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Betriebe ohne Azubis, Jugendliche ohne Ausbildungsstellen

Ausbildungsmarkt in der Krise?

Aktuelle Ergebnisse des BIBB-Forschungsprojekts "Bildungsorientierungen" zu Berufsorientierung und Passungsproblemen auf dem Ausbildungsmarkt

Füße auf Asphalt vor der Aufschrift 'Azubi'
© bluedesign - Adobe Stock

Ausbildungsplatzsuchende Jugendliche und ausbildungsplatzanbietende Betriebe finden seltener als früher zusammen. In Politik und Wissenschaft sind Passungsprobleme als wichtiges Handlungsfeld erkannt.

Um die Perspektiven der verschiedenen Akteure im Bereich der dualen Ausbildung und der Berufsorientierung auf dieses Thema differenziert zu untersuchen, wurde im Rahmen des BIBB-Forschungsprojekts "Bildungsorientierungen und -entscheidungen Jugendlicher im Kontext konkurrierender Bildungsangebote" eine Befragung von Experten der beruflichen Bildung durchgeführt. Die beiden Schwerpunkte liegen auf Ursachen und Lösungsvorschlägen zu den Themenfeldern Passungsprobleme auf dem Ausbildungsmarkt sowie Berufsorientierung von Jugendlichen.

Rund 400 Experten der Berufsbildung beteiligten sich an dieser Online-Befragung des BIBB-Expertenmonitor. Die befragten Fachleute stammen u. a. aus Betrieben, Kammern, Gewerkschaften, Wissenschaft, Bildung und Verwaltung sowie erstmalig auch aus allgemeinbildenden Schulen.

Der vorliegende Bericht legt zentrale Ergebnisse der Studie vor:

  • Über alle Expertengruppen hinweg zeigt sich eine große Wertschätzung der dualen Ausbildung. Es herrscht dabei Einigkeit darüber, dass es in der Gesellschaft an dieser Wertschätzung mangelt und dass dies eine der Ursachen für Bewerbermangel und Passungsprobleme auf dem Ausbildungsmarkt darstellt. Gleichzeitig stimmen die Experten weitgehend der These zu, dass die Qualität der Ausbildung verbessert werden muss, um Berufe mit Besetzungsproblemen attraktiver zu machen.
  • Die große Mehrheit der Experten befürwortet daher Maßnahmen zur Förderung des Images der beruflichen Bildung sowie des Prestiges von Berufen mit Besetzungsproblemen. Relativ einig sind sich die Experten der Arbeitgeber- und Arbeitnehmerseite darin, dass die Berufsorientierung weiter gestärkt werden muss. Dabei gelte es insbesondere den Einfluss des Prestiges auf die Berufswahl zusammen mit den Jugendlichen stärker als bislang kritisch zu reflektieren. Zudem müsse hierfür das soziale bzw. familiäre Umfeld der Jugendlichen mehr eingebunden werden.
  • Neben der stärkeren Auseinandersetzung mit dem Prestige von Berufen führt, so die Experten, ein weiterer wichtiger Weg zur Lösung von Passungsproblemen über den Aufbau von Ausbildungsmarktkompetenz der jungen Berufswähler*innen. Damit Schüler*innen realistischere Vorstellungen von Ausbildungsmarkt und Ausbildungsberufen entwickeln können, gilt es, das Wissen über den Ausbildungsmarkt verstärkt in der Berufsorientierung einzubetten. Dies könnte beispielsweise über die Verankerung des Themas Berufsorientierung in der Lehrerausbildung, aber auch durch verstärkte Kooperationen zwischen Schule und Wirtschaft umgesetzt werden.