BIBB und EHB verlängern erfolgreiche Zusammenarbeit
16.09.2026
Das Bundesinstitut für Berufsbildung (BIBB) und die Eidgenössische Hochschule für Berufsbildung (EHB) in Zollikofen/Schweiz setzen ihre langjährige Partnerschaft fort. Mit einer neuen Kooperationsvereinbarung werden bis 2031 gemeinsame Projekte, unter anderem im Bereich Forschung und Datenmonitoring, fortgeschrieben.
Anlässlich des Besuchs des EHB-Rats am 15. und 16. September im Bundesinstitut für Berufsbildung (BIBB) in Bonn unterzeichneten BIBB-Präsidentin Dr. Sandra Garbade, Adrian Wüthrich, Präsident des EHB-Rats, sowie die EHB-Direktorin, Dr. Barbara Fontanellaz, die neue Kooperationsvereinbarung. Sie knüpft an eine Zusammenarbeit an, die bereits seit 2007 besteht.
Dr. Sandra Garbade
„Mit der EHB verbindet uns eine langjährige und produktive Zusammenarbeit. Für unsere Institute sind Forschung, Entwicklung und Beratung im Bereich der beruflichen Bildung absolute Kernaufgaben. Daher haben wir unsere Zusammenarbeit in diesen Bereichen in den letzten Jahren intensiviert und wollen diese auch weiter ausbauen. Der Austausch unserer Expertinnen und Experten sowie die wechselseitige Mitarbeit in Gremien ist für beide Seiten gewinnbringend. Die Verlängerung unserer Kooperation sehe ich daher als Chance positive Befunde und Entwicklungen in Deutschland und der Schweiz für die systemische Weiterentwicklung unserer jeweiligen Angebotsstrukturen zu nutzen."
Vergleichbare Daten für die Berufsbildung
Ein Schwerpunkt der weiteren Zusammenarbeit zwischen dem BIBB und der EHB ist das D-A-CH-Datenmonitoring zur dualen Berufsbildung. Gemeinsam mit weiteren Partnern aus Österreich werden Daten aus Deutschland, Österreich und der Schweiz so aufbereitet, dass Entwicklungen der drei Berufsbildungssysteme besser miteinander verglichen und mögliche Herausforderungen frühzeitig erkannt werden können. Der aktuelle Monitoringbericht mit Indikatoren für 2025 wurde im Juni 2026 veröffentlicht.
Fortgeführt wird zudem die Zusammenarbeit in der Alliance for Dual VET, in der das BIBB, die EHB und das österreichische Institut für Bildungsforschung der Wirtschaft (ibw) ihre Expertise für die internationale Berufsbildungsberatung bündeln. Aktuell beraten die drei Institutionen im Auftrag der Deutschen Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit (GIZ) die ruandische Regierung beim Aufbau beruflicher Bildungsangebote für den Pharmazie- und Biotechnologiesektor („Support to establishing the Rwandan pharma and biotechnology sector“ in Ruanda“). Der Beratungsauftrag läuft noch bis Ende Oktober 2027.
„Die Berufsbildung trägt in beiden Ländern entscheidend zur erfolgreichen wirtschaftlichen und sozialen Integration der jungen Menschen bei. Das gilt es gerade in der aktuellen Lage mit allen Kräften zu fördern. Mit der engen Zusammenarbeit von EHB und BIBB bündeln wir unsere Erfahrungen und Kompetenzen, um gemeinsame Herausforderungen frühzeitig aufzugreifen und die Berufsbildung zukunftsfähig weiterzuentwickeln.“
Adrian Wüthrich, Präsident EHB-Rat
Austausch zu gemeinsamen Zukunftsthemen
Neben den neuen Projekten bleiben etablierte Formen der Zusammenarbeit ein wichtiger Bestandteil der Kooperation. Dazu gehören gemeinsame Forschungs- und Entwicklungsaktivitäten, wie zum Beispiel im Projekt BILT: Bridging Innovation and Learning in TVET von UNESCO-UNEVOC, die gegenseitige Beteiligung an Beiräten und Gremien sowie der regelmäßige Austausch von Expertinnen und Experten – beispielsweise bei den Kontaktseminaren der deutschsprachigen Berufsbildungsforschungseinrichtungen.
Auch der Besuch der EHB-Delegation im BIBB in Bonn wurde für diesen fachlichen Austausch genutzt. Im Mittelpunkt standen unter anderem die Auswirkungen von Künstlicher Intelligenz und digitaler Transformation auf die Berufsbildung sowie die Verankerung von Nachhaltigkeit in der beruflichen Bildung. Prof. Dr. Hubert Ertl, Forschungsdirektor und Ständiger Vertreter der BIBB-Präsidentin, und Dr. Mortimer Schlieker stellten dabei die Rolle des BIBB im Themenfeld Künstliche Intelligenz vor; Christian Melzig, aus dem BIBB-Arbeitsbereich „Innovative Weiterbildung, Nachhaltigkeit, Durchlässigkeit“, gab Einblicke in die systemische Verankerung von Nachhaltigkeit in der beruflichen Bildung in Deutschland.