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Innovative Ansätze zukunftsorientierter beruflicher Weiterbildung

» Die größten Meister sind diejenigen,
die nie aufhören, Schüler zu sein «
Ignaz Anton Demeter (*1773 – †1842)

Innovative Ansätze zukunftsorientierter beruflicher Weiterbildung
BWP 5/2019 erschienen
Montag, 7. Oktober 2019

BWP 5/2019 erschienen

Die BWP-Ausgabe richtet den Blick auf das System und fragt, wie viel Flexibilität ein hoch standardisierter Bildungsbereich wie die Berufsbildung verträgt – und ermöglichen muss.

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ComWeiter stellt auf der re;publica Composite-Berufe vor
Mittwoch, 8. Mai 2019

ComWeiter stellt auf der re;publica Composite-Berufe vor

Linda Vieback und Philipp Schüßler von der Uni Magdeburg zeigen, was Composite-Berufe ausmacht, wie das Zusammenspiel von Kunststoff und Mikrosystemen funktioniert und was das alles mit Windkraftanlagen zu tun hat. Inputs und Feedback sind willkommen!

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Die berufliche Weiterbildung gewinnt – auch infolge der demografischen Entwicklung, der Digitalisierung und des technologischen Wandels – immer mehr an bildungs- und gesellschaftspolitischer Bedeutung. Sich immer rascher wandelnde Anforderungen verlangen ein ständiges neues Lernen und Zurechtfinden und somit auch eine kontinuierliche Anpassung der beruflichen Qualifikationen. Dennoch wird die quantitative und qualitative Beteiligung an Weiterbildung in Deutschland als gering bewertet. Zudem gilt die Wissenschaft über Weiterbildung als eine noch junge und wenig entwickelte Disziplin, bei der wissenschaftliche Kategorien, Methoden und Standards sowie Grundlagenforschung ausgebaut werden sollten (Baethge, Severing, Weiß, 2013).


Vor diesem Hintergrund unterstützt das BMBF seit 2015 mit der Förderrichtlinie "Innovative Ansätze zukunftsorientierter beruflicher Weiterbildung" die Entwicklung von konzeptionellen Ansätzen und Strategien für die Gestaltung eines zeitgemäßen beruflichen Weiterbildungssystems. Im Fokus steht die (Neu)ausrichtung auf eine nachhaltige, innovative und demografiesensible Weiterbildungskultur, in der lebensbegleitendes Lernen zu einem selbstverständlichen Bestandteil der Gestaltung individueller Erwerbsbiographien wird. Zudem will der Förderschwerpunkt eine Weiterbildungsforschung befördern, die sowohl investigativ und anwendungsbezogen ist als auch auf Multidisziplinarität und inter- und transdisziplinäre Forschungsansätze setzt.


Das BIBB wurde vom BMBF mit der Administration und wissenschaftlichen Begleitung des Förderschwerpunktes beauftragt, um seine Kohärenz zu gewährleisten und auf die Erfahrungen im BIBB in der Gestaltung von innovativen Forschungs- und Entwicklungsprogrammen zurückgreifen zu können. Es wurden 132 Skizzen eingereicht. Nach einem zweistufigen Auswahlverfahren wurden insgesamt 34 Projekte bewilligt. Als Einzel- oder als Verbundprojekte werden 62 Einrichtungen mit ca. 15 Mio. Euro gefördert. Vertreten sind Hochschulen, außeruniversitäre Forschungseinrichtungen, Bildungsträger und -einrichtungen, Branchenverbände, IHKs, HWKs und Sozialpartnerorganisationen. Zudem sind viele Betriebe beteiligt, die als assoziierte Partner in die Projekte eingebunden sind. Die Laufzeit der Vorhaben beträgt im Regelfall drei Jahre.

In diesen Vorhaben werden unter anderem

  • Strukturen für eine nachhaltige berufliche Weiterbildung erforscht und entwickelt,
  • Handlungsfelder für eine demografiesensible Weiterbildungspolitik aufgezeigt,
  • Studiengänge für die weitere Professionsentwicklung konzipiert, erprobt und evaluiert sowie eine Akkreditierung angestrebt,
  • Professionsprofile der in der beruflichen Weiterbildung Tätigen bzw. Lehrenden analysiert und geschärft,
  • bereits entwickelte Tools der Kompetenzvalidierung für die Weiterbildung adaptiert,
  • digitale Lehr- und Lernsettings und Lernumgebungen beschrieben, analysiert und bewertet.

Die Förderrichtlinie adressiert folgende Themenschwerpunkte

Arbeitskräfte und Qualifikationsentwicklung
Zur weiteren Konsolidierung der nationalen Wirtschaftskraft ist es notwendig, jetzt und zukünftig Potenziale für qualifizierte Facharbeit zu sichern. Berufliche Weiterbildung trägt dazu bei, gegebene Potenziale zu optimieren und Fachkräftereserven zu erschließen. Hier werden 12 Projekte mit einer Fördersumme von ca. 5,5 Mio. Euro gefördert.


Professionsentwicklung und Professionalisierung
Für die Qualität der Weiterbildung kommt der Qualifizierung des Weiterbildungspersonals, sowie deren Verhalten im Kontakt mit den Lernenden, eine Schlüsselrolle zu. Insofern gilt es, sowohl die Professionsentwicklung zu konturieren als auch wesentliche Parameter zu beschreiben, die die Professionalität des Weiterbildungspersonals abbilden. Hier werden 17 Projekte mit einer Fördersumme von ca. 7,5 Mio. Euro finanziert.


Weiterbildungsforschung
Weiterbildungsforschung ist bislang bevorzugt anwendungsbezogene Forschung. Der Förderschwerpunkt will sie flankierend mit Grundlagenforschung ergänzen. Hier werden fünf Projekte mit einer Fördersumme von ca. 2 Mio. Euro gefördert.

 

Regional verteilen sich die Projekte auf 14 Bundesländer. Projektaktivitäten sind im gesamten Bundesgebiet geplant. Innovative Ansätze werden in den Themenbereichen Weiterbildungsforschung, Digitalisierung, Lehr- und Lernarrangements, Qualität, Professionsentwicklung, Validierung und Anerkennung von non-formal und informellen Kompetenzen entwickelt bzw. weiterentwickelt. Die einzelnen Projekte identifizieren unterschiedliche „Zielgruppen“. Mit spezifischen Fragestellungen widmen sich die Projekte unter anderem dem Weiterbildungspersonal, gering Qualifizierten, Frauen und Älteren.

Auch hinsichtlich der beteiligten Branchen ist der Förderschwerpunkt vielfältig aufgestellt: z.B. Elektro- und Metalltechnik, Chemie, Landwirtschaft, Handwerk, Pflege, Gastronomie, Automobilindustrie, Kultur.