PfLeBuKoM - Lehrerbildung in den Bundesländern: Kompetenzen und Mindestanforderungen
Das Forschungsprojekt griff die Sondersituation der Lehrendenbildung auf. Es berücksichtigte die aktuelle Entwicklungsdynamik im Rahmen des Pflegeberufegesetzes (PflBG).
Kurzbeschreibung
Das Projekt analysierte die Studienangebote zur Lehrendenbildung in der Pflege und entwickelte Empfehlungen zur Weiterentwicklung, um die Professionalisierung der Lehrenden langfristig zu fördern.
- 12/2021 - 11/2024
Hintergrund
Das Pflegeberufegesetz (§ 9 Abs. 1 PflBG) sieht erstmalig auch für die Lehrerinnen- und Lehrerbildung in der Pflege eine Regelung vor, welche für eine Lehrtätigkeit an öffentlichen beruflichen Schulen bereits lange Zeit Standard ist: ein Masterabschluss (oder vergleichbares Niveau) als Voraussetzung zur Übernahme einer Lehrtätigkeit an einer Schule, in der Pflegefachfrauen,-männer und -personen, Altenpfleger/-innen und Gesundheits- und Kinderkrankenpfleger/-innen ausgebildet werden.
Allerdings ist ein sich anschließendes Referendariat bzw. ein Vorbereitungsdienst und somit ein zweites Staatsexamen nicht gefordert, wie es laut KMK-Rahmenvereinbarung für den Lehramtstyp 5 (Lehrtätigkeit an öffentlichen beruflichen Schulen) gilt. Durch diese gesetzliche Neuregelung entsteht ein Bedarf an Lehrpersonen, der durch die aktuellen Qualifizierungsmöglichkeiten auf Masterniveau nicht gedeckt werden kann. Anders als bei anderen Studiengängen der beruflichen Lehramtsausbildung variieren die lehrerbildenden Studiengänge der Pflege hinsichtlich der beteiligten Hochschularten, der Studienmodelle und der formalen, strukturellen und inhaltlichen Ausrichtung. Aufgrund des nun verpflichtend vorgeschriebenen Masterabschlusses entstehen zahlreiche neue Studienangebote, die zu einer noch stärkeren Diversifizierung der Lehrendenbildung führen.
Forschung & Vorgehen
Es wurde ein elaborierter Forschungsansatz im Sinne eines Transferdesigns (Mixed-Method) gewählt. Die Forschungsergebnisse stellen die Grundlage für die Handlungsempfehlungen dar. Insgesamt werden im Projekt vier Forschungsinstrumente entwickelt und für die jeweilige Zielgruppe modifiziert.
Zu Beginn erfolgt die Entwicklung einer Typologie (Instrument 1) hinsichtlich relevanter Erhebungskategorien. Diese werden dem disziplinären Kontext entnommen und aus theoretischen sowie empirischen Befunden abgeleitet. Zudem wird hierbei auf bildungspolitische Referenzen rekurriert. Unter Berücksichtigung der Typologie werden Heuristiken für die Dokumentenanalyse (Instrument 2.x) und die Interviewleitfäden (Instrument 3.x) entwickelt. Es folgt die Erhebung im Forschungsfeld. Der Feldzugang erfolgt primär über eigene Netzwerke sowie über das Netzwerk des flankierenden Panels. Für die Auswertung werden Auswertungsmanuale (Instrument 4.x) deduktiv entwickelt und induktiv auf der Grundlage des eigenen Datenmaterials modifiziert sowie die Interraterreliabilität (CK bzw. ICC) überprüft. Das Transferdesign zeigt sich hauptsächlich im Rahmen der Auswertung. Die Ergebnisse der evaluativen qualitativen Inhaltsanalyse werden quantifiziert und anschließend explorativ, deskriptiv sowie kausal analysiert (auf eine explanative Auswertung wird angesichts der Leistungsbeschreibung verzichtet). Durch diese Form des Mixed-Methods-Ansatzes soll der zielgerichtete Umgang mit der hohen Datenmenge (60 Interviews plus Dokumentenanalysen) gelingen.
Forschungsergebnisse im Überblick
- Beitrag zur Entwicklung der Pflege- und Bildungspraxis
- Professionalisierung der Lehrenden - mit der Reform der Pflegeberufe steigen die fachlichen und berufspädagogischen Anforderungen an die Lehrenden in der Pflegeausbildung deutlich
- Fachkräftesicherung und berufliche Integration ausbildungsinteressierter Menschen
- Stärkung der Ausbildungsqualität vor dem Hintergrund der steigenden Heterogenität von Auszubildenden
Das Projekt zeigt Wege auf, wie sich die Lehrendenversorgung künftig sichern lässt. Es geht darum,
- fachlich fundierte und zukunftssichere Strukturen für die Lehrendenbildung in der Pflege zu entwickeln,
- quantitative Engpässe zu überwinden,
- und gleichzeitig die Qualität der Ausbildung zu stärken.
Die Ergebnisse tragen dazu bei,
- Professionalisierungsstrategien für Lehrende in der Pflege zu fördern,
- neue Qualifizierungswege zu entwickeln und
- nachhaltige Lösungen für die Fachkräftesicherung im Pflegebildungsbereich zu schaffen.
Projektbeteiligte
Veröffentlichungen
Reiber, Karin; Rebmann, Marius; Münk, Dieter; Friese, Marianne: Fachbezogenes Professionswissen im Kontext der Lehrerinnen- und Lehrerbildung für die berufliche Fachrichtung Pflege. In: berufsbildung 77 (2023), S. 25-27
Reiber, Karin; Rebmann, Marius: Lehrerinnen- und Lehrerbildung im Spiegel des Professionswissens für die berufliche Fachrichtung Pflege. In: Ertl-Schmuck, Roswitha; Hänel, Jonas; Fichtmüller, Franziska (Hrsg.): Pflegedidaktik als Disziplin. 2. Aufl. Weinheim, Basel 2024, S. 222-244
Reiber, Karin; Reiber, Petra: Lehrerinnen- und Lehrerbildung der beruflichen Fachrichtung Pflege - eine kritische Bestandsaufnahme von Studienangeboten. In: Pflege & Gesellschaft (2024) 2, S. 190-203
Reiber, Karin; Braun, Jan; Rebmann, Marius; Mohr, Jutta: Neue Qualifizierungswege im Fokus − Lehrerinnen- und Lehrerbildung der Domäne Pflege zwischen Attraktivität, Flexibilisierung und Professionalisierung. In: Berufs- und Wirtschaftspädagogik - online (2024) 47
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