weiteren ausgewählten Gesundheitsberufen, darunter bei (zahn-)medizinischen Fachangestellten, Hörgeräteakustikerinnen und Hörgeräteakustikern sowie einzelnen ärztlichen Fachrichtungen. Gleichzeitig gibt es auch Berufe, in denen sich das Arbeitskräfteangebot im Verhältnis zum Bedarf ausweitet. Die Ergebnisse verdeutlichen damit, dass sich die Fachkräftesituation je nach Beruf erheblich unterscheidet. Gesundheitspolitische Maßnahmen sollten deshalb nicht pauschal, sondern berufs- und zielgruppenspezifisch ausgerichtet werden.
Wissenschaftliche Grundlage für Politik und Praxis
Mit der Basisprojektion liegt erstmals ein umfassender Blick auf 54 Gesundheitsberufe bis 2040 vor. Sie verknüpft Entwicklungen im Gesundheitswesen, auf dem Arbeitsmarkt und in der Bevölkerung und macht dadurch sichtbar, wie sich demografischer Wandel, Inanspruchnahme von Gesundheitsleistungen und berufliche Mobilität gegenseitig beeinflussen. So lassen sich berufsspezifische Passungsprobleme frühzeitig erkennen und mögliche Handlungsoptionen für die Sicherung der Gesundheitsversorgung ableiten.
Aufbauend auf der Basisprojektion sollen Szenario- und Sensitivitätsanalysen untersuchen, wie sich unter anderem gesundheitspolitische Reformen, neue Versorgungsmodelle, technologische Entwicklungen oder Veränderungen der Morbidität auf Arbeitskräfteangebot und -bedarf auswirken könnten.
Zur Publikation: Basisprojektion des Fachkräftemonitorings
Weitere Informationen finden sich außerdem auf der Projektseite des QuBe-Projektes.