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Angebotsquote zugunsten der Ausbildungsinteressierten (AQI)

Systematische Indikatorenbeschreibung

Name

Angebotsquote zugunsten der Ausbildungsinteressierten (AQI)

Kernaussage (am Beispiel des Berichtsjahres 2009)

Das Verhältnis zwischen der Zahl der Ausbildungsangebote und der Zahl der Personen, die im Laufe des Berichtsjahres als ausbildungsinteressierte Personen institutionell erfasst werden konnten, beträgt im Berichtsjahr 2009 67,3 %. Mit anderen Worten: Rechnerisch stehen 2009 jeweils 100 Ausbildungsinteressierten 67,3 Ausbildungsangebote gegenüber.

Zugang zu den aktuellen Daten

Aktualität

Das Berichtsjahr erstreckt sich vom 1. Oktober bis 30. September und orientiert sich am Berufsbildungsgesetz. Die Daten, auf denen der Indikator basiert, stehen bereits im dritten Monat nach Ende des Berichtsjahres zur Verfügung. Die AQI kann somit bereits sehr zeitnah berechnet werden, denn die Daten liegen im Dezember schon vor.

Bedeutung für die berufliche Bildung

Ausbildungsmarktindikator. Er gibt an, im welchem Verhältnis der Umfang des Ausbildungsplatzangebots zur Zahl der Ausbildungsinteressierten steht. Vergleichbarkeit im Zeitverlauf und (eingeschränkt) auch zwischen Regionen

Bezugsgrößen

Zähler:
Die Zahl der Ausbildungsplatzangebote im Berichtsjahr. Sie wird ermittelt, indem zur Zahl der neu abgeschlossenen Ausbildungsverträge die Zahl der bei der Bundesagentur für Arbeit gemeldeten Berufsausbildungsstellen, die auch noch am Ende des Berichtsjahres (Ende September) unbesetzt sind, hinzugerechnet wird.

Nenner:
Alle in einem Berichtsjahr institutionell erfassten ausbildungsinteressierten Personen.
Hierzu zählen alle Personen, die
entweder einen neuen Ausbildungsvertrag abschlossen (der zum Ende des Berichtsjahres auch noch bestand)
oder aber, obgleich nicht in Berufsausbildung eingemündet,  zumindest als Ausbildungsstellenbewerber/-innen bei den Agenturen für Arbeit, Arbeitsgemeinschaften (ARGEn) oder zugelassenen kommunalen Träger (zkT) registriert waren.

Besonderheit des Nenners:
Per definitionem sind im Nenner nur ausbildungsinteressierte Jugendliche und junge Erwachsene zu finden, deren Berufseignung (und damit auch "Ausbildungsreife") offiziell als ausreichend eingestuft wurde - entweder durch die Beratungs- und Vermittlungsdienste oder aber durch die Betriebe, welche die Jugendlichen einstellten.

Berechnungsformel

Berechnungsformel: Ausbildungsplatzangebote/(Neue Ausbildungsverträge+Bewerber, die nicht in eine Ausbildung einmündeten )*100

Ausbildungsplatzangebote/(Neue Ausbildungsverträge+Bewerber, die nicht in eine Ausbildung einmündeten)*100

Die Zahl der Ausbildungsplatzangebote lässt sich aus den Internetseiten der BIBB-Erhebung zum 30. September entnehmen. Diese enthalten nicht nur Informationen zur Zahl der neuen Ausbildungsverträge, sondern auch zur Höhe des Ausbildungsplatzangebots.
Die Zahl der Bewerber/-innen, die nicht in eine Ausbildung einmündeten, ergibt sich, indem von der Gesamtzahl aller gemeldeten Ausbildungsstellenbewerber/-innen die Zahl der Bewerber/ innen, die nach der Ausbildungsmarktstatistik der Bundesagentur für Arbeit zu den "einmündenden Bewerbern" gezählt werden, abgezogen wird.

Variante 1:

Berechnungsformel: (Neue betriebliche Ausbildungsplatzangebote)/(Neue Ausbildungsverträge+Bewerber, die nicht in eine Ausbildung einmündeten)*100

(Neue betriebliche Ausbildungsplatzangebote)/(Neue Ausbildungsverträge+Bewerber, die nicht in eine Ausbildung einmündeten)*100

Variante 1 zeigt an, wie viele betriebliche Ausbildungsplatzangebote rechnerisch jeweils 100 Ausbildungsinteressierten gegenüberstehen.
Der Umfang des betrieblichen Ausbildungsplatzangebots ergibt sich rechnerisch durch Abzug der Zahl der außerbetrieblichen Ausbildungsverträge (d. h. der überwiegend öffentlich finanzierten Ausbildungsverhältnisse)

Variante 2:

Berechnungsformel: (Neue außerbetriebliche Ausbildungsplatzangebote)/(Neue Ausbildungsverträge+Bewerber, die nicht in eine Ausbildung einmündeten )*100

(Neue außerbetriebliche Ausbildungsplatzangebote)/(Neue Ausbildungsverträge+Bewerber, die nicht in eine Ausbildung einmündeten)*100

Variante 2 informiert darüber, wie viele außerbetriebliche Ausbildungsplatzangebote rechnerisch jeweils 100 Ausbildungsinteressierten gegenüberstehen.
Der Umfang des außerbetrieblichen Ausbildungsplatzangebots wird dabei rechnerisch mit der Zahl der außerbetrieblichen Ausbildungsverträge (d. h. der überwiegend öffentlich finanzierten Ausbildungsverhältnisse) gleichgesetzt.

Mögliche Differenzierungen

  • nach "betrieblichem" (= überwiegend betrieblich finanziertem) und "außerbetrieblichem" Ausbildungsplatzangebot (siehe oben)
  • Deutschland; mit Einschränkung auch nach West- und Ostdeutschland und nach Arbeitsagenturbezirken
  • nach jeweiligen Kombinationen

Datenquellen

Stichtag / Betrachtungszeitraum

Stichtag: 30. September - Der Indikator spiegelt die Situation in einem konkreten Berichtsjahr wider (beginnend im Oktober des Vorjahres bis Ende September).

Hinweise zur Güte des Indikators

  • Die Angebotsquote zugunsten der Ausbildungsinteressierten (AQI) bildet sicherlich den geeignetsten Ansatz, um auf Basis amtlicher Daten jahresaktuell die Ausbildungsmarktverhältnisse für ausbildungsinteressierte Jugendliche abzuschätzen und diese mit den Vorjahreswerten bzw. mit anderen Regionen zu vergleichen.
  • Die Daten sind zeitnah verfügbar.
  • Die AQI eignet sich als leicht zu regionalisierende Variable, um im Rahmen wissenschaftlicher Analysen die Ausbildungsmarktverhältnisse für die ausbildungsinteressierten Jugendlichen relativ valide abzubilden.
  • Die AQI steht in einem mehr oder weniger engen statistischen Verhältnis zur EQI (Eimündungsquote der Ausbildungsinteressierten), von der sie sich nur durch die unterschiedlicher Ausprägung im Zähler unterscheidet (vgl. Einmündungsquote der Ausbildungsinteressierten - Abschnitt 7.4).

Grenzen der Berechnung: 
Pendlerbewegungen nehmen auf die Ausprägungen des Indikators Einfluss. Denn die Ausbildungsplatzangebote bzw. die neuen Ausbildungsverträge sind nach Betriebsort und nicht nach Wohnort zugeordnet, die registrierten Ausbildungsstellenbewerber/-innen dagegen nach Wohnort. Kommt es zu Abweichungen zwischen Betriebsort und Wohnort, werden die Angebotsquoten für jene Regionen zu hoch eingeschätzt, in denen es mehr Aus- als Einpendler/-innen gibt. Umgekehrtes gilt für Regionen mit einem Einpendlerüberschuss. Die statistischen Verzerrungen sind aber von begrenztem Ausmaß.
Die Zahl der nicht einmündenden Bewerber/-innen (als Teil des Nenners) ergibt sich durch Abzug der einmündenden Bewerber/ innen von der Gesamtzahl aller gemeldeten Bewerber/-innen. Da aber zu den nicht einmündenden Bewerbern auch unbekannt Verbliebene gerechnet werden, ist nicht auszuschließen, dass hierunter auch Personen zu finden sind, die faktisch (und ohne die BA davon in Kenntnis zu setzen) eine Berufsausbildung beginnen konnten. Umgekehrt ist nicht auszuschließen, dass ein Teil der einmündenden Bewerber/-innen nicht mit den Bewerbern mit neu abgeschlossenen Ausbildungsvertrag gleichgesetzt werden kann, da sie keinen Vertrag unterschreiben (schulische Ausbildung in BBiG-Berufen), die Berufsausbildung erst nach dem 30.09. beginnt oder aber die begonnene Berufsausbildung bereits in der Probezeit abbricht. Nach den Ergebnissen der BA/BIBB-Bewerberbefragung dürften aber beiden Formen potenzieller Verzerrungen begrenzten Ausmaßes sein; zudem heben sie sich weitgehend gegenseitig auf.     

Sonstige Interpretationshinweise / (Häufig gestellte Fragen) 

Ist eine ausreichende Versorgung der ausbildungsinteressierten Personen mit Ausbildungsplatzangeboten erst erreicht, wenn die AQI = 100 % beträgt?
Nein. Denn ein substanzieller Teil der Personen, die sich im Laufe des Berichtsjahres für eine Berufsausbildung interessiert zeigen, gibt sein Interesse aus freien Stücken wieder auf. Dies ist z. B. der Fall, wenn neben einer dualen Berufsausbildung auch die Alternativen einer schulischen Berufsausbildung oder eines Studiums in Betracht gezogen worden waren, denen nun tatsächlich auch der Vorzug gegeben wurde.

Wie hoch muss die AQI dann ausfallen, bis eine ausreichende Versorgung der ausbildungsinteressierten Personen erreicht ist?
Dies lässt sich nicht eindeutig festlegen. Wichtige Hinweise ergeben sich aber durch den Vergleich mit den AQI-Werten früherer Jahre (gerade auch entspannter Ausbildungsmarktjahre) bzw. durch den Vergleich mit anderen Regionen (wobei natürlich stets auch regionale Besonderheiten in Betracht zu ziehen sind).

Auszug aus: Dionisius, Regina; Lissek, Nicole; Schier, Friedel [Hrsg.]: Beteiligung an beruflicher Bildung - Indikatoren und Quoten im Überblick. - Bonn, 2012
(Wissenschaftliche Diskussionspapiere / Bundesinstitut für Berufsbildung; 133)

Literaturhinweise

  • GERICKE, NAOMI; UHLY, ALEXANDRA; ULRICH, JOACHIM GERD: Wie hoch ist die Quote der Jugendlichen, die eine duale Berufsausbildung aufnehmen? Indikatoren zur Bildungsbeteiligung. Berufsbildung in Wissenschaft und Praxis, 40 (2011) 1, S. 41-43