EXKAIA

Das Projekt „EXKAIA“ plant ein ganzheitliches Weiterbildungskonzept für Ausbildende in der ÜBA zu entwickeln und zu implementieren. Das Konzept fokussiert die Stärkung pädagogischer und mediendidaktischer Kompetenzen sowie den Einsatz zukunftsweisender (digitaler) Technologien.

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EXKAIA entwickelt ein innovatives Weiterbildungskonzept für Ausbildende

Länge 03:32

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EXKAIA auf einen Blick

Ausgangslage

Aktuelle Entwicklungen stellen die überbetriebliche Ausbildung (ÜBA) vor zahlreiche Herausforderungen, darunter der andauernde Fachkräftemangel, rückläufige Ausbildungszahlen, Integrations- und Inklusionsmaßnahmen oder die Einbindung technologischer Neuerungen. Um junge Menschen in die duale Ausbildung und zum erfolgreichen Ausbildungsabschluss zu bringen, muss die ÜBA als wichtige Säule der dualen Ausbildung attraktiv und zukunftsweisend sein.

Eine wichtige Rolle spielt dabei die pädagogische Kompetenz der Ausbilderinnen und Ausbilder sowie die Gestaltung moderner Lernorte, die mit den technologischen Entwicklungen Schritt halten müssen. Dabei reicht die Anschaffung neuer technologischer Hardware allein (wie z. B. VR-Brillen/ Sensortechnologien und Systeme) nicht aus. An erster Stelle gilt es, das Ausbildungspersonal mit den neuen Technologien vertraut zu machen und sie zu befähigen, den Lernenden die Anwendung zu vermitteln. Zusätzlich müssen die Ausbilderinnen und Ausbilder die heterogenen Vorkenntnisse und das soziale Umfeld der Auszubildenden berücksichtigen, um sie erfolgreich in den Ausbildungsprozess zu integrieren. Um diesen Bedarf abzudecken, entwickelt das Projekt „EXKAIA“ ein ganzheitliches Weiterbildungskonzept.

Die Handwerkskammer (HWK) für München und Oberbayern geht dazu ein Verbundprojekt gemeinsam mit der Technischen Universität München (TUM) und der Zentralstelle für die Weiterbildung im Handwerk (ZWH) ein. Die Qualität der ÜBA soll mithilfe eines ganzheitlichen Weiterbildungskonzepts für Ausbildende der Berufe Maler- und Lackierer/-innen, Maurer/-innen, Metallhandwerk und Kraftfahrzeugtechniker/-innen angehoben werden.

Projektziel

Ziel des Projekt ist es, die Qualität der ÜBA durch ein umfassendes Weiterbildungskonzept für Ausbildungspersonal nachhaltig zu verbessern und die Ausstattung in den Werkstätten auf den aktuellsten Stand zu heben. Die sozialpädagogischen und fach- sowie mediendidaktischen Kompetenzen der Ausbildenden sollen gestärkt und die ÜBS als Lernumgebung mit einer modernen Ausstattung (neue Technologien) gestaltet werden.

Dauerhafter und nachhaltiger Einsatz des entwickelten Konzepts: Das Weiterbildungsangebot soll als Fortbildungsstandard für die Ausbildenden integriert und die entwickelten Prozesse und Strukturen im Qualitätsmanagement (QM)-System der HWK für München und Oberbayern verankert werden, sodass die Fortschritte auch nach Ablauf des Förderprojektes weiterhin gesichert bleiben.

Projektschritte und -umsetzung

Das Projekt „EXKAIA“ möchte die sozialpädagogischen sowie fach- und mediendidaktischen Kompetenzen der Ausbilderinnen und Ausbilder stärken und sie mit unterschiedlichen technologischen Neuerungen vertraut machen. Dazu wird das Projektteam…

  • … ein Konzept erstellen für das ganzheitliche Weiterbildungsprogramm (u. a. für geplante Experimentierwerkstätten, sozialpädagogische und mediendidaktische Blended-Learning-Module, für standardisierte Prozesse zur kontinuierlichen Fortbildung usw.).
  • … Experimentierwerkstätten in den Räumen der HWK München und Oberbayern einrichten. Dies betrifft unterschiedliche Experimentierfelder:
  • Kraftfahrzeugtechnik (Kfz): Virtuelles Lackieren und Schweißen mittels Virtual Reality (VR) und Augmented Reality (AR) sowie die Anwendung von Sensortechnologien für autonomes Fahren
  • Metallhandwerk: Virtuelles Schweißen, Laserschneiden und /-schweißen in der Metallverarbeitung sowie Arbeiten an der Dreh- und Fräsmaschine
  • Maurerhandwerk: Nutzung von VR und AR für Aufmaße, Montage, etc.
  • Künstliche Intelligenz (KI): Erforschung und Nutzung der Potenziale von KI für eine Verbesserung der Qualität der ÜBA (darunter Kursentwicklung, Unterrichtsmaterialien etc.)
  • 3D-Druckverfahren: Kompetenzaufbau für Einsatz und Nutzung und mediendidaktische Einbindung
  • … betriebliche Praxistage/-wochen in Kooperation mit den Innungen (Zielgewerke: Maler- und Lackierer/-innen, Maurer/-innen, Metallhandwerk und Kraftfahrzeugtechniker/-innen) abstimmen, um Betriebspraktika von bis zu 5 Tagen im Jahr für Ausbildende zu ermögliche

Innovation

In enger Kooperation mit Partnern aus Wirtschaft, Wissenschaft und beruflicher Bildung wird ein innovatives Weiterbildungskonzept für Ausbildende entwickelt und der Praxisbezug zu den Betrieben dabei berücksichtigt. Der angestrebte Kompetenzaufbau der Ausbildenden wird die Qualität der ÜBA effektiv und nachhaltig steigern.

Ausbildende werden in der individuellen Förderung Auszubildender gestärkt, um eine verbesserte Inklusion (und damit einen besseren Ausbildungserfolg) von Auszubildenden mit unterschiedlichen Hintergründen und Vorkenntnissen zu ermöglichen. Ausbildungsabbrüche können dadurch vermieden werden.
Digitale Kompetenzen im Umgang mit digitalen Technologien (wie KI, Laserschneidetechnik, VR/AR usw.) werden durch gezielte Schulungen in Form von Praxiswochen in Betrieben ausgebaut. Zudem werden Experimentierwerkstätten eingerichtet, um sich abseits dessen mit den technologischen Neuerungen vertraut zu machen.
Gemeinsam mit TUM München werden Blended-Learning-Angebote für Ausbildende entwickelt, um die mediendidaktischen Kompetenzen zur Einbindung neuer Technologien in der ÜBA zu stärken.

Mit der CMA Bretagne (Chambre de Métiers et de l’Artisanat) (bretonische Partnerhandwerkskammer der HWK München und Oberbayern) wird ein fachlicher Austausch zum Einsatz neuer digitaler Technologien in der ÜBA initiiert, da diese aktuell ebenfalls ein mediendidaktisches Konzept zur Thematik entwickelt.

Mehrwert

Das Vorhaben setzt auf einen ganzheitlichen Kompetenzaufbau beim Ausbildungspersonal. Es berücksichtigt sowohl die sozialpädagogischen als auch die fachlichen und (medien-)didaktischen Fähigkeiten der Ausbildenden. Zudem finden technologische Neuerungen Einzug in die ÜBA. Dies ermöglicht eine hohe Aktualität der Lerninhalte sowie der eingesetzten Lehrmethoden. Die Lernenden profitieren von einem zeitgemäßen Unterricht und erhalten die bestmögliche Vorbereitung auf ihren Beruf.

Die sozialpädagogischen Kompetenzen der Ausbilder werden gestärkt, was eine individuellere Förderung der Auszubildenden ermöglicht. Dies trägt dazu bei, Konflikte und Fehlzeiten zu minimieren und die Erfolgsquote erfolgreich abgeschlossener Ausbildungen zu erhöhen. Die Ausbilderinnen und Ausbilder gewinnen zudem an Handlungsspielraum und Souveränität im Umgang mit heterogenen Teilnehmergruppen, was ihre psychische Belastung senkt und das Risiko stressbedingter Erkrankungen verringert. Infolgedessen steigert sich die Qualität der Ausbildung sowohl für Ausbildende als auch für Auszubildende.

Herausforderungen

Die Ausgestaltung der Experimentierwerkstätten bringt unterschiedliche Herausforderungen mit sich, denn hier werden nicht nur zukunftsweisende Technologien erprobt, sondern auch gewerkeübergreifende, mediendidaktische Konzepte entwickelt. Das Weiterbildungskonzept soll in enger Kooperation mit Partnern aus Wissenschaft und Wirtschaft entwickelt und für die Ausbildenden nachhaltig im Qualitätsmanagementsystem der Handwerkskammer für München und Oberbayern verankert werden. Dadurch soll sichergestellt werden, dass das Konzept nachhaltig implementiert und über die Projektlaufzeit hinweg kontinuierlich fortgeführt und weiterentwickelt werden kann. Dies erfordert eine gute Abstimmung aller beteiligten Akteure und ein einheitliches Verständnis der inhaltlichen Umsetzung des Konzepts.

Weitere Informationen zu EXKAIA

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