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Ausbildungsanfängerquote (AAQ)

Systematische Indikatorenbeschreibung

Name

Ausbildungsanfängerquote (AAQ)

Kernaussage (am Beispiel des Berichtsjahres 2009)

Im Berichtsjahr 2009 beträgt der rechnerische Anteil einer (synthetischen) Alterskohorte in der Wohnbevölkerung, der erstmals eine Ausbildung mit Ausbildungsvertrag im dualen System beginnt, 53,6 %; hierbei bleibt unberücksichtigt, nach welcher Übergangsdauer oder in welchem Alter die Ausbildung im dualen System der Berufsausbildung begonnen wird.

Aktualität

Der Indikator liegt mit ca. einem Jahr Zeitverzug vor.

Bedeutung für die berufliche Bildung

  • Indikator zur quantitativen Bedeutung der dualen Berufsausbildung
  • Indikator zur Integration von Personengruppen
  • Vergleichbarkeit im Zeitverlauf und zwischen verschiedenen Personengruppen

Bezugsgrößen

Zähler:
Ausbildungsanfänger/-innen im dualen System differenziert nach Alter.

Nenner:
Wohnbevölkerung differenziert nach Alter.

Anmerkung zur Bezugsgröße:

  • Auszubildende mit neu abgeschlossenem Ausbildungsvertrag sind nicht zwingend mit Ausbildungsanfängern und -anfängerinnen im dualen System gleichzusetzen, da Ausbildungsverträge auch bei Berufs- oder Betriebswechsel neu abgeschlossen werden. Als Anfänger/-innen im dualen System werden auf Basis der Angaben zur vorherigen Berufsausbildung und der Dauer des Ausbildungsvertrages Personen definiert, für die gilt:
    Es liegt keine vorherige Berufsausbildung im dualen System vor; oder es liegt zwar eine vorherige Berufsausbildung vor (die nicht erfolgreich abgeschlossen wurde), die Verkürzung der Ausbildungszeit ist jedoch gering (zunächst wurde "weniger als 12 Monate" als Abgrenzungskriterium herangezogen; dies wird künftig jedoch auf eine geringere Monatsanzahl reduziert).
    Dass auch Neuabschlüsse, die mit vorheriger dualer Berufsausbildung unter den genannten Bedingungen als Anfänger/-innen gezählt werden, ist erforderlich, da ansonsten Personen, die innerhalb eines Berichtsjahres Anfänger/-innen waren, den Vertrag lösen und wieder einen Vertrag abschließen, niemals als Anfänger/-innen gezählt würden.
    Manche Neuabschlüsse, die zwar ohne vorherige duale Berufsausbildung gemeldet wurden, werden dennoch nicht zu den Anfängern gezählt: wenn die Verkürzung der Ausbildungszeit mindestens 12 Monate beträgt, obwohl die Auszubildenden weder älter als 21, noch Studienberechtigte sind (vgl. Kapitel A4.3, BUNDESINSTITUT FÜR BERUFSBILDUNG 2011); auch diese Abgrenzung wird künftig noch verfeinert.
    Dieses zweite Abgrenzungskriterium ist erforderlich, da davon ausgegangen werden kann, dass das Merkmal der vorherigen Berufsausbildung in den ersten Jahren nach der Revision der Berufsbildungsstatistik noch nicht vollständig korrekt erfasst ist. Da ein Alter von über 21 und/oder Studienberechtigung zu einer Verkürzung von 12 Monaten führen kann, wird nach diesen beiden Merkmalen noch kontrolliert.
  • Zu interpretieren ist die Quote mit Bezug auf einen beliebigen Altersjahrgang, der irgendwann in seiner Bildungsbiografie eine duale Berufsausbildung mit Ausbildungsvertrag beginnt (gleich in welchem Alter).
  • Es handelt sich um eine rechnerische Quote: Daten aus der Berufsbildungsstatistik und der Bevölkerungsfortschreibung werden in Relation gesetzt.
  • Für die Anfänger-Zahlen werden die Auszubildenden im Alter von maximal 16 und mindestens 24 Jahren jeweils zur unteren und oberen "Grenz-Gruppe" zusammengefasst.

Berechnungsformel

AAQ: Ausbildungsanfängerquote, i = Alter
# Ausbildungsanfänger/-innen im Alter von "16 und jünger" werden in der unteren Altersgruppe zusammengefasst, jene im Alter von "24 und älter" werden in der oberen Altersgruppe zusammengefasst. Bezüglich der Wohnbevölkerung gehen die einzelnen Altersjahrgänge von 16 bis 24 je Teilquoten ein.

Mögliche Differenzierungen

  • Geschlecht
  • Staatsangehörigkeit
  • Bundesgebiet insgesamt; weitere regionale Differenzierung nur mit Einschränkung (bislang wird die Quote durch das BIBB lediglich für West- und Ostdeutschland berechnet)
  • Jeweilige Kombinationen aus den genannten Merkmalen

Datenquellen

  • Berufsbildungsstatistik der statistischen Ämter des Bundes und der Länder
  • Bevölkerungsfortschreibung (Destatis)

Stichtag/Betrachtungszeitraum

Stichtag: 31.12.

  • Neu abgeschlossene Ausbildungsverträge des Kalenderjahres, die bis zum 31.12. nicht gelöst wurden; entsprechend ist auch die Anfängerzahl als Teilgruppe der Neuabschlüsse stichtagsbezogen;
  • Wohnbevölkerung am 31.12. des Berichtsjahres.

Der Indikator kann als Schätzgröße für den Anteil (einer Alterskohorte) der Wohnbevölkerung, der einen Ausbildungsvertrag im dualen System beginnt, betrachtet werden.

Hinweise zur Güte des Indikators

  • Die AAQ vermeidet - im Gegensatz zur Ausbildungsbeteiligungsquote (AQ) - die Überschätzung des Anteils der Ausbildungsanfänger/-innen an der Wohnbevölkerung, da Mehrfachzählungen vermieden werden.
  • Allerdings kann der Anteil der Wohnbevölkerung, der eine duale Berufsausbildung beginnt, unterschätzt werden. Da zur Abgrenzung der Anfängerdefinition nicht allein die Meldungen zur vorherigen Berufsausbildung, sondern auch die Dauer des Ausbildungsvertrages verwendet wird, werden manche Auszubildende des dualen Systems nie als Ausbildungsanfänger/-innen gezählt. Dies ist der Fall, wenn der eigentliche Ausbildungsbeginn nicht mit dem Beginn eines Ausbildungsvertrages einhergeht. Haben Auszubildende beispielsweise zunächst ein schulisches Berufsgrundbildungsjahr oder eine zweijährige vollzeitschulische Berufsausbildung absolviert, die voll auf eine folgende duale Berufsausbildung angerechnet wird, werden sie nicht als Anfänger/-innen gezählt, auch wenn sie zuvor noch keine andere duale Ausbildung mit Ausbildungsvertrag im dualen System begonnen hatten. Die Zahl der Anfänger/-innen kann also in diesem Sinne unterschätzt sein. Zukünftig wird diesbezüglich die Berechnungsweise der Anfänger/-innen noch modifiziert, so dass diese Unterschätzung vermieden wird.
  • Regionale Differenzierungen sind nur mit Einschränkung möglich: Pendlerbewegungen verzerren die Quote bei regionalen Differenzierungen. Da in der Berufsbildungsstatistik der Wohnort der Auszubildenden nicht erfasst wird (Ausnahme: Brandenburg), können Pendlerbewegungen nicht berücksichtigt werden. Die Verzerrung resultiert daraus, dass Ausbildungsanfänger/-innen, die ihren Erstwohnsitz nicht am Ausbildungsort haben, bei den Ausbildungsanfänger-Zahlen für eine andere Region gezählt werden als bei der Wohnbevölkerung. Für Regionen mit einer hohen Anzahl an Einpendlern (Auspendlern) unter den Ausbildungsanfängern wird die AAQ deshalb überschätzt (unterschätzt). Deshalb berechnet das BIBB die Quote nur für das gesamte Bundesgebiet und in regionaler Differenzierung nur für Ost- und Westdeutschland, nicht aber für die einzelnen Bundesländer oder gar Gemeinden.
  • Grenzen der Aktualität: Die Daten sind erst ein Jahr später verfügbar. Außerdem werden durch die Stellvertreter-Effekte im Rahmen des Quotensummenverfahrens Daten verschiedener Kohorten, die in ihrem Ausbildungsverhalten voneinander abweichen können, durchmischt.

Sonstige Interpretationshinweise (Häufig gestellte Fragen)

  • Demografische Schwankungen sind kontrolliert, da der Bezug immer auf die Alterskohorten in der aktuellen Wohnbevölkerung hergestellt wird. Sich verändernde Bevölkerungsstrukturen fließen demnach immer direkt in die Berechnung mit ein.
  • Die Dauer des Übergangs von der allgemeinbildenden Schule in die duale Berufsausbildung bleibt unberücksichtigt. Der Indikator eignet sich also nicht, um Übergangsdauern bzw. Probleme des Anstiegs von Übergangsdauern abzubilden. Allerdings können die Teilquoten Hinweise auf zeitverzögerte Eintritte in das duale System liefern.

Darstellung auf Basis der Veröffentlichung von
Dionisius, Regina; Lissek, Nicole; Schier, Friedel [Hrsg.]:
Beteiligung an beruflicher Bildung - Indikatoren und Quoten im Überblick. - Bonn, 2012
(Wissenschaftliche Diskussionspapiere / Bundesinstitut für Berufsbildung; 133)

Aktualisierung: Juli 2015

Literaturhinweise

GERICKE, NAOMI: Alter der Auszubildenden und Ausbildungsbeteiligung der Jugendlichen im dualen System. In: BUNDESINSTITUT FÜR BERUFSBILDUNG (Hrsg.): Datenreport zum Berufsbildungsbericht 2011 : Informationen und Analysen zur Entwicklung der beruflichen Bildung. Bonn, 2011. S. 148-154
URL: http://datenreport.bibb.de/ [letzter Zugriff: 01.07.2011]

Hinweis: Erste Berechnung der Ausbildungsanfängerquote im Datenreport zum Berufsbildungsbericht 2011. Ausführlichere und weiterentwickelte Berechnung der Ausbildungsanfängerquote im Datenreport zum Berufsbildungsbericht 2012.

UHLY, ALEXANDRA: Neuabschlüsse in der Berufsbildungsstatistik (Erhebung zum 31.12.). In: BUNDESINSTITUT FÜR BERUFSBILDUNG (Hrsg.): Datenreport zum Berufsbildungsbericht 2011 : Informationen und Analysen zur Entwicklung der beruflichen Bildung. Bonn, 2011. S. 127-136
URL: http://datenreport.bibb.de/ [letzter Zugriff: 01.07.2011]

BUNDESINSTITUT FÜR BERUFSBILDUNG (Hrsg.): Datensystem DAZUBI - Zusatztabellen
URL: https://www2.bibb.de/bibbtools/de/ssl/1868.php [letzter Zugriff: 01.07.2011]

GERICKE, NAOMI; UHLY, ALEXANDRA; ULRICH, JOACHIM GERD: Wie hoch ist die Quote der Jugendlichen, die eine duale Berufsausbildung aufnehmen? Indikatoren zur Bildungsbeteiligung. In: Berufsbildung in Wissenschaft und Praxis, 40 (2011) 1, S. 41-43
URL: http://www.bibb.de/veroeffentlichungen/de/publication/show/id/6592 [letzter Zugriff: 14.08.2012]