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BIBB Asia-Pacific Networking Meeting 2017 vertieft regionalen Austausch

Vom 19. bis 20. Oktober 2017 trafen sich Vertreterinnen und Vertreter von BIBB-Partnerinstitutionen sowie Berufsbildungsexpertinnen und -experten aus dem asiatisch-pazifischen Raum zum BIBB Asia-Pacific Networking Meeting 2017 in Nanjing, VR China. Wie bereits in 2016 fand die Veranstaltung im Rahmen von Education+ statt. Es ist die erste Ausstellung in China mit dem Schwerpunkt Berufsbildung. Sie wurde von der Messe Nanjing, einer Tochtergesellschaft der Landesmesse Stuttgart, organisiert.

BIBB Asia-Pacific Networking Meeting 2017 vertieft regionalen Austausch
v.l.n.r.: Prof. Jianli Jiao (SCNU), Eva Hanau (BIBB), Michael Härtel (BIBB), Eugen Straubinger (BLBS)

Themen der diesjährigen Veranstaltung waren die Qualifizierung des Ausbildungspersonals, die Digitalisierung und die Ökologisierung der beruflichen Bildung. Diese Themen waren beim regionalen Partnertreffen 2016 von den Teilnehmenden als Interessenschwerpunkte identifiziert worden. In Zusammenarbeit mit der Messe Nanjing, dem baden-württembergischen Kultusministerium und der Landesakademie Esslingen wurde das aktuelle Programm entsprechend entwickelt.

Einblicke und Erkenntnisse

Während der zweitägigen Veranstaltung führte das BIBB, gemeinsam mit seinen deutschen und internationalen Partnern, mehrere Podiumsdiskussionen durch. In vielen interaktiven Formaten mit Präsentationen diskutierten die Teilnehmenden die Rolle der Berufsbildung für eine nachhaltige gesellschaftliche und wirtschaftliche Entwicklung.

Insgesamt herrschte auf deutscher und chinesischer Seite Konsens, dass die Berufsbildung auch in Zukunft eine herausragende Rolle beim Übergang von Schule in den Betrieb spielen wird. Im chinesischen Kontext der Strategie "China 2025" wird die Berufsbildung auch als treibende Kraft zur Begleitung und Förderung von Veränderungen in der Arbeitswelt gesehen. Gleichzeitig besteht im  Berufsbildungssektor jedoch auch Handlungsbedarf bei der Verbesserung des Ausbildungsangebots und der Anpassung der Ausbildung an neue Anforderungen. Die Teilnehmenden betonten insbesondere die Rolle des Lehr- und Ausbildungspersonals, das sich mit neuen Entwicklungen und Technologien vertraut machen und diese in die Ausbildung integrieren muss.

Digital learning und digitale Lernangebote brauchen pädagogische Konzepte.

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Expertengespräch "Lehrer auf technologiegestütztes Lernen vorbereiten”

Prof. Jianli Jao, Direktor des Forschungszentrums für zukünftige Bildung an der South China Normal University in Guangzhou, betonte die Herausforderungen bei der Sicherstellung der Qualität und Effektivität von digitalen Lehrangeboten, wie den Massive Open Online Courses (MOOC). Er wies auf die Notwendigkeit einer pädagogischen Konzeptualisierung von Lernformaten hin, z.B. durch die Kombination von Online- und Präsenzlernen (Blended Learning).

Ebenso betonte BIBB-Experte Michael Härtel, Leiter der BIBB-Fachgruppe "Digitale Medien, Berufsbildungspersonal und Fernunterricht", dass medienpädagogische Kompetenzen des Ausbildungspersonals zunehmend unverzichtbar seien, um Ausbildungsprozesse mit dem Einsatz digitaler Medien zielgerichtet zu gestalten und Orientierung im Umgang mit digitalen Medien zu bieten. Online-Angebote wie das Forum für AusbilderInnen des BIBB (www.foraus.de.) dokumentieren Möglichkeiten, die mit dem digitalen Wandel verbundenen Transformationsprozesse bei der Gestaltung der betrieblichen Ausbildungspraxis zielgerichtet und ergebnisorientiert zu unterstützen.

Greening TVET fehlt es an klaren Richtlinien für die Umsetzung in der Praxis

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Expertengespräch "Greening TVET und zentrale Herausforderungen in China"

Prof. Dayue Fan, Koordinatorin des UNEVOC-Zentrums am Shenzhen Polytechnic, gab Einblicke in das "Greening TVET and core challenges in China"-Konzept von UNESCO-UNEVOC und diskutierte die daraus abgeleiteten Aktivitäten auf politischer und institutioneller Ebene in China. In der Diskussion mit internationalen Vertreterinnen und Vertretern wurde deutlich, dass der Nachhaltigkeitsaspekt, insbesondere im politischen Diskurs, in China und im asiatisch-pazifischen Raum bereits seit einigen Jahren akzeptiert wird. Dennoch fehlt es nicht nur in China nach wie vor an klaren Richtlinien, wie Nachhaltigkeitskonzepte in der Berufsbildung verankert werden können.

Hintergrund

Die regionale Veranstaltung 2017 brachte Vertreter der folgenden Institutionen zusammen:

  • Institute of Vocational and Adult Education, Beijing Normal University, China
  • Future Education Research Centre, South China Normal University, China
  • Shenzhen Polytechnic, China
  • Central Institute for Vocational and Technical Education (CIVTE), China
  • Vocational Training Council Hong Kong (VTC), Hong Kong/ China
  • National Centre for Vocational Education Research (NCVER), Australia
  • Korean Research Institute for Vocational Education and Training (KRIVET), South Korea
  • Technical Education and Skills Development Authority (TESDA), Philippines
  • Philippine Chamber of Commerce and Industry Human Resources Development Foundation (PCCI HRDF), Philippines
  • Federal Institute for the Development of Education (FIRO), Russia
  • Office of Vocational Education Commission (OVEC), Thailand
  • Thailand Professional Qualification Institute (TPQI), Thailand

Ziel des Treffens war es, ein Forum für den Austausch von Ländererfahrungen und die Erörterung bewährter Praktiken sowie von Herausforderungen bei der Entwicklung und Reform der Berufsbildung im asiatisch-pazifischen Raum und darüber hinaus zu bieten.