DTM-Handwerk

„DTM-Handwerk“ ist ein Verbundprojekt der Handwerkskammer (HWK) Konstanz mit der HWK Aachen und der Beruflichen Bildungsstätte Tuttlingen (BBT). Das Projekt verfolgt das Ziel, die Qualität der überbetrieblichen Ausbildung (ÜBA) im Handwerk zu steigern, indem die „Design Thinking Methode“ als innovatives, gewerksübergreifendes Werkzeug in der Ausbildung etabliert wird.

DTM-Handwerk auf einen Blick

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Wie Design Thinking die ÜBA im Handwerk verändert

Länge 03:31

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Ausgangslage

Handwerkliche Tätigkeiten sind heute eingebettet in ein komplexes Umfeld aus gesetzlichen Vorgaben, Qualitätsstandards, Kundenanforderungen und gewerkeübergreifender Zusammenarbeit. Neben fachlicher Kompetenz sind kommunikative, kreative und lösungsorientierte Fähigkeiten gefragt. 

Traditionelle Arbeitsmethoden stoßen dabei häufig an ihre Grenzen, weshalb neue Denk- und Arbeitsweisen zunehmend an Bedeutung gewinnen. Die „Design Thinking Methode (DTM)“ bietet hierfür einen methodischen Rahmen. Die Methode soll Auszubildenden helfen, ihr handwerkliches Wissen mit kreativen Problemlösungsansätzen zu verbinden und komplexe Anforderungen im Berufsalltag zu bewältigen.

Projektziel

Ziel des Projekts ist es, die Design Thinking Methode als Lerninhalt in der ÜBA aller Gewerke der beteiligten Berufsbildungsstätten zu erproben und bei positiver Resonanz ein Transferkonzept zu entwickeln, um Design Thinking in die Regel-ÜBA zu integrieren. Die Auszubildenden erhalten damit eine strukturierte und zugleich moderne und agile Methode, die es Ihnen ermöglicht, über das handwerkliche Fachwissen hinaus

  • Projekte systematisch zu planen und umzusetzen,
  • kreative Lösungen (unter Berücksichtigung von Kundenbedürfnissen) zu entwickeln,
  • in interdisziplinären Teams zu arbeiten und dabei
  • die eigene Arbeit verständlicher zu präsentieren.

Ein Kernaspekt des Projektes: Die Einrichtung moderner Kreativräume, die in unterschiedliche Zonen unterteilt sind. Diese bilden den gesamten Prozess von der ersten Idee über das handwerkliche Ausprobieren bis hin zur Präsentation ab. Die Auszubildenden sollen so Schritt für Schritt ein funktionierendes Konzept bis zum greifbaren Produkt entwickeln.

Projektschritte und -umsetzung

Das Projekt „DTM-Handwerk“ möchte Auszubildende im Handwerk befähigen, kreativ zu denken und ihnen mittels der Design Thinking-Methode geeignete Kreativitätstechniken an die Hand geben. Dazu wird das Projektteam…

  • … Umbaumaßnahmen veranlassen und Kreativräume (in der HWK Aachen in Simmerath und der BBT in Tuttlingen) mit mobiler und technischer Ausstattung für die Auszubildenden einrichten. Dabei kommen u. a. Tablets mit einer Präsentationssoftware zum Einsatz. Damit die Schulungsteams gegebenenfalls bei Gruppenarbeiten akustisch getrennt voneinander arbeiten können, werden mobile Tische und Raumteiler im Raum aufgestellt.
  • … einen digitalen Lernraum in einem Lernmanagementsystem einrichten und hierfür digitale Tools erstellen. Dort soll ein DTM-Kurs entstehen, der alle relevanten digitalen Hilfsmittel, Materialien, Ergebnisse und Dokumentationen bereitstellt.
  • … (interdisziplinäre) Train-the-Trainer-Programme mit den im Projekt vorgesehenen Ausbildenden aus Aachen und Tuttlingen durchführen und diese zudem in die Lernplattform einführen.
  • … Schulungen mit der Design Thinking Methode mit Auszubildenden durchführen.
  • … stetige Evaluationen aus der Perspektive der Ausbildenden und Auszubildenden durchführen und auf dieser Basis Kurse und Lernmodule entwickeln.

Innovation

Das Projekt richtet gewerkeübergreifend multifunktionale Kreativräume für die Auszubildenden in den Bildungsstätten ein. Diese können hier kreativ tätig werden, das methodische Vorgehen mithilfe des Design Thinkings üben und am Ende ein praktisches Ergebnis umsetzen (z. B. Gesellenstück oder innovatives Produkt bzw. kollaborativer Prozess). Mit der Anwendung der DTM steht das Ergebnis im Mittelpunkt und nicht das Gewerk.

Die Kreativräume unterscheiden sich von klassischen Schulungsräumen in der ÜBA. Das flexible Mobiliar (mobile Tische und Stühle) unterstützt das Arbeiten in verschiedenen Arbeitsphasen. Die offene und spielerische Atmosphäre fördert den Austausch zwischen den Teilnehmenden. Die Ausstattung ist vielfältig und inspirierend: Whiteboards, Präsentationswände, 3D-Drucker, Lasercutter, Virtual-Reality-Zone uvm. unterstützen der Kreativität freien Lauf zu lassen.

Mehrwert

Durch die Design Thinking Methode erwartet das Projekt eine gesteigerte Qualität der ÜBA, da die Auszubildenden neue Arbeitsweisen kennenlernen, um komplexe Aufgaben zu bewältigen. Die Auszubildenden erwerben dabei Fähigkeiten, die eigene Rolle im gewerkeübergreifenden Kontext zu reflektieren, Schnittstellen zu anderen Gewerken zu erkennen und kollaborativ zu arbeiten.
Alle Auszubildenden (unterschiedlicher Niveaustufen) sollen die Gelegenheit erhalten, in einer für sie passenden Lernumgebung zu lernen. Die DTM soll die Problemlösefähigkeiten der Auszubildenden stärken, ihre Eigenständigkeit fördern und sie auf moderne Arbeitsweisen einstellen.

Auch die Qualität der Lehrtätigkeit wird gesteigert. Die Lehrenden unterstützen die Auszubildenden neben dem vorgegebenen Lehrplan auch als Berater/-in bei der Entwicklung eigener kreativer Ideen und stehen ihnen bei der Weiterentwicklung dieser zur Seite. Durch gezielte Schulungen wird das Ausbildungspersonal befähigt, die Auszubildenden mit bestimmten Lehr-Lern-Formaten (u. a. Workshops) kreativ zu fördern. Die Design Thinking Methode unterstützt die Lehrenden dabei, die Auszubildenden zu aktivieren, sich Wissen eigenständig anzueignen und ihnen im Lernprozess beratend zur Seite zu stehen. Es wird eine höhere Zufriedenheit aller Beteiligten erwartet.

Herausforderungen

Die Einführung der Design Thinking Methode in der ÜBA bedeutet den Ausbau der Lehrinhalte bei gleichbleibender Ausbildungsdauer und ein alternatives Rollenverständnis in der Vermittlung von Lehrinhalten. Dies erfordert die Bereitschaft der Lehrkräfte, sich didaktisch weiterzubilden und die Rolle des begleitenden Lerncoaches, Beraters und Moderators anzunehmen. Für die Auszubildenden wiederum bedeutet dies eine vermehrt agile, selbstständige und problemlösungsorientierte Arbeitsweise, die Eigeninitiative fordert und fördert.

Im Projektverlauf sollen Maßnahmen erfolgen, um die entwickelten Lernsettings für die Auszubildenden und die Schulungsprogramme zur Weiterbildung des Lehrpersonals deutschlandweit als Standard zu integrieren. Insbesondere die Innungen müssen für das Konzept gewonnen werden, um das Thema Design Thinking im Handwerk als Ausbildungsinhalt in die Ausbildungsrahmenpläne aufzunehmen.

Das Projekt DTM-Handwerk bietet die Chance, die handwerkliche Ausbildung zukunftsfähig zu gestalten und ihr gesellschaftlich mehr Bedeutung zu verleihen. Es verbindet Tradition mit Innovation und stärkt das Handwerk als vielseitige und anspruchsvolle Berufswahl.

Weitere Informationen zu DTM-Handwerk

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