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Kooperation zwischen Sozialpartnern und Staat

Auf einer internationalen Konferenz des Bundesinstituts für Berufsbildung am 3. und 4. April 2019 in Siegburg haben Bildungsexpertinnen und -experten aus Politik und Forschung die Bedeutung der Kooperation zwischen Sozialpartnern und Staat in der Berufsbildung hervorgehoben.

Kooperation zwischen Sozialpartnern und Staat
v.l. I. Le Mouillour (BIBB), D. Bachmann (EU-Kommission), C. Onestini (ETF), P. Thiele (BMBF), H. Ertl (BIBB)

Dies gelte sowohl für die Förderung der Berufsausbildungen in Europa heute als auch für deren Gestaltung in der Zukunft, unterstrichen die ca. 60 Teilnehmer auf der zweitätigen Tagung.
Im Mittelpunkt des ersten Teils der Siegburger Konferenz stand das Forschungsprojekt des BIBB „Entwicklung nationaler Ausbildungsstandards – Akteure, Verfahren und Gestaltung im europäischen Vergleich“. Damit griff das BIBB Kernbereiche einer Initiative der EU-Kommission auf. Diese hatte im Oktober 2017 in einer Empfehlung zu einem Europäischen Rahmen für „hochwertige und nachhaltige Berufsausbildungen“ 14 Kriterien für die betriebliche Berufsausbildung vorgeschlagen (siehe hierzu die Präsentation von Dana Bachmann).

Das BIBB-Forschungsprojekt hat zu zwei Schlüsselkriterien - „Regulierungsrahmen“ und „Einbezug der Sozialpartner“ – im Rahmen seiner Untersuchungen eine breite Informationsbasis und Analysen zur Verfügung stellen können. Grundlage der BIBB-Untersuchungen ist ein Vergleich von sechs europäischen Ländern - Schweiz, Dänemark, Österreich, Deutschland, Portugal und Slowakei - über den Entstehungs- und Entwicklungsprozess von Ausbildungsstandards (siehe hierzu die Vorträge von Philipp Ulmer und Isabelle Le Mouillour).

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Workshop 3

Zentrale Aspekte der Analysen sowie Fragen nach den Bedingungen für die konkrete Umsetzung der Kriterien – vor allem auch vor dem Hintergrund der verschiedenen Formen von Berufsausbildungen in der EU wurden in mehreren Workshops vertiefend diskutiert (siehe hierzu den Vortrag von Ramona Carmen David Craescu).

In einer Bilanzierung der Diskussionen aus den Workshops unterstrich Frau Anja Trier Wang u. a. die Bedeutung der „Ownership“ der Sozialpartner für die Berufsausbildung sowie einer klaren Rollenverteilung der Akteursgruppen (Vortrag Trier Wang).

Hintergrund des zweiten Teils der Konferenz bildete eine Untersuchung des CEDEFOP über die Zukunft der Berufsausbildung in Europa. Ausgehend von einer Analyse der Trends im Zeitraum von 1995 bis 2015 stellte Jens Björnavold drei „Entwicklungsszenarien“ vor: „die pluralistische Berufsbildung“, „die charakteristische Berufsbildung“ sowie „die marginalisierte und/oder die Berufsbildung mit besonderem Zweck“ (Vortrag Björnavold).

Wesentliches Ziel der CEDEFOP-Untersuchung ist es, mithilfe der Szenarien einen Dialog über die Zukunft der europäischen Zusammenarbeit im Bereich der Berufsausbildung anzuregen. Von grundlegender Bedeutung ist hierbei – und dies bestätigte ein Panel mit Dana Bachmann (EU-Kommission), Prof. Dr. Hubert Ertl (BIBB), Cesare Onestini (ETF) und Peter Thiele (BMBF) – die Zusammenarbeit zwischen den Sozialpartnern und dem Staat.