Digitale Kompetenzunterschiede prägen Lernprozesse
26.10.2026
Eine neue Beobachtungsstudie zum BIBB-Weiterbildungsangebot MIKA zeigt: Unterschiedliche digitale Kompetenzen prägen Lernprozesse, Unterstützungsbedarf und Praxistransfer. Peer-Learning kann dabei eine wichtige unterstützende Rolle übernehmen.
Die digitale Transformation verändert die betriebliche Ausbildung und stellt neue Anforderungen an das Ausbildungspersonal. Eine neue Studie untersucht deshalb, inwiefern Qualifizierungsformate wie MIKA dazu beitragen, medienpädagogische Kompetenz systematisch aufzubauen und in betriebliche Ausbildungsprozesse zu übertragen. Grundlage ist eine teilnehmende Beobachtungsstudie mit 31 Teilnehmenden in drei Durchläufen von MIKA-Kompakt in den Jahren 2024 und 2025.
Die Ergebnisse zeigen eine hohe Heterogenität der digitalen Eingangskompetenzen. Diese Unterschiede wirken sich unmittelbar auf Lernprozesse und Transfer aus: Sie beeinflussen unter anderem die Geschwindigkeit und Tiefe der Aufgabenbearbeitung sowie den Unterstützungsbedarf der Teilnehmenden. Digitale Kompetenzentwicklung erweist sich damit als mehrdimensionaler Professionalisierungsprozess.
Eine wichtige Rolle spielen dabei informelle Unterstützungsprozesse und Peer-Learning. Teilnehmende mit höherer digitaler Handlungssicherheit können Lernprozesse anderer stabilisieren und gemeinsame Aufgabenbearbeitung unterstützen. Die Studie zeigt damit, dass Lernen in Weiterbildungen nicht ausschließlich als individueller Prozess verstanden werden kann, sondern wesentlich durch soziale Interaktionen geprägt wird.
Auch der Transfer in die betriebliche Praxis beginnt nicht erst nach Abschluss der Weiterbildung. Er setzt bereits im Seminarverlauf ein, wenn Teilnehmende digitale Werkzeuge auf konkrete Ausbildungssituationen beziehen. Erfolgreicher Praxistransfer setzt dabei voraus, technische und mediendidaktische Kompetenzen miteinander zu verbinden und digitale Werkzeuge situativ angemessen einzusetzen.
Die Beobachtungen weisen zudem darauf hin, dass Einstellungen gegenüber digitalen Technologien eng mit vorhandenen Kompetenzen und bisherigen Handlungserfahrungen verbunden sind. Positive Nutzungserfahrungen können die Bereitschaft fördern, sich weiter mit digitalen Werkzeugen auseinanderzusetzen. Unsicherheiten führen dagegen eher zu zurückhaltendem Verhalten. Damit wird deutlich, dass digitale Professionalisierung nicht allein eine Frage technischer Kenntnisse ist, sondern auch von konkreten Erfahrungen im Umgang mit digitalen Werkzeugen geprägt wird.
MIKA knüpft an die Anforderungen der Standardberufsbildposition „Digitalisierte Arbeitswelt“ an. Das Weiterbildungsangebot unterstützt betriebliches Ausbildungspersonal dabei, digitale und medienpädagogische Kompetenzen weiterzuentwickeln und unmittelbar in die Ausbildungspraxis zu übertragen.