Cybee

Mit dem Projekt „Cybee“ möchte die Vestische Friseurinnung Recklinghausen digitale Technologien sowie Anwendungen mit Virtual Reality (VR) und künstlicher Intelligenz (KI) in die überbetriebliche Ausbildung (ÜBA) der Friseurinnen und Friseure integrieren. Auszubildende sollen so optimal auf ihren zukünftigen Arbeitsalltag vorbereitet werden.

Cybee auf einen Blick

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Cybee – Haare schneiden mit VR und AR

Länge 02:56

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Ausgangslage

Die Arbeit von Friseurinnen und Friseuren ist traditionell geprägt von handwerklichem Geschick, Kreativität und persönlichem Kundenkontakt. Zunehmend kommen jedoch auch digitale Technologien, insbesondere in der Beratung, zum Einsatz: Kundinnen und Kunden können zum Beispiel verschiedene Frisuren und Looks virtuell ausprobieren, bevor ihre Haare tatsächlich geschnitten oder gestylt werden. Viele Auszubildende und Fachkräfte haben bisher jedoch wenig Erfahrung im Umgang mit diesen Technologien. Dies liegt u. a. daran, dass sie noch nicht flächendeckend in die Ausbildung integriert sind.

Die Vestische Friseurinnung Recklinghausen möchte mit „Cybee“ neue Wege gehen und moderne Ausbildungsmöglichkeiten erproben. Digitale Technologien und Lernmethoden sollen daher nachhaltig in die überbetriebliche Ausbildung (ÜBA) der Friseurinnen und Friseure integriert werden.

Projektziel

Ziel des Projekts ist es, die Qualität der ÜBA der Friseur/-innen anzuheben, indem es bewährte Lehrmethoden mit modernen Technologien kombiniert (z. B. VR, KI) und die Ausbildung zukunftsfähig und praxisnäher gestaltet. Auszubildende sollen die für ihren Beruf erforderlichen digitalen Kompetenzen erwerben, damit sie optimal auf ihren zukünftigen Arbeitsalltag vorbereitet sind. Zusätzlich plant das Projekt eine mehrsprachige Lernplattform zu entwickeln, um die Ausbildungsbedingungen für junge Menschen mit sprachlichen Einschränkungen zu verbessern.

Projektschritte und -umsetzung

Im Projekt „Cybee“ wird die ÜBA der Friseur/-innen digitaler gestaltet. Dazu wird das Projektteam…

  • … digitale Tools (Farbberatungssoftware, digitales Farbmischsystem, KI-gestützte Gestaltungstools) und VR-Anwendungen zur Simulation von Frisuren und Make-up in die ÜBA einbinden. Auszubildende können damit auf Laptops oder Tablets oder mit VR-Brillen z. B. das Haareschneiden realistisch und materialsparend trainieren.
  • … eine mehrsprachige Lernplattform entwickeln, die Fachbegriffe und Anleitungen in verschiedenen Sprachen bereitstellt, um Auszubildende mit sprachlichen Einschränkungen beim Lernen zu unterstützen.
  • … KI-gestützte Tools zum Salonmanagement (z. B. Kassensysteme, Terminverwaltung) in die ÜBA integrieren. Auszubildende sollen so Möglichkeiten kennenlernen, Betriebsabläufe effizierter zu gestalten.
  • … eine sozialpädagogische Fachkraft in der ÜBA einsetzen, die die Auszubildenden in ihrer persönlichen und sozialen Entwicklung unterstützt und zur Stärkung ihrer Selbstständigkeit, Problemlösefähigkeit und Kommunikationsfähigkeit beiträgt.
  • … eine digitale Wissensdatenbank aufbauen, die Lehrmaterialien, Best-Practice-Beispiele und Lehrvideos langfristig online bereitstellt.
  • … die Projektergebnisse auf weitere Ausbildungsstandorte für Friseur/-innen übertragen, insbesondere in Regionen, in denen die Digitalisierung bisher nur zögerlich Einzug gehalten hat. Hierzu werden gezielt Kooperationen mit Handwerksorganisationen und Bildungsträgern aufgebaut.

Projektdetails

Innovation

Hilfe von VR können die Auszubildenden verschiedene Frisurentechniken, Färbeprozesse und Styling-Methoden in einer virtuellen Umgebung ausprobieren, ohne Material zu verbrauchen oder Fehler an Kundinnen und Kunden zu riskieren. Sie lernen außerdem KI-gestützte Tools in der Beratung einzusetzen. Die KI analysiert z. B. die individuellen Bedürfnisse der Kundinnen und Kunden und unterstützt die Auszubildenden dabei, passende Frisuren und Farben basierend auf Gesichtszügen, Haarstruktur und den Vorlieben der Kundschaft zu empfehlen.

der sozialpädagogischen Begleitung setzt das Projekt außerdem einen Schwerpunkt auf der persönlichen und sozialen Entwicklung der Auszubildenden. Dies kann sich positiv auf die Lernerfolge dieser auswirken und dazu beitragen, Ausbildungsabbrüche zu verhindern. Hierzu kann auch die mehrsprachige digitale Lernplattform einen Beitrag leisten, da sie jungen Menschen mit sprachlichen Barrieren den Zugang zu den Ausbildungsinhalten erleichtert.

Mehrwert

Die Schaffung eines modernen und praxisnahen Lernumfeldes, das auf die Anforderungen der Branche abgestimmt ist, steigert die Attraktivität des Ausbildungsberufs „Friseur/-in“. Zudem wird die Qualifikation der Fachkräfte durch den gezielten Einsatz von VR und KI-gestützten Anwendungen erhöht, da sie bereits in der überbetrieblichen Ausbildung lernen, branchenspezifische Technologien einzusetzen. Mit seinem innovativen Ansatz kann das Projekt der Branche außerdem als Vorbild dienen und zeigen, wie die Ausbildung mit modernen Technologien gewinnbringend weiterentwickelt werden kann.

Herausforderungen

Im Projekt werden diverse Softwares und digitale Tools sowie VR- und KI-gestützte Anwendungen in die ÜBA implementiert und für einen gewinnbringenden Einsatz didaktisch in die Kurse eingebunden. Damit einhergeht einerseits ein hoher Wartungsaufwand, um z. B. die Software aktuell zu halten. Andererseits ist das Ausbildungspersonal mit den neuen Technologien noch nicht vertraut und benötigt entsprechende Schulungen. Aus diesem Grund plant das Projekt einen kontinuierlichen Feedback-Mechanismus einzuführen, bei dem Lehrkräfte, Auszubildende und Salonbetreiber/-innen aktiv in die Weiterentwicklung der Lernplattform eingebunden werden. Zusätzlich erhält das Ausbildungspersonal regelmäßige Schulungen zu den neuen digitalen Tools und Lehrmethoden.

Weitere Informationen zu Cybee

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