X

Sie verwenden einen veralteten Browser, mit dem nicht alle Inhalte des Internetauftritts www.bibb.de korrekt wiedergegeben werden können. Um unsere Seiten in Aussehen und Funktion in vollem Umfang nutzen zu können, empfehlen wir Ihnen, einen neueren Browser zu installieren.

Vom Brückenkurs bis zur individuellen Beratung – vom Modell zur Struktur

Ein großes Haus in mediterranem Baustil wird zur Hälfte als Bauzeichnung und zur Hälfte als fertiges Gebäude dargestellt.
©LaCozza/fotolia.com

In den letzten Jahren wurde die geringe Durchlässigkeit von der beruflichen zur hochschulischen Bildung nicht selten auf eine zu restriktive Handhabung des Hochschulzugangs für beruflich Qualifizierte ohne (Fach-)Abitur reduziert. Doch auch die weiteren Rahmenbedingungen sind so zu gestalten, dass beruflich Qualifizierte zur Aufnahme eines Studiums motiviert und unterstützt werden. Ein besonderes Augenmerk ist dabei auf die Anrechnung beruflich erworbener Kompetenzen zu legen.

Beruflich Qualifizierte haben zumeist bereits vielfältige Qualifikationen durch die berufliche Ausbildung, ihre Berufspraxis sowie gegebenenfalls absolvierte berufliche Fort- und Weiterbildungen erworben. Besonders bei Aufnahme eines zur bisherigen beruflichen Tätigkeit fachnahen Studiums ist das Vorhandensein von Anrechnungspotenzialen wahrscheinlich. Hier hat die BMBF-Initiative ANKOM I die Machbarkeit von Anrechnung beruflich erworbener Kompetenzen auf Hochschulstudiengänge für unterschiedliche Kombinationen akademischer und beruflicher Fachrichtungen belegt und praktikable Anrechnungsverfahren entwickelt. Diese gilt es, an den Hochschulen zu implementieren und die für Anrechnung förderlichen Bedingungen zu schaffen.

Doch auch Anrechnung allein ist nicht alles, denn beruflich Qualifizierte benötigen attraktive Studienangebote, welche die Besonderheiten dieser Zielgruppe berücksichtigen.
Die für die Studienneulinge meist ungewohnte Art des Lernens bzw. des wissenschaftlichen Arbeitens kann in Brückenkursen, Propädeutika sowie in anderen Spezialkursen vermittelt werden. Ständige Präsenz ist hier nicht unbedingt verlangt, werden die Übergangskurse doch oft in Form von E- oder Blended Learning angeboten.

Beruflich Qualifizierte, die sich nach ihrer Berufsausbildung bzw. einer Phase der Berufstätigkeit für ein Hochschulstudium entscheiden, sind nicht nur deutlich älter als andere Studierende, sondern sie haben zumeist auch schon weiterreichende familiäre und finanzielle Verpflichtungen. Berufsbegleitende oder Teilzeit-Studiengänge ermöglichen es, Beruf, Studium und Familie zu vereinbaren. Ebenso gilt es, Methodik und Didaktik der Studienangebote auf diese Zielgruppe auszurichten und auf berufliche Vorerfahrungen Bezug zu nehmen.

Damit auch soziale und wirtschaftliche Komponenten bedacht und individuell ausgelotet werden können, sollten Angebote für die heterogene Zielgruppe demnach so konzipiert sein, dass Interessierte

  • berufsintegrierend und berufsbegleitend studieren können;
  • auf umfassende Möglichkeiten pauschaler und individueller Anrechnung beruflich erworbener Kompetenzen zurückgreifen können;
  • durch flexibel handhabbare Finanzierungsmöglichkeiten unterstützt werden;
  • eine individuelle Information und Beratung erhalten.
Diese Anforderungen greift der Wettbewerb „Aufstieg durch Bildung: Offene Hochschulen“ auf, mit dem Ziel zukunftsfähige Studienangebote zu entwickeln und auszubauen.
www.offene-hochschulen.de

 

Ebenso widmet sich die Nachfolgeinitiative „ANKOM - Übergänge von der beruflichen in die hochschulische Bildung“ dem zielgruppenspezifischen Übergangsmanagement. In 20 Projekten werden bis Oktober 2014 unterstützende Maßnahmen und Modelle des Studieneinstiegs und der Studiengestaltung für beruflich Qualifizierte entwickelt und erprobt. Das BIBB hat in einer Studie den spezifischen Bedarf der Zielgruppe an Angeboten individueller Information und Beratung untersucht.  

 

Eine stärkere Öffnung der Hochschulen für die Zielgruppe der beruflich Qualifizierten ist eine große Chance im Hinblick auf die Gestaltung zukunftsfähiger Studienangebote und die Profilbildung der einzelnen Hochschulen. Für die Studieninteressenten würde eine höhere Durchlässigkeit eine aufeinander aufbauende berufliche und persönliche Entwicklung ohne Warteschleifen und Doppelqualifizierungen bedeuten.

Die Entwicklung studierbarer, zielgruppengerechter Studienangebote bedarf der Mitwirkung aller Akteure. Daher gilt es, die Kooperationen zwischen den Trägern der beruflichen Bildung, den Hochschulen und den Unternehmen weiter auszubauen und zu fördern. 

Mit Durchlässigkeit die Mobilität erhöhen!

                   

„Soziale Dimension stärken, Beschäftigung schaffen, Jugendarbeitslosigkeit bekämpfen (…)
Wir setzen uns dafür ein, dass die Mobilität und Durchlässigkeit in einem gemeinsamen europäischen Ausbildungs- und Arbeitsmarkt deutlich gestärkt werden. Wir ergreifen gezielte Maßnahmen, die es qualifizierten Jugendlichen aus anderen Mitgliedstaaten erleichtern, ihre Berufsausbildung in Deutschland zu absolvieren bzw. eine Beschäftigung in Deutschland aufzunehmen.“
Deutschlands Zukunft gestalten, Koalitionsvertrag zwischen CDU, CSU und SPD, 18. Legislaturperiode; S.163

Nähere Informationen zu aktuellen Maßnahmen finden Sie bei der Zentralstelle für internationale Berufsbildungskooperation GOVET 

 

Maßnahmen und Programme zur Erleichterung des Einstiegs in Ausbildung (Durchlässigkeit an der Schwelle zur beruflichen Bildung) finden Sie unter den Themen „Berufsorientierung“, „Berufsausbildungsvorbereitung“, „Beratung und Begleitung im Übergang“ und "Initiative Bildungsketten"