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Themenschwerpunkt: Berufliche Bildung in Vielfalt

Um den zukünftigen Fachkräftebedarf zu sichern, müssen individuelle und strukturelle Anforderungen stärker in den Vordergrund gerückt und zum Ausgangspunkt von struktureller Planung und Gestaltung beruflicher und vorberuflicher Bildung gemacht werden.

Der Ausbildungs- und Arbeitsmarkt ist zum einen durch die Konkurrenz der Nachfragenden um die attraktivsten Ausbildungsplätze und Arbeitsstellen gekennzeichnet. Zum anderen zeichnet er sich durch die Konkurrenz der Arbeitgeber um die leistungsstärksten Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer aus, die angesichts des demografischen Wandels zunimmt. Leistungsstärke kann je nach Arbeitsbereich und Berufsfeld sehr unterschiedlich gefasst sein. Es können personale Kompetenzen (z. B. Gewissenhaftigkeit), kognitive Kompetenzen (z. B. Abstraktionsfähigkeit), soziale Kompetenzen (z. B. Teamfähigkeit), körperliche Stärke oder handwerkliches Können sein.

So unterschiedlich wie die Anforderungen an die Arbeiternehmerinnen und Arbeitnehmer sind, so unterschiedlich sind auch die Menschen, die sich um einen Ausbildungs- und Arbeitsplatz bewerben. Diese Vielfalt wurde lange Zeit vor allem als Einschränkung oder Behinderung für eine dauerhafte berufliche Integration wahrgenommen. Inzwischen werden die Differenzlinien wie Geschlecht, ethnische Herkunft und Lebensalter zunehmend vor dem Hintergrund ihres jeweils spezifischen Potenzials diskutiert. Die Diversität der Fähigkeiten und Kompetenzen, die sich hieraus ergeben, werden als Gewinn für die Arbeitswelt wahrgenommen. Dennoch gibt es weiterhin Risikogruppen, die mit höherer Wahrscheinlichkeit arbeitslos werden, längerfristig arbeitslos sind oder in prekären Beschäftigungsverhältnissen arbeiten. Zu diesen Risikogruppen gehören insbesondere Menschen mit Migrationshintergrund, Menschen mit Behinderung und Menschen mit keinem oder einem niedrigen Schulabschluss.

Das Berufsbildungssystem muss diesen Menschen auf sie zugeschnitte Angebote bieten, damit sie ihre Chancen auf gesellschaftliche Teilhabe wahren können. Darüber hinaus müssen die Verantwortlichen in der beruflichen Bildung die spezifischen Potenziale der Menschen stärken, sie nach außen sichtbar machen und dazu beitragen, dass diskriminierende Selektionsmechanismen abgebaut werden.

Aktuell werden unter anderen folgende Themen in diesem Zusammenhang in der Fachöffentlichkeit diskutiert:

Potenzialentwicklung junger Menschen am Übergang von der Schule in die Arbeitswelt

Berufliche (Weiter-)Bildung von älteren Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmern

Inklusion – Umdenken in der beruflichen Bildung für behinderte Menschen

Erweiterung des Berufswahlspektrums junger Frauen und Männer