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Durchlässigkeit als Innovationsmotor

Fachkräfte gewinnen und individuelle Lernbiografien ermöglichen

Drei Auszubildende und ein Ausbilder unter einem Auto

„Durchlässigkeit“ beschreibt die Möglichkeit des individuellen Wechsels innerhalb und zwischen den Bildungsbereichen unter Berücksichtigung bereits erworbener Kompetenzen sowie der Annäherung der Bildungsbereiche durch Vergleichbarkeit und Validierung von Lernleistungen.

Im Zentrum der durchlässigkeitsfördernden Entwicklungsarbeiten des BIBB stehen vor allem drei Strategien:

  • reziproke Durchlässigkeit, u.a. durch Anerkennung, Anrechnung etc;
  • Verzahnung/Konvergenz von Teilsystemen und Bildungsgängen, u.a. curriculare Verzahnungen und bildungsbereichsübergreifende Angebote;
  • hybride Bildungs- und Lernformen, wie z.B. duale Studiengänge.

In Zeiten der Globalisierung, des demografischen Wandels und eines daraus resultierenden hohen Bedarfs an gut ausgebildeten Fachkräften muss gerade eine Wissensgesellschaft wie die Bundesrepublik Deutschland Wege finden, das eigene Bildungssystem attraktiv und leistungsfähig zu halten und somit der modernen, mobilen Gesellschaft anzupassen, die noch lange nicht ausgelernt hat. Die Lösung besteht im Konzept des „lebenslangen“ bzw. „lebensbegleitenden“ Lernens, so dass individuelle Fähigkeiten und Kompetenzen ständig erweitert und der modernen Arbeitswelt, in der komplexe betriebliche Arbeitsabläufe den Alltag bestimmen, laufend angepasst werden können.

Um diese neue Auffassung von „Lernen“ jedoch in allen Bildungsbereichen realisieren und Lernenden die Teilhabe daran - und somit eine gewisse Chancengleichheit - ermöglichen und andererseits einen Verlust an Bildungsoptionen verringern zu können, ist neben der Anpassung von Strukturen und gesetzlichen Regelungen auch ein generelles Umdenken, wenn nicht gerade ein kompletter Perspektivwechsel nötig – weg von den in sich abgeschotteten Bildungsbereichen einerseits, weg von der Abschottung des eigenen Bildungssystem gegenüber denen anderer Nationen andererseits hin zu einer offenen und transparenteren Bildungslandschaft, die der Diversität und Heterogenität der Lernenden Rechnung trägt.
Gleichzeitig bietet ein „Mehr“ an Durchlässigkeit dem Einzelnen – ungeachtet seiner Herkunft oder schulischen Vorbildung – die Chance auf eine umfassende Bildung, die dem humanistischen Bildungsideal von Persönlichkeitsentwicklung und -entfaltung auf der Basis eines ethischen Wertekanons nahekommt – die Chance auf eine Erziehung zum kritisch denkenden Menschen, der nach Erkenntnisgewinn strebt und am Austausch mit anderen wächst.

Durchlässigkeit schafft Bildungs- und Aufstiegschancen!

Im Rahmen der 7. IHK-Weiterbildungserfolgsumfrage gaben 22 Prozent der befragten Absolventen und Absolventinnen von IHK-Weiterbildungsprüfungen an, sich auf Hochschulniveau weiterqualifizieren zu wollen.

Link:
DIHK – Deutscher Industrie- und Handelskammertag e.V. (Hrsg.), Mit Weiterbildung voran. 7. Umfrage unter Absolventen der IHK-Weiterbildungsprüfung, Berlin 2011.

Einer der notwendigen Wege besteht in der Verbesserung der vertikalen wie auch horizontalen Durchlässigkeit des Bildungssystems und seiner einzelnen Sektoren und Bereiche. Die Ermöglichung von Zugängen und Übergängen und somit von individuellen Lernbiografien, Berufslaufbahnkonzepten und flexiblen Bildungskarrieren gehört aktuell zu den großen politischen und gesellschaftlichen Herausforderungen in Deutschland.

In der Pilotinitiative DECVET wurde ein Leistungspunktesystem entwickelt, das die Vergleichbarkeit der Kenntnisse, Fertigkeiten und Kompetenzen in Deutschland ermöglichen sollte. Im Fokus standen dabei die Übergänge von der Berufsausbildungsvorbereitung und von der vollzeitschulischen Berufsausbildung in das duale System, zwischen der dualen Berufsausbildung und der beruflichen Fortbildung sowie zwischen gemeinsamen berufsbildungsübergreifenden Qualifikationen in einem Berufsfeld des dualen Systems.

Link:
DECVET

Bildungspolitik hat daher die Aufgabe, adäquate und gleichwertige Aufstiegschancen zu schaffen, Zugänge zu ermöglichen, die Verzahnung von beruflicher Aus- und Weiterbildung zu verwirklichen und die Nutzung der Wechselmöglichkeit zwischen den Bildungsbereichen effektiv zu erhöhen. Schnittstellen- bzw. Übergangsmanagement, Information und Beratung sind Themenfelder, in denen hier erhöhter Handlungsbedarf besteht.

„Durchlässigkeit des Bildungssystems stärken – akademische und berufliche Bildung besser verzahnen.
Wir nehmen besonders die Übergänge zwischen beruflicher und akademischer Bildung in den Blick, bei denen es in Deutschland trotz mancher Fortschritte nach wie vor Nachholbedarf gibt. Wir werden die Akteure beider Bereiche bei der Entwicklung und Verbreitung von Brückenangeboten unterstützen, die beruflich Qualifizierten den Zugang zu einem Hochschulstudium und zu akademischen Weiterbildungsangeboten eröffnen. […] Ebenso werden wir die Akteure unterstützen, ihre Angebote für Menschen, die aus einem Studium in eine berufliche Bildung wechseln, weiterzuentwickeln und zu systematisieren.“

Download:
Deutschlands Zukunft gestalten, Koalitionsvertrag zwischen CDU, CSU und SPD, 18. Legislaturperiode; S.28